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Initiative protestiert gegen Tagung der "Ludendorffer" in Dorfmark

24. März 2005 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Artikelserie "Ludendorffer"

2005 bestand unser Protest gegen Ludendorffer in Dorfmark nur aus einer Pressemitteilung, die - ausgemommen RR - keine Lokalzeitung veröffentlichte.



 
POLITIK
"Schluss mit den Nazi-Treffen"
24.03.2005
 
Initiative protestiert gegen Tagung der "Ludendorffer" in Dorfmark
 
Dorfmark. (rm). Wie in jedem Jahr führen die als neonazistisch eingestuften „Ludendorffer“ von Karfreitag bis Ostermontag ihr Frühlingstreffen in einem Hotel in Dorfmark durch. Der DGB, die örtlichen Grünen, die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) und die Antifaschistische Initiative Soltau-Fallingbostel fordern „die gesamte Öffentlichkeit bis hin zum Bürgermeister der Stadt Fallingbostel auf, alles zu tun, damit diese als Kulturtreff getarnte Veranstaltung die letze der Faschisten in Dorfmark sein wird“.

Der „Bund für Gotterkenntnis Ludendorff“ wurde 1951 von Mathilde Ludendorff gegründet, Witwe des 1937 gestorbenen Weltkrieg-I-Generals Erich Ludendorff, der die Dolchstoß-Legende erfand und sich 1923 am Hitler-Putsch beteiligte. Mit Hitlers Einverständnis rief er kurz vor seinem Tod gemeinsam mit seiner Frau den völkisch-neuheidnischen „Bund für deutsch Gotteserkenntnis“ ins Leben.

Mathilde Ludendorffs Nachkriegs-Organisation wurde 1961 als verfassungsfeindlich eingestuft und verboten. 1977 hob ein bayrisches Gericht dieses Verbot wegen Verfahrensfehlern wieder auf. Laut Hamburger Verfassungsschutzbericht hatten die Ludendorffer 1995 rund 240 Mitglieder.

Der frühere Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Peter Frisch, nennt die Ludendorffer in seinem Manuskript „Der politische Extremismus in Deutschland“ von 1996 antipluralistisch und antisemitisch. Im Lexikon der Sekten, Sondergruppen und Weltanschauungen des Herder-Verlages ist der Bund unter dem Stichwort Neonazismus zu finden. Es soll viele inhaltliche und personelle Verbindungen zu entsprechenden Gruppen geben.

Egon Hilbich, Ratsherr der Grünen aus Bad Fallingbostel, charakterisiert die Lehre der Ludendorffer als Konglomerat aus Verschwörungstheorie und Pseudowissenschaft. Danach sei „Gotterkenntnis abhängig vom Rasseerbgut“. „Blutmischung“ führe zum „Volkstod“. Welche nicht „artgerecht leben“, verkämen zu „plappernden Toten“. Das „entwurzelte jüdische Volk“ erstrebe die Weltherrschaft durch Kommunismus, Freimaurertum, Judentum und die katholische Kirche, die in Wirklichkeit „verjudete Inhalte“ vertrete. Auch den Holocaust leugneten die Ludendorffer.

Eine Recherche der Rundschau im Internet stützt diese Darstellung. Das Institut für Sprach- und Sozialforschung der Universität Duisburg etwa reiht die Ludendorfer in eine Gruppe von „politisierenden Psychosekten von Rechts“ ein: Die Wissenschaftler Martin Dietzsch und Anton Maegerle schreiben: „Grundlage der Gotterkenntnis von Mathilde Ludendorff ist die Überzeugung, dass jeder Art oder Rasse sich die Erkenntnis Gottes auf eine jeweils besondere Weise offenbare. Rassenvermischung führe deshalb zum Verlust der Möglichkeit von Gotterkenntnis. Nach Mathilde Ludendorff sind die Geschicke der Welt seit Jahrhunderten dem konspirativen Wirken überstaatlicher Mächte, den Juden, Jesuiten und vor allem der Freimaurer unterworfen.“

© Rotenburger Rundschau

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