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Ludendorffer eine «Bedrohung für die Demokratie»

8. März 2007 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Artikelserie "Ludendorffer"

Ludendorffer eine «Bedrohung für die Demokratie»

Dorfmark.  Seit über 30 Jahren hält der «Bund für Gotterkenntnis (Ludendorffer)» seine Ostertagung in Dorfmark ab. Mit 80 Menschen gut besucht war eine Informationsveranstaltung, zu der Antifaschistische Initiative, Umweltschützer, Gewerkschaften sowie Grüne, SPD und Die Linke eingeladen hatten. Vier Nazis schickte die Polizei weg. Versammlungsleiter H-D. Charly Braun (DGB) erklärte, dass man das vermeintlich harmlose Treiben seit über 25 Jahren beobachte. Öffentliche Erklärungen seien ungehört geblieben. Man habe aber erreicht, dass die rassistischen Ludendorffer nicht mehr die Schule benutzen könnten.

Nicole Ahrens, Mitorganisatorin von den Jusos, berichtete, dass es schwer gewesen sei, diesen Infoabend zu organisieren. Während Kirchenvertreter aus der Nachbarschaft Mut machten, habe der Dorfmarker Kirchenvorstand dafür keine Räume zur Verfügung gestellt.

Wie gefährlich die germanisch-heidnische Sekte ist, erläuterte Pastor Jürgen Schnare. Der Leiter der Arbeitsstelle für Weltanschauungsfragen der Evangelischen Landeskirche stellte dar, dass der «Bund für Gotterkenntnis» auf Mathilde Ludendorff, die Frau des bekannten Generals des 1. Weltkrieges zurückgehe. Während General Ludendorff lange an der Seite Hitlers stand, erfand seine Frau eine eigene rassistische Weltanschauung. Danach sind Menschen in «Licht- und Schachtrassen» unterteilt, die einen von Natur aus Herrscher, die anderen quasi Untermenschen. Mathilde Ludendorff schrieb, dass die «Rassetugenden mit dem Gotterleben» verwoben seien und «Blutsmischung» zum «Volkstod» führe. «Volksuntergang in Entartung» nahe auch, wenn das «Volk aus seinem arteigenen Gotterleben entwurzelt wird durch eine Fremdlehre». Solche Lehren seien die «riesige Verschwörung der Juden», das Christentum, die Freimaurerei und der Sozialismus. Die Lösung sei «Erhaltung der Rassereinheit und die Pflege des arteigenen Gotterlebnis, der arteigenen Kunst, arteigenen Sitten.»

Pastor Schnare bewertete die Ludendorffer als eine «Bedrohung für die Demokratie». Während Beobachter darstellten, dass viele Familien an den Ludendorffer-Treffen teilnehmen und allerlei Jugendliche gar das Raiffeisengebäude nutzen, erklärte ein Senior, dass seine Enkel auch dabei seien und nicht von ihrer Rassenlehre abzubringen seien. Dass sie in die Heide kommen, hat auch den Grund, dass sie hier Mitglieder haben. Kein Wunder, dass in der ausgiebigen Diskussion Wertungen wie «dieser Rassismus ist ideologische Basis für die Neonazis», vorgebracht wurden. Tatsächlich nehmen bekannte Nazis an Ludendorffer-Treffen teil.

Einig waren sich alle Besucher in der Ablehnung der Ludendorffer. Während eine Pensionsinhaberin erklärte, sie würde ihre Gäste nicht fragen, ob sie katholisch, Ludendorffer oder Vegetarier seien, war zu erfahren, dass die Rechten ihre Gastgeber zur Teilnahme an ihrer Tagung einladen.

Der Grüne Ratsherr Egon Hilbich erklärte: «Wie ich die Dorfmarker kenne, werden sie sich jetzt darum kümmern. Zum Handeln forderte der stellvertretende Bürgermeister Steffen Ahrens (SPD) auf und betonte, dass Wegsehen nicht helfe und «ab heute steckt Dorfmark mitten in der Diskussion».

Antifaschistische Initiative SFA, DGB-Kulturarbeitskreis, 8.3.07

Arbeitskreis Umweltschutz Fallingbostel, IG Metall, ver.di, NGG, GEW, Bd.90/ Die Grünen, SPD, Jusos, H. Schui / MdB Die Linken

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