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80 Leute bei 2.Protesttag gegen Ludendorffer

5. April 2015 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Artikelserie "Ludendorffer"

Gruß des Innenministers an "Bündnis gegen Ludendorffer"

Mindestens 30 Kinder bei Ludendorffer-Tagung

80 Menschen folgten dem Aufruf zum 2. Protesttag gegen Ludendorffer am Sa. 4.4.15 vors "Gasthaus zur Post" in Dorfmark. Währenddessen tagten die rassistischen Ludendorffer drinnen. Auf den versteckten Parkplätzen hinterm Gasthaus parkten 30 Ludendorffer Pkw's aus unterschiedlichen Teilen Deutschlands, deren Namen die Recherche-Journalisten kennen. Weitere bekannte Ludendorffer wurden anhand ihrer Autokennzeichen vor mehreren Pensionen erkannt. Ihren ganz speziellen elitären Rassismus von "Licht- und Schachtrassen" vermitteln und trainieren die RassistInnen diesmal auch mindestens 30 Kindern plus etlichen Jugendlichen.

Nach jahrzehntelanger Verharmlosung der braunen Jauche durch viele Honoratioren und den Verfassungsschutz wurde ein Schreiben von Innenminister Pistorius ans "Bündnis gegen Ludendorffer" verlesen. Er lobt die antirassistischen Proteste. DGB-Kreisvorsitzender Charly Braun nahm das auf und forderte den Innenminister auf, die Auflösung und das Verbot der Ludendorffer zu betreiben sowie mit Bespitzelung der antirassistischen Proteste durch den polizeilichen Staatsschutz Schluss zu machen. SPD-MdL Michael Höntsch will sich für Beobachtung der Ludendorffer durch den VS und anderes mehr gegen die Ludendorffer einsetzen.

Nach weiteren Reden von Jusos und dem Netzwerk-Südheide ließen sich Jusos und andere stimmgewaltig vorm Ludendorffer Tagungslokal aus. Die rassistische Lehre der Mathilde Ludendorff wurde mit dem Refrain "Mathilde Scheiße" besungen.

80 Leute bei 2.Protesttag gegen Ludendorffer
80 Leute bei 2.Protesttag gegen Ludendorffer
80 Leute bei 2.Protesttag gegen Ludendorffer
80 Leute bei 2.Protesttag gegen Ludendorffer
80 Leute bei 2.Protesttag gegen Ludendorffer
80 Leute bei 2.Protesttag gegen Ludendorffer

Charly Braun - DGB-Vorsitzender Heidekreis und einer der verantwortlichen Macher des "Bündnis gegen Ludendorffer"

Rede bei der Kundgebung gegen Ludendorffer Ostersamstag 4.4.15 vorm Hotel zur Post in Dorfmark

- es gilt das gesprochene Wort -

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Liebe antifaschistische Freundinnen und Freunde

gestern hier vorm "Hotel zur Post" waren wir bei der antifaschistischen Mahnwache insgesamt 100 Menschen.

Danke an euch alle, dass auch die heutige Protestaktion gut besucht ist.

Weil auch gestern wieder hier auf diesem Platz Passanten die Ludendorffer verharmlost haben, sag ich es gleich zu Beginn. Gestern haben Journalisten beobachtet, wie etliche Familien mit Kindern und Jugendlichen das "Hotel zur Post" durch den Hintereingang betreten haben. Von Überalterung kann bei den Ludendorffern keine Rede sein, sie geben ihren Rassismus an ihre Kinder weiter.

Seit mindestens 1984 haben wir die Ostertagungen der rassistischen Ludendorffer öffentlich gemacht und immer wieder Eingaben, Protestschreiben, Leserbriefe usw. ans Rathaus Bad Fallingbostel und Medien gemacht. Seit 2007 demonstrieren wir in Dorfmark auf der Straße gegen diesen Antisemiten- und Herrenmenschen-Club. Unser Protest konzentrierte sich aufs "Hotel Deutsches Haus", dem Haupttagungslokal der Ludendorffer. In diesem Jahr sind wir vorm "Hotel zur Post". Das "Hotel zur Post" war wie das "Hotel Deutsches Haus" auch jahrzehntelang Tagungslokal des "Bund für Gotterkenntnis (Ludendorff) e.V." Beide Lokale haben (mindestens) in den 1980er Jahren ständig auch die NPD beherbergt.


In diesem Jahr tagen die Ludendorffer nicht im "Hotel Deutsches Haus", weil erfolgreich wirtschaftlicher Druck auf die Wirtsleute ausgeübt wurde nach dem Motto, wenn ihr weiterhin Ludendorffer bewirtet, dann machen wir unsere Veranstaltungen woanders.

