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Was ist das: Der Bund für (Deutsche) Gotterkenntnis (auch Ludendorffer)

25. Februar 2008 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Artikelserie "Ludendorffer"

Der Bund für (Deutsche) Gotterkenntnis (auch Ludendorffer)

 

ist eine deutschvölkische, antisemitische Weltanschauungsgemeinschaft mit Sitz in Tutzing, die von den Verfassungsschutzbehörden als rechtsextrem eingestuft wird. Nach Eigenangaben beträgt die Anzahl der Mitglieder 12.000, der schleswig-holsteinische Verfassungsschutz geht von nur 240 Mitgliedern aus. Der Bund für Gotterkenntnis hat die Rechtsform eines eingetragenen Vereins. Die Vereinsmitglieder fühlen sich außerdem gemäß Paragraph drei ihrer Satzung "der Gotterkenntnis Mathilde Ludendorffs verbunden" und dürfen keiner Religionsgemeinschaft angehören.

 

Die Weltanschauung des Bundes für Gotterkenntnis basiert auf der Philosophie Mathilde Ludendorffs, die sie als Weiterentwicklung der Kant'schen Ideen versteht und bezieht sich dabei besonders auf die Idee des Dinges an sich. Die Gemeinschaft lehnt einen personalisierten Gott ab und sucht die Erkenntnis Gottes in dem sie umgebenden Weltall, das nach Überzeugung der Gemeinschaft von „göttlichen Wesen durchseelt“ ist. Diese Vorstellung ist pantheistisch.

„Wir nennen das Wesen aller Erscheinung des Weltalls „Gott“ oder auch das „Göttliche“ unter besonderer Betonung, dass dieses Wort für uns nicht das allergeringste mit einer Gottvorstellung der verschiedenen Religionen zu tun hat.“ – M. Ludendorff: Aus der Gotterkenntnis meiner Werke

Ergebnis der Gotterkenntnis im Ludendorff'schen Sinne ist das bewusste (Er)-Leben des Göttlichen, um so den Einklang der eigenen Seele mit dem Göttlichen zu erreichen.

„Der Mensch soll Wesenszüge des Göttlichen bewusst erleben, göttliches Wollen erfüllen und in Worten, Taten und Werken auf Mit- und Nachwelt ausstrahlen.“ – M. Ludendorff: AaO

Der Bund für Gotterkenntnis betrachtet die Trennung der Ethnien und Kulturen und die Vermeidung von Vermischungen als wichtigen Teil seiner Philosophie, da jedes Volk besondere Aspekte des Göttlichen repräsentiere und durch eine Vermischung von Volksgruppen und Kulturen diese verloren gingen.

„Sein Gottlied in Worten, Taten und Werken klingt daher anders als jenes eines anderen Volkes. Geht ein Volk unter, so schwindet hiermit ein Gottlied aus dem Chor der Völker. Es verarmt die Welt an Mannigfaltigkeit des Gotterlebens.“ – M. Ludendorff: Der Volksseele Wirken in der Menschenseele und ihre Verschüttung durch Fremdlehre und Rassemischung

 

Die Weltanschauung des Bundes für Gotterkenntnis ist nach Ansicht von Kritikern auch im Kern durchzogen von Rassismus und Antisemitismus sowie Verschwörungstheorien. Die Auffassung der je nach Ethnie unterschiedlichen „Gotterkenntnis“ und die daraus abgeleitete Forderung „Rassenvermischung zu vermeiden“ ist dafür ein Beispiel. Darüber hinaus ist die Gedankenwelt der Ludendorffer durch angebliche Verschwörungen von überstaatlichen Mächten geprägt, unter ihnen Juden, Freimaurer, Jesuiten und die römisch-katholische Kirche, die die Weltherrschaft anstrebten. Die bereits vor 1933 formulierte Ideologie wird unverändert bis in die Gegenwart weitervertreten: „Wir sind es gewohnt, in der Familie die heilige Kraftquelle eines wurzelfesten, rassebewussten Volkes zu sehen, und zu wissen, wie sehr sie auch noch den in ihrem Artbewusstsein entwurzelten Völkern Lebenskraft sicher kann.“ – Mathilde Ludendorf 1930/Mensch und Maß Nr.18, 9/1989, S. 863

 

