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2. Internationale Bergen-Belsen Konferenz

22. Januar 2011 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Bergen Belsen

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Jüdisches Mahnmal in Bergen-Belsen 
(Kolorierte Bleistiftzeichnung von ©Heide Kramer, 6.8.2002)


Das soziale Gedächtnis und die Gemeinschaften der Überlebenden:
Bergen-Belsen in vergleichender Perspektive
Social Memory and Survivor Communities:
Bergen-Belsen in Comparative Perspective
3. bis 5. Februar 2011
„Werkhof“, Hannover Nordstadt, und Gedenkstätte Bergen-Belsen
Tagung des Forschungsprojekts „Erinnerte Gemeinschaften“
(Historisches Seminar, Leibniz-Universität Hannover/Stiftung niedersächsische Gedenkstätten),
gefördert aus dem Programm „Pro... mehr Niedersachsen“
(Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur)
Überlebende der NS-Verfolgung scheinen in Medien und Öffentlichkeit seit einigen Jahren
allgegenwärtig. Doch lange Zeit waren sie kaum sichtbar und wurden nicht als Individuen
wahrgenommen. Wie haben die Überlebenden und ihre Gemeinschaften aber nach 1945
selbst als Akteure der sozialen Erinnerung den Umgang mit den nationalsozialistischen
Verbrechen geprägt? Diese Frage steht im Zentrum der 2. Internationalen Bergen-Belsen
Konferenz, zu der vom 3. bis 5. Februar 2011 renommierte Wissenschaftler aus Europa
und den USA in Hannover und Bergen-Belsen zusammenkommen.
Die Tagung lenkt den Blick auf das oft spannungsvolle Verhältnis zwischen dem individuellen und
kollektiven Erinnern der Überlebenden und den öffentlichen, lange Zeit national geprägten Deutungen
des Nationalsozialismus. Sie wird den Wandlungen der Erinnerungspraktiken von Überlebenden,
ihren Gemeinschaften und Verbänden in deren jeweiligen nationalen Kontexten nachgehen.
Erst durch die politische Wende von „1989“ hat sich mehr Raum für persönliche Erinnerungen
und transnationale Deutungen der NS-Verbrechen ergeben. Insbesondere dieser Aspekt
wird am 3. Februar in einer öffentlichen Podiumsdiskussion im Leibnizhaus Hannover ab
19.30 Uhr diskutiert.
Im Rahmen der Tagung werden zahlreiche Beispiele für Erinnerungspraktiken von Überlebenden
aus Frankreich, Israel, den Niederlanden, Polen und den USA vorgestellt. Welche Bedingungen
haben die Erinnerungen der Überlebenden beeinflusst? Welche Bedeutung kam dabei den spezifischen
Überlebensbedingungen in den Lagern zu? Für die ehemaligen Kriegs- und Konzentrationslager
Bergen-Belsen, Buchenwald, Dachau, Flossenbürg oder Ravensbrück steht ihre Nachgeschichte
als reale wie imaginäre Erinnerungsorte zur Diskussion. Welche Rolle spielten dabei
die jeweiligen Lagergemeinschaften nach 1945? Wie haben Überlebende die nationalen Erinnerungsnarrative
sowie transnationale, europäische und globale Formen des Erinnerns an die NSVerbrechen
beeinflusst?
Die Tagung geht vom Forschungsprojekt „Erinnerte Gemeinschaften: Zwangs- und Zufallsgemeinschaften
des Konzentrationslagers und DP-Camps Bergen-Belsen seit Ende des Krieges“
aus (www.erinnerte-gemeinschaften.uni-hannover.de). Die beiden Projektleiter – Prof. Dr. Claus
Füllberg-Stolberg vom Historischen Seminar der Leibniz Universität Hannover und PD Dr. Habbo
Knoch, Geschäftsführer der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten – sehen in der Tagung und
dem Kooperationsprojekt einen wichtigen Beitrag „zur weiteren Verknüpfung von Forschung und
Gedenkstättenarbeit". Das niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur fördert das
Forschungsprojekt aus Mitteln des Programms „Pro Niedersachsen“.
Historische Untersuchungen von Erinnerungskulturen gewinnen angesichts des nahenden Zeitalters
nach den Überlebenden wachsende Bedeutung. Die 2. Internationale Bergen-Belsen Konferenz
knüpft vor diesem Hintergrund an die Tagung „Witnessing: Sites of Destruction and the
Representation of the Holocaust“ vom Januar 2009 an. „Gerade in einer Zeit intensiven globalen
Austauschs über das Gedenken an Gewalt und Völkermord“, so Knoch, „müssen wir die Besonderheiten
der NS-Verbrechen auch anhand der Erinnerungen von Überlebenden und ihrer Mitgestaltung
der Erinnerungskultur nach 1945 sichtbar machen.“
Der Teilnehmerkreis an der Tagung ist mit Ausnahme der öffentlichen Podiumsdiskussion
am Donnerstag, dem 3. Februar 2011, begrenzt. Interessierte Journalisten sind zur Tagung
und zur Podiumsdiskussion herzlich eingeladen und werden gebeten, sich anzumelden.
Konferenzsprache ist Deutsch, einzelne Vorträge werden in englischer Sprache gehalten.
Kontakt
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Stephanie Billib
Stiftung niedersächsische Gedenkstätten
Im Güldenen Winkel 8
29223 Celle
Telefon: 05141 93355-14 oder 05141 93355-0
E-Mail: Stephanie.Billib@stiftung-ng.de
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03. Feb bis 05. Feb
Gedenkstätte Bergen-Belsen

http://www.erinnerte-gemeinschaften.uni-hannover.d...

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