Overblog Folge diesem Blog
Edit post Administration Create my blog

Bleiberecht für ALLE - Bomlitz kämpft für Familie Atarov

14. Dezember 2007 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Antirassismus | Asyl

Rat Bomlitz engagiert sich für Familie Atarov

20070925 Atarov Flyer Walsroder Zeitung vom 28.09.2007:
Auftrag für Bürgermeister: Lebid soll sich für Rückführung der abgeschobenen Familie einsetzen.
In die Bemühungen um die abgeschobene Familie Atarov aus Bomlitz (WZ berichtete) kommt neue Bewegung: Die Ratsmitglieder beauftragten am Mittwochabend in einer offiziellen Resolution den Bomlitzer Bürgermeister, sich für die Rückführung der jesidischen Familie einzusetzen. Auch ein Gespräch beim Landrat Manfred Ostermann, das gestern Abend stattfand, soll jetzt Klarheit in die Angelegenheit bringen.

Bomlitz. Acht Wochen ist es mittlerweile her, dass die Bomlitzer Familie Atarov über Nacht von Polizeibeamten aus ihrer Wohnung im Papiermacherkamp abgeholt und noch am selben Tag in ihr Heimatland Armenien abgeschoben wurde. Vor allem die beiden Söhne Rostam und Zoro waren aufgrund ihrer Mitgliedschaft in der Taekwondo-Sparte bei vielen Bomlitzern bekannt und beliebt. Seit der Abschiebung, die für die Familie und deren Freunde völlig überraschend kam, engagieren sich zahlreiche Menschen für die Familie. Jetzt hat auch der Rat Bomlitz die Initiative ergriffen und einstimmig eine Resolution verabschiedet, nach der der Bürgermeister beauftragt ist, sich im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten für die Rückführung der Familie einzusetzen. „Wir werden mit diesem Beschluss die Welt nicht wieder heile machen können, aber wir wollen helfen", begründete CDU-Fraktionsvorsitzender Hermann Norden die Entscheidung. Gleichzeitig würdigten die Ratsmitglieder damit das Engagement der Bomlitzer. Dahinter stehe eine starke Motivation und ein sehr menschliches Einsetzen ohne jedes politische Interesse, so die einhellige Meinung.

Auch ein Gespräch beim Landrat konnte die Gruppe jetzt erwirken. Gestern Abend empfing Manfred Ostermann drei Mitglieder der Initiative für die Familie Atarov. „Wir freuen uns sehr über die Bereitschaft des Landrates, sich unser Anliegen anzuhören", sagte Niels Müller, Leiter der Taekwondo-Sparte. Die Mitglieder erhoffen sich, mehr über die Gründe und Umstände der Abschiebung durch den Landkreis zu erfahren.

Wie es derzeit um die Familie steht, konnte eine Flüchtlingsberaterin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) aus Hamburg vor kurzem in Erfahrung bringen. Sie hat die Familie in Armenien besucht und ihnen persönliche Dinge vorbei gebracht. „Die Lebensbedingungen sind miserabel, die Familie lebt in einem Stall und hat überhaupt keine Chance, ihre Situation in irgendeiner Form zu verbessern", berichtete ein Mitglied der Aktionsgruppe nach einem Telefonat mit der Flüchtlingshelferin beim wöchentlichen Treffen für die Atarovs. Sobald die DRK-Mitarbeiterin zurück in Deutschland ist, will sie die Bomlitzer besuchen und ihnen Filmaufnahmen von der Familie zeigen.

Einen ersten Erfolg konnte die Aktionsgruppe übrigens erzielen: Die erforderlichen 6000 Euro, um den ältesten Sohn Oro vom Militär freizukaufen, sind überwiesen. Der 17-Jährige wird im Oktober volljährig und müsste dann eigentlich zum Dienst bei der Armee antreten.

Diesen Post teilen

Repost 0

Kommentiere diesen Post