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Antifa-Workcamp vom 26.7.-3.8.

27. Mai 2008 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Kampf gegen Nazis - Bundesweit

Antifa-Workcamp vom 26.7.-3.8.

geschrieben von Antifaschistische Linke Berlin
WEIMAR/BUCHENWALD Vom Samstag den 26.7. bis Sonntag den 3.8.2008 findet nahe des ehemaligen KZ Buchenwald das 20. Antifa Camp Weimar/Buchenwald statt.

Wie in den Jahren zuvor ist sind die praktischen Arbeitsprojekte wichtiger Bestandteil des Antifacamps. Es gibt politische Veranstaltungen, sowohl auf dem Campgelände, als auch in der Weimarer City. Alle Infos unter: www.buchenwald-camp.antifa.de

Aufruf des Antifa-Camps Weimar/Buchenwald 2008

 „Wir stellen den Kampf erst ein, wenn auch der letzte Schuldige vor den Richtern der Völker steht. Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung.
Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.“

Auszug aus dem Schwur von Buchenwald

Die Story
1990 fand sich ein kleiner Kreis von engagierten Antifaschistinnen zusammen, um auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald durch aktive praktische und politische Arbeit den Verfall der Gedenkstätte aufzuhalten und damit dem Vergessen entgegen zu wirken. In der damaligen Situation sollte von rechten Kreisen die allgemeine Stimmung ausgenutzt werden die die KZ Gedenkstätte mit der DDR gleichsetzen sollte. Es  wurden  Diskussionen geführt die forderten die Gedenkstätte zu schließen. Diesen rechten „Roll Back“ sollte mit unserem Antifacamp entgegen gewirkt werden.   Dabei stand nicht nur die Arbeit auf der Gedenkstätte im Vordergrund, sondern auch die Auseinandersetzung mit der Gedenkstättenpolitik der jetzigen Gedenkstättenleitung und ihrem Geschichtsrevisionismus sowie aktuellen politischen Problemen.

Seit dieser Zeit etablierte sich das jährlich stattfindende Antifa-Camp zu einer festen Größe im überregionalen Antifa-Spektrum, das auch immer wieder dieses Antifacamp belebte, wie auch bei dem geschichtsüberdrüssigen Weimarer Bürgertum, das immer wieder gern von dem Treiben der Nazis auf dem Ettersberg nichts gewusst haben will.

Die Arbeit mit der Gedenkstätte und andere Probleme
Ob Arbeitsverbote auf der Gedenkstätte, Polizeischikanen während der Arbeitsprojekte oder Neonazi-Demonstrationen gegen das Camp, während der letzten 19 Camps ist einiges passiert. Das, dass Antifa-Camp Weimar/Buchenwald trotz vieler Probleme in der Vergangenheit und stetiger Auseinandersetzungen mit der Gedenkstättenleitung dieses Jahr nun schon zum 20sten mal stattfindet zeugt nicht nur von einem über die Jahre entstandenen „know how“, sondern auch von einem festen Willen, im Sinne des Schwurs von Buchenwald aktiv in die Belange der Gedenkstättenarbeit sowie rechtsextremer Strukturen in Weimar einzugreifen. So ist die Auseinandersetzung mit der Gedenkstättenleitung gerade dieses Jahr wieder ein Kerninhalt des Camps, da von der Gedenkstätte trotz detaillierter Belege und selbst gegen Zeitzeugenberichte Überlebender ehemaliger Buchenwald- Häftlinge eine Selbstbefreiung des KZ´s weiterhin geleugnet und als Propaganda bezeichnet wird.

20-tes Antifa-Camp Weimar/Buchenwald. Was geht?
Neben unserem wirken gegen den „Abbau des Gedenkens“ und der Verfälschung der Geschichte seitens der Gedenkstätte steht die in den letzten Jahren wieder erstarkende Weimarer Neonazi-Szene sowie die revisionistisch Ignorante Bevölkerungsschicht der so genannten „Dichter und Denker“ Stadt natürlich auch im Mittelpunkt unserer Aktivitäten.

Neben den täglichen praktischen Arbeitsprojekten auf der Gedenkstätte und öffentlichen Lesungen antifaschistischer Texte wird es auch dieses Jahr wieder interessante Veranstaltungen wie Konzerte oder Lesungen sowie Diskussions- und Zeitzeugenveranstaltungen geben. Für den Rest der Zeit bietet die Stadt Weimar ausreichend Aktionspotential für Freund_Innen des praktischen Antifaschismus.

Wie geht’s!
Das Antifa-Camp Weimar/ Buchenwald ist wie in den vergangen Jahren ein gleichberechtigter Zusammenschluss von Anifaschistischen Gruppen, Organisationen und auch Einzelpersonen vor dem Hintergrund des „Schwurs von Buchenwald“. Ziel ist die aktive antifaschistische Arbeit und nicht das Aufarbeiten innerlinker Konflikte. Als einzig Beschluss fassende Struktur dient das allabendliche Camp-Plenum wo jeder TeilnehmerIn die gleichwertige Einflussnahme zur Struktur und Funktion des Camps ermöglicht ist. Alle CamperInnen können somit auch in allen anderen Bereichen des Camps aktiv mitbestimmen und sich verwirklichen.

Denn das Camp sind wir alle.

Antifaschismus in Weimar?
Das 20ste Antifa-Camp Weimar/ Buchenwald in diesem Jahr ist nicht nur auf Grund seiner Tradition sondern vor allem vor dem Hintergrund der gerade jetzt existenten geschichtsrevisionistischen Ausrichtung der regionalen bürgerlichen Akteure ein mehr als wichtiger Punkt der aktiven Einflussnahme aus antifaschistischer Sicht. Eine sich neustrukturierte Weimarer Neonazi-Szene die sich selbst immer offensiver darstellt und zunehmend ebenso agiert, stellt einen weiteren antifaschistischen Handlungsbedarf dar. Antifaschistisches Engagement findet in Weimar nur von „autonomen Antifaschisten“ statt, deren nachhaltiger antifaschistischer Ansatz sich mit dem des bürgerlichen „Weimarer BGR“ im Widerstreit steht. Dieses übt sich regelmäßig dann im punktuellen „So–nun-aber-doch-nicht Betroffenheitsagieren“ wenn Nazis in Weimar zu öffentlich das „Image der Stadt“ zu besudeln drohen. Das die Nazis unterhalb dieser „Erregungsschwelle“ weiterhin ungehindert an der Verfestigung ihrer basisbezogenen Einbindung in die Gesellschaft arbeiten können, scheint den Akteuren des BGR nicht bewusst oder auch egal zu sein. Das ein solches Verhalten den „Status Quo“ zu Gunsten der Nazis verschiebt, sollte Mensch eigentlich aus der Geschichte der damaligen „Weimarer Republik“ wissen.

Das diesjährige Antifa-Camp bietet damit wieder einmal die Möglichkeit der direkten antifaschistischen Aktionen in einer Region die ihren verbrecherischen Schatten bis in die jetzt -Zeit wirft. In einer Stadt, die mit der Geschichte des deutschen Faschismus so eng verbunden ist wie Weimar, wo der geschichtliche Fokus immer noch klar auf das schaffen Goethes und Schillers gesetzt wird, ist ein antifaschistisches Eingreifen wichtiger denn je.

Wo der Tausendfache Mord und das Gedenken an die Opfer der deutschen-Barbarei revisionistisch untergraben wird, wird antifaschistischer Widerstand zur Pflicht.


Alle Infos unter: www.buchenwald-camp.antifa.de

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