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Jugendliche aus 10 Ländern im Bunten Haus Internationales Jugendcamp Bergen-Belsen studiert Holocaust und erlebt aktuellen Rassismus.

25. März 2008 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Bergen Belsen



Bergen-Belsen/ Celle/ Dorfmark. 70 Jugendliche aus Israel, Niederlande, Südafrika, Deutschland und sechs osteuropäischen Ländern wurden jetzt von ihren Gastgebern des Internationalen Jugendworkcamp, den christlichen und gewerkschaftlichen Jugendverbänden verabschiedet.
Zwei Ereignisse der letzten Tage hinterließen starke Eindrücke: Der Antifaschistische Stadtrundgang und der Besuch des Bunten Haus in Celle und die Protestaktion gegen die rassistischen "Ludendorffer" in Dorfmark.

  Arne Hilbich (Teamer aus Fallingbostel) und Charly Braun (Bergen-Belsen-Verantwortlicher der DGB-Jugend Niedersachsen) informierten über den Weg zur Nazi-Diktatur und den Widerstand in Celle. In der Synagoge berichtete der Historiker Reinhard Rohde über lokale Opfer und Täter. Beim anschließenden historischen Rundgang führten Rohde und Braun die internationale Gruppe schließlich zum Denkmal für die Opfer des Faschismus in der Celler Trift.



Sehr angetan war die internationale Gruppe beim Kennenlernen alternativer Jugendkultur im Bunten Haus. Die Kulturangebote, die Unterstützung von Flüchtlingen, gemeinsames Kochen und das Engagement gegen Nazis beurteilten die jungen Russen, Slowaken, Israelis und all die anderen als "super" und nachahmenswert. Dass sozialer gleichberechtigter Umgang und selbstorganisiertes gemeinsames Leben vor Rassismus im eigenen Kopf schützt, konnte Pumeza Mandela den Akteuren des Bunten Haus, aus eigener Erfahrung, bestätigen. Die südafrikanische Delegationsleiterin ist die Nichte des Antiapartheitskämpfers und späteren Präsidenten Südafrikas.

Nach informativen Eindrücken des Truppenübungsplatzes Bergen, unterstützten die bunte Gruppe mit Transparenten, Straßentanz und "Youth against racism" (Jugend gegen Rassismus) die Proteste von SPD, Grünen, Gewerkschaften und Antifa-Initiative gegen das wiederholte Treffen des rassistischen "Bund für Gotterkenntnis (Ludendorffer) e.V." in Dorfmark. Nach deren "Glauben" strebe die "jüdische Schachtrasse" mittels ihrer Tarnorganisationen Kirchen, Kommunisten, Freimaurer die Weltherrschaft an. Bekannte Nazis nehmen immer wieder bei den Ludendorffern teil.
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Während die Polizei den hannoverschen und örtlichen Nazis der "Autonomen Nationalisten" Platzverweise erteilte, pöbelten und beleidigten etliche Dorfmarker Männer die internationale Gruppe mit Rufen wie: "Ölaugen", "Kanaken raus", "unter Hitler hätten die Neger nicht auf der Straße getanzt". Ein Mann, der sich gegenüber Journalisten als CDU-Mitglied vorstellte, behauptete lauthals, dass alle Ausländer Kriminell seien,  und zeigte den Demonstranten den Stinkefinger. Die Polizei schritt nicht dagegen ein.
"In Deutschland hat Rassismus noch einen Boden, aber auch Menschen die mit eigener Kultur und offenem Protest dagegen halten", kommentierten Pumeza Mandela und ihre neuen internationalen Freunde bei ihrer Abreise.

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