Nachdem die beiden Vorläuferorganisationen Tannenbergbund und Deutschvolk am 22. September 1933 verboten wurden, erteilte Adolf Hitler Erich Ludendorff kurz vor dessen Tod die Erlaubnis zur Neugründung eines nationalreligiösen Vereines, der 1937 den Namen Bund für Deutsche Gotterkenntnis erhielt. Bereits vor 1933 distanzierten sich die Nationalsozialisten von Erich und Mathilde Ludendorff, deren Ausrichtung sie als zu radikal und zu transzendent empfanden. 1951 wurde der Bund offiziell neu gegründet. 1961 wurde er durch die Innenminister der Länder als verfassungsfeindliche Organisation und „Keimgebiet antisemitischer Gruppengesinnung“ (Verfassungsschutzbericht 1963) verboten. Im Jahre 1977 erfolgte die Aufhebung des Verbots der Ludendorffer wegen Verfahrensfehlern, jedoch wird der Bund bis heute vom Verfassungsschutz beobachtet. Der Bund für Gotterkenntnis unterhält mit dem Verlag Hohe Warte einen eigenständigen unternehmerischen Zweig, der die Weltanschauung der Ludendorffer publizistisch verbreitet. Es bestehen mehrere als Ahnenstätten bezeichnete Privatfriedhöfe, deren Nutzung den Angehören des Bundes vorbehalten ist bzw. war. Sie befinden sich im Eigentum von Gruppen, die mit dem Bund für Gotterkenntnis verbunden sind. Die weltanschaulichen Vorstellungen der Ludendorffer werden auf regelmäßigen Tagungen und Seminaren vermittelt. Daneben hat der Bund für Gotterkenntnis eine eigene Feierkultur. In aktuellen Veröffentlichungen prangert die Sekte eine drohende "Ausrottung des deutschen Volkes" an und warnt davor, dass "durch Zuzugsgenehmigungen für Primitivausländer der Schatz an hochwertigem Genmaterial zerstört" werden könne. Nach Einschätzung des stellvertretenden Leiters des schleswig-holsteinischen Verfassungsschutzes, Joachim Wegner, hängen die Sektenmitglieder einem "rassistischen und antisemitischen Gedankengut" nach. Deshalb stehe der "Bund für Gotterkenntnis" unter Beobachtung des Verfassungsschutzes.

 
Die Bundeszentrale für politische Bildung in ihrem Internetauftritt:

Der Bund für Gotterkenntnis (Ludendorff) e.V. (BfG) geht auf die Lehren von Mathilde Ludendorff (1877 − 1966), der Ehefrau von Hitlers Kampfgefährten Erich Ludendorff (1865 − 1937) zurück. Das Denken Mathilde Ludendorffs war von antisemitischen Verschwörungstherorien geprägt. Der von den Eheleuten Ludendorff gegründete Verein „Deutsche Gotterkenntnis“ wurde 1937 von Hitler als Religionsgemeinschaft anerkannt. Die rassistische Sekte wurde nach 1945 von den Besatzungsmächten verboten und Mathilde Ludendorff als NS-Aktivistin eingestuft. 1951 kam es unter dem Namen "Bund für Gotterkenntnis" zu einer Neugründung, 1961 wurde die völkisch-antisemitische Sekte in einigen Bundesländern wegen Verfassungsfeindlichkeit verboten. Ein bayerisches Verwaltungsgericht hob wegen Verfahrensfehlern das Verbot im Jahr 1977 jedoch auf. Die rassistische Organisation steht unter Beobachtung mehrerer Verfassungsschutzämter. Amtlichen Angaben zufolge gehören dem in Tutzing in Oberbayern ansässigen BfG rund 240 Mitglieder an. Seinem eigenen Anspruch nach ist der BfG eine "Weltanschauungsgemeinschaft. Seine Aufgabe ist es, die Erkenntnisse der Philosophin Mathilde Ludendorff zu pflegen und weltanschaulich suchenden Menschen zu übermitteln", wird in der Eigendarstellung des BfG geworben.


