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Ratzeburg: 300 gegen rechte Gewalt

3. Februar 2008 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Kampf gegen Nazis - Norddeutschland

Ratzeburg: 300 gegen rechte Gewalt

Red_Angel 02.02.2008 20:30 Themen: Antifa
 
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Am ersten Weihnachtstag überfielen mehrere Neonazis eine kleine Gruppe Jugendliche. Ein Opfer des Gewaltaktes verliert auf einem Auge einen Großteil seines Augenlichtes. Heute demonstrierten 300 Antifaschisten aus Solidarität in Ratzeburg (Schleswig - Holstein), dabei kam es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. Die hatte größes Gerät aufgefahren. Zwei Wasserwerfer und sogar ein Räumpanzer wurden in die Kleinstadt verlegt.
Gegen 12:00 Uhr setzte sich die Demonstration in Bewegung. Bereits zu Beginn wurde von Seiten der Teilnehmer deutliche Kritik an der lokalen Polizei geübt. So wurde bemängelt, dass dem eindeutig rechtsextremen Überfall politische Beweggründe abgesprochen wurden. Erst auf Druck lokaler Antifaschisten sei die Polizei zurückgerudert und habe den Zusammenhang eingestanden. Auch das Verhalten der Beamten direkt am Tattag wurde kritisiert. So wurde der Polizei vorgeworfen nicht energisch genug zu ermitteln. Auf Unverständnis stieß etwa, dass die Beamten keine Beweissicherung vor Ort vorgenommen hatten. Nicht mal eine Opfervernehmung wurde angeordnet.
Die Polizei widerspricht dieser Darstellung entschieden. In einer Pressemitteilung heißt es u.a.:

"Bei dem Vorfall in der Nacht auf den 25.12.2007 war die Polizei bereits wenige Minuten nach der Tat am Einsatzort. Unmittelbar nach Aufnahme des Sachverhalts, fertigten die eingesetzten Polizeibeamten eine Strafanzeige und leiteten somit ein Ermittlungsverfahren aufgrund eines Körperverletzungsdelikts ein. Der Tatverdächtige und jetzige Beschuldigte in diesem Verfahren wurde noch während der Sachverhaltsaufnahme am Tatort von den eingesetzten Polizeikräften vorläufig festgenommen und dem Polizeigewahrsam zugeführt. Dort blieb er bis zum kommenden Morgen. Die Behauptungen, dass die Polizei nicht oder erst nach öffentlichem Druck tätig geworden war, entsprechen nicht den Tatsachen!"

 http://pinnwand.ln-online.de/herzogtum-lauenburg-020208-samstag-ratzeburg-demonstration-am-02022008/2463

Die Mitteilung erwähnt jedoch nicht, dass auch gegen eines der Opfer ermittelt wird. Ihm wird Beamtenbeleidigung und Sachbeschädigung vorgeworfen. Während der Auseinandersetzungen soll eine von ihm geworfene Flasche eine Fassade beschädigt haben.

Während der Demonstration hielt sich die Polizei zunächst stark zurück. In der Innenstadt kam es jedoch zu einigen Konfrontationen zwischen Linken und den Beamten. Das Ordnungsamt hatte aus 'verkehrstechnischen Gründen' die Route durch die Innenstadt untersagt. So mussten die hauptsächlich jugendlichen Teilnehmer durch eher schwach besiedelte Viertel ziehen.
Am Rand hatten sich dennoch zahlreiche Schaulustige eingefunden die neugierig die teils überregional angreisten Antifaschisten beäugten. Durch zahlreiche Flyer wurden die Anwohner über die Hintergründe der Demonstration aufgeklärt.
Dennoch wollten zahlreiche Teilnehmer ihren Protest über die Zustände in der Stadt auch im Zentrum verkünden. Ein Durchbruchsversuch scheiterte jedoch. Bei Rangeleien mit den Beamten gab es einige Verletzte. So musste eine Person behandelt werden, weil ein extrem lauter Knallkörper in seiner unmittelbaren Nähe explodiert war. Mindestens zwei Personen erlitten durch eingesetzte Polizeihunde leichte Bisswunden.
Obwohl sich die Situation inzwischen beruhigt hatte, ließ es sich die Polizei nicht nehmen einen Wasserwerfer und ein Räumpanzer aufzufahren. Die Demonstranten wurden aufgefordert zurück Richtung Bahnhof zu gehen. Daraus entstand recht schnell eine Spontandemonstration mit etwa 100 Teilnehmern. Vereinzelt wurden Gegenstände auf die Fahrbahn gezerrt. Die Polizei schritt jedoch nicht ein.
Teilnehmer sprachen von einem Erfolg der Demonstration. So konnte lokalen Antifaschisten der Rücken gestärkt werden auch zahlreiche Bürger wurden erreicht. Die heute erschienene 'Richtigstellung' der Polizei zeigt, dass hier ein Finger in die Wunde gelegt werden konnte.
Die Veranstalter sprachen von 350 Teilnehmern die Polizei gibt 300 an. Eigenen Beobachtungen bestätigen diese Zahlen.
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