Dass das "Hotel Deutsches Haus" jetzt kein Tagungslokal der Ludendorffer ist, ist keine plötzliche antifaschistische Einsicht der Wirtsleute, sondern andere haben erfolgreich wirtschaftlichen Druck ausgeübt. Dass das Deutsche Haus auch die Gesinnung gewechselt hat, ist nach 40jährigem Geschäfte-machen mit brauner Jauche erst noch zu beweisen.

Jahrelang wurde unser Protest gegen Ludendorffer als Nestbeschmutzung öffentlich verurteilt. Die Jugendlichen des Internationalen workcamp Bergen-Belsen u.a. aus Israel und Südafrika mussten sich von einigen Dorfmarkern schlimmste rassistische Beleidigungen anhören. Manche waren sich nicht zu blöd den Hitler-Gruß zu zeigen.

Unsere langjährigen Proteste, kritische Berichte überregionaler Medien und antifaschistische Recherche haben Druck aufgebaut und bei manchen Einsicht und Sympathie für unsere Sache geschaffen. Nur dadurch ist der diesjährige Teilerfolg gelungen: keine Ludendorffer-Tagung im "Hotel Deutsches Haus". Das haben wir gemeinsam erreicht.

Und wir werden auch noch einen vollen Erfolg feiern: die Auflösung der Ludendorffer.

Seit etwa 40 Jahren führen die Ludendorffer ihre Frühjahrs- oder Ostertagung im Deutschen Haus und anderen Quartieren in Dorfmark durch. Jahrelang konnten sie gar die Schule benutzen. Sie tagten hier bereits vor 1977, also zu einer Zeit als die Organisation der Ludendorffer noch verboten war. Der 1937 gegründete heidnisch-germanische Verein, war nach 1945 verboten, wurde 1951 neu gegründet und 1961 erneut verboten. Nach langem Rechtsstreit hob ein bayrisches Verwaltungsgericht 1977 das Verbot wegen Verfahrensfehlern auf. Die ideologische Gründerin Mathilde Ludendorff wurde 1950 in einem Entnazifizierungsverfahren zunächst als Hauptschuldige, später als Belastete eingestuft. Der "Bund für Gotterkenntnis (Ludendorff) e.V." ist eine Erfindung der selbsternannten Philosophin Mathilde Ludendorff und wurde als sog. "Glauben" propagandistisch unterstützt von ihrem Gatten, dem General des 1. Weltkriegs und Hitler-Putsch-Gefährten von 1923, Erich Ludendorff. Die Schriften der Gründer sind bis heute für die Ludendorffer so zentral wie die Bibel für Christen.

Die Lehre der Ludendorffer ist ein Konglomerat aus Verschwörungstheorien. Ein paar Zitate: Dieser Herrenmenschenglaube teilt die Menschen in "Licht- und Schachtrassen". Die nordischen "Lichtrassen" seien "dem Göttlichen nahe", die "Schachtrassen" "unvollkommen und sündhaft". Die einen seien von Natur aus zum Herrschen, die anderen zum Dienen bestimmt. "Deutsche Gotterkenntnis ist abhängig vom Rasseerbgut", heißt es bei Mathilde. Aus diesem Grund führe "Blutsmischung" zum "Vokstod". Das "entwurzelte jüdische Volk" erstrebt die Weltherrschaft in Gestalt von Kommunismus, Freimaurertum und katholischer Kirche, die in Wahrheit "verjudete" Inhalte vertritt. Deutsche Kinder würden durch eine "verjudete christliche Erziehung" geschädigt.

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Rassistische Ideologien waren schon immer der Boden für Verbrechen an Menschen, sei es das historische Nazi-Deutschland oder die Anschläge und Morde durch Neonazis. Dank PEGIDA ist die Zahl rassistischer Anschläge in den letzten Monaten wieder gestiegen. Dass Ludendorffer auch ganz persönlich nicht harmlos und friedlich sind, haben sie in Dorfmark längst bewiesen. Ostern 2010 griff eine Gruppe von Ludendorffern Journalisten an, die den prominenten Altnazi Hajo Herrmann fotografieren wollten.

Mehrfach in Dorfmark dabei war der bekannte Nazi-Aktivist Steffen Hupka. 2012 erging er sich erst in Drohgebärden und zerschlug dann die Kamera eines Journalisten. Gern gesehener Tagungs-Gast ist die bekannte Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck-Wetzel.