In einer Schrift der "Ludendorffer" heißt es u.a.: "Aus der unterschiedlichen Art des religiösen Erlebens erkennt die Philosophie sog. 'Lichtlehren' und 'Schachtlehren'. Dabei wird erkannt, dass sich die Rassen und Völker mit Lichtlehren dem Göttlichen nahe wähnen, während die Rassen mit Schachtlehren im Gehorsam gegen Gott ihr tiefes religiöses Erleben finden." Seit über 30 Jahren findet in der niedersächsischen Heide die Ostertagung des BfG statt. Auf dem Programm der diesjährigen viertägigen Tagung im April standen neben einem "Bunten Abend" Vorträge über Themen wie "die alleinige und alleinende Gottheit", "die Wikinger − Aufstieg und Niedergang eines frühmittelalterlichen Kulturkreises" sowie "Reichtum der Genialität − zum 130. Geburtstag der Philosophin Mathilde Ludendorff". Alle 14 Tage erscheint die Zeitschrift „Mensch und Maß − Drängende Lebensfragen in neuer Sicht“ mit einer Auflage von amtlich angegebenen 2000 Exemplaren. "Mensch und Maß" ist das Organ des BfG, laut Verfassungsschutz wird in der Publikation für rassistische und antisemitische Aussagen geworben. Herausgegeben wird "Mensch und Maß" vom Verlag Hohe Warte, der in Pähl bei Weilheim in Oberbayern seinen Sitz hat. Verlagsleiter war bis 2003 Freiherr Franz Karg von Bebenburg, der Schwiegersohn von Mathilde Ludendorff.

10. Mai 2007 Bundeszentrale für politische Bildung
  In der Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Siegfried Vergin, Klaus Barthel, 
Ingrid Becker-Inglau,

weiterer Abgeordneter und der Fraktion der SPD - Drucksache 13/5349 – vom 21.08.1996 zu
Neugermanisch-heidnische Gruppen

und Rechtsextremismus in der Bundesrepublik Deutschland heißt es unter Frage 12.:
  12. Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung über den laut den von der Berliner Senatsverwaltung für Jugend 
und Familie

1994 herausgegebenen »Informationen über neue religiöse und weltanschauliche Bewegungen und so genannte
Psychogruppen«

zu den neugermanischen und heidnischen Zusammenschlüssen in Deutschland zählenden, aber eher völkisch
geprägten

»Bund für Gotteserkenntnis« bzw. die so genannte Ludendorff-Bewegung und deren Ziele?
  Der »Bund für Gotterkenntnis (Ludendorff) e .V.« (BfG) ist eine 1937 gegründete, rund 240 Mitglieder umfassende 

Weltanschauungsgemeinschaft (vgl. insoweit die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts vom 23.März 1971,
BVerwGE 37, 344 ff.),

die von dem Arzt Dr. Günther Duda geleitet wird. Als Mitteilungsblatt des BfG dient die im Verlag »Hohe Warte«
erscheinende Schrift

»Mensch und Maß«, die von Freiherr Franz Karg von Bebenburg herausgegeben wird. In ihr und bei Veranstaltungen
des BfG wird

die antipluralistische und rassistische, insbesondere antisemitische Weltanschauung
der Mathilde Ludendorff
vertreten.

Der BfG und seine Schrift »Mensch und Maß« wurden in der Vergangenheit mehrfach in den Verfassungsschutzberichten
des

Bundes erwähnt, so z. B. in den Berichten 1983 (S. 143), 1984 (S. 161) und 1986 (S. 187).

 

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Manfred Aschpalt 03/11/2009 18:16

Es gibt nicht nur ein Programm einer anderen Weltanschauung eines Ludendorffers!Ich bin am 1.11.1937 in Juwend/Ludendorff geboren und habe ein eigenes Programm für eine eigenen Gesellschaftsordnung >Evolutionspartei Deutschland< erstellt. Von dem Programm Erich und Mathilde Ludendotff trennen mich Welten! Am 8. März 2001 habe ich dieses Programm dem Bundeswahlleiter, 65140 Wiesbaden, vorgelegt. Am 20.04.2001habe ich meinen Entwurf mit geringen, formalen Änderungsempfehlungen bestätigt bekommen.Aus rein finanziellen Gründen ist die Verfolgung der neu etworfenen Gesellschaftsordnung bisher von mir nicht verfolgt worden!Es gibt also neben dem "Gottgefälligen" Programm der Fam. Ludendorff ein weiteres Ludendorffer Programm für eine neue Gesellschaftsordnung; hier: nach den Gesetzmäßigkeiten der Evolution!Mit freundlichen GrüssenManfred Aschpalt, Joseph-Haydn-Str. 29, 71254 Ditzingen Telefon:07156-32281