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Mehr Transparen(z)t für faire Milch

31. Mai 2008 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Wirtschaft

Mehr Transparen(z)t für faire Milch

BodenseekirchentagsbesucherIn 31.05.2008 19:17 Themen: Biopolitik Kultur Soziale Kämpfe Ökologie
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In Ravensburg findet der Bodenseekirchentag statt - noch bis zum 01.06.2008. Unter einem Transparent mit dem Slogan "Nächstenliebe, fairer Milchpreis, Sozial Einkaufen" trommelten Landsknechte aus verschiedenen Städten unter Beifall vieler Zuschauer.
An die Umstehenden wurden Flugblätter mit folgendem Inhalt verteilt:
"Sollen sie weiterhin investieren, muss sich das Melken auch rentieren"
Auch wenn es die VerbraucherInnen freut, dass sich der Milchpreis in der jüngsten Vergangenheit mehr und mehr gesenkt hat: für die Bauern hat diese Entwicklung erhebliche Nachteile zur Folge.
So können viele Erzeuger, jedoch vor allem Klein- und Kleinstbetriebe, nicht mehr ihre Kosten decken und sind in ihrer Existenz bedroht. Erschwert wird ihre Lage, neben dem angesprochenen Preisdruck, der von den Großmolkereien und indirekt von den Discounter-Ketten wie Aldi, Lidl und Co. ausgeht, auch durch die Preissteigerungen im Energie- und Futtermittelsektor, welcher den unhaltbaren Zustand noch verstärkt. Die aktuelle Agrarpolitik der EU, die die Milchquote kürzlich angehoben und somit den Wettbewerb weiter verschärft hatte, ist ein weiterer Sargnagel. Aus dieser Misere herauszukommen, erscheint auch angesichts der immer noch vorhaltenden, leidigen Geiz-ist-geil-Mentalität vieler VerbraucherInnen unmöglich.
Der momentan aktuelle Preis pro Liter Milch, den Molkereien den Erzeugern zahlen, liegt im Süden der Republik bei durchschnittlich 0,35€ und im Norden bei 0,27€. Das ist zuwenig! Um die entstehenden Selbstkosten voll zu decken, benötigen die Landwirte im Schnitt 0,43€ je Liter Milch! Wir fordern Sie daher auf, ihr Einkaufsverhalten zu überdenken und sich solidarisch mit den Milchbauern zu zeigen! Unterstützen Sie das Bestreben der Milchbauern, die Lieferungen an Molkereien zu verweigern! Eine effektive Methode dazu ist der Boykott der Milchprodukte derjenigen Großunternehmen, die maßgeblich für die momentane Situation verantwortlich sind; hier ist allen voran Müller Milch zu nennen, das mit seinem de facto Monopol am Markt die Preisspirale kontinuierlich nach unten gedreht hat.

Solidarität zeigen! Sozialer Einkaufen! Regionale Strukturen stärken!

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