Über Jahrzehnte bis heute werden die Ludendorffer nicht nur durch manche unverbesserliche Dorfmarker verharmlost, sondern vor allem durch den staatlichen Geheimdienst Verfassungsschutz. Da uns Nazi-GegnerInnen Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius heute eine Grußadresse geschickt hat, dürfen wir erwarten, dass die Landesregierung diesen bluts-elitären Rassisten-Club endlich auflöst und verbietet. Und wir erwarten, dass wir AntifaschistInnen nicht ständig durch den polizeilichen Staatsschutz bespitzelt werden, sondern die Polizei stattdessen den Club der menschenfeindlichen Ideologen und ErzieherInnen auseinandertreibt.

- Dass die Ludendorffer keine harmlose überalterte aussterbende Sekte sind beweisen die Familien mit Kindern und Jugendlichen die z.B. 2014 und auch heute die Ludendorffer-Tagung besuchen.

- Die Ludendoffer-Ideologie wird in der Nazi-Szene gelebt, da gibts allerlei rassistischen Germanen-Heldenglauben

- Die Ludendorffer haben hier vor Ort immer noch allerlei Verteidiger und Unterstützende

- Das verwundert alles nicht, denn die wiederkehrenden Untersuchungen der Friedr.-Ebert-Stiftung (FES) über gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit ergeben eine hohe Verbreitung rassistischer Gesinnung. Fast die Hälfte der Bevölkerung haben eine diskriminierende Haltung gegenüber Asylsuchenden und Langzeitarbeitslosen. Das paart sich mit hohen Zustimmungswerten zur Verharmlosung des Naziregimes und aktuellem Wunsch nach einer Führer-Diktatur.

Die Untersuchung stellt fest, dass die wirtschaftliche Wettbewerbslogik, das Kosten-Nutzen-Kalkül, die Gründe für die Abwertung von Erwebslosen, Behinderten, Sinti und Roma und anderen liefert.

Die Ideologie vom "Recht des Stärkeren" und der Ausgrenzung anderer verbreitet sich in Köpfen. Hier sieht die FES das Mobilisierungspotential für rechte Rattenfänger. Vom Herrenmenschentum der Ludendorffer zieht sich eine Linie bis zu PEGIDA und AfD. Sie alle finden einen gut gedüngten Kackbraunen Boden vor - mitten in der Gesellschaft.

Professorin Dr. Gesine Schwan hat im Januar 2015 erklärt:
"Wenn die Diskrepanzen zwischen Arm und Reich immer größer werden, wenn vielen Menschen der Mittelschicht Prekariat und jederzeitiger sozialer Abstieg droht, dann sucht sich diese mit Ohnmacht gepaarte Angst eben als Blitzableiter jene Menschen, an denen sie ohne Gefahr ihre Wut abreagieren können".

Da werden also Ausgegrenzte und besonders Arme zu Schuldigen an der sozialen Misere in der Mitte der Gesellschaft erklärt. Es sind aber nicht Hüsein und Achmed, die Tarifarbeitsplätze zu prekären Jobs machen. Nicht MigrantInnen und Benachteiligte sind verantwortlich für Hartz4, Zerstörung des Gesundheitswesens und Rentenarmut. Es sind nicht Aische oder Nala die den KollegInnen bei Amazon vernünftige Arbeitsbedingungen und einen Tarifvertrag verweigern.

Rassismus ist keine Lösung für soziale Probleme!!

Das Beste, was wir tun können, ist vorbildlich handeln, wie

- der Unterstützerkreis, der sich jahrelang für die Rückkehr der abgeschobenen Bomlitzer Famile Atarov engagierte

- wie Familie Paulus und die Walsroder Trommelgruppe, die viel zum Schutz von Arnoud Touvoli taten, aber seine Abschiebung nicht verhindern konnten

- wie jene, die gegen Abbau des Sozial- und Gesundheitswesens und für humane Arbeits- und Lebensbedingungen streiten und streiken

- und wie jene, die elitäre und rassistische Organisationen blockieren.

Toleranz und Meinungsfreiheit endet da, wo eine Weltanschauung von Ausbeutung, Ungleichheit, Rassismus und Faschismus propagiert und praktiziert wird.

Denn das ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen !!

Wir wollen keine Regierenden, die vor Krieg und Armut Fliehende im Mittelmeer ersaufen lassen. Wir brauchen keine verschärften Asylgesetze, sondern Auflösung der Ludendorffer und aller faschistischen Organisationen !!

Die Grenzen verlaufen nicht zwischen Staaten, sondern zwischen oben und unten!!

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