Zumal es nicht allein Geraer Einwohner waren, die protestierten. „Von 500 Demonstranten sind vielleicht 200 aus Gera“, spöttelte ein Teilnehmer, der aus Jena angereist war. Tatsächlich waren
die Züge nach Gera am Samstag gut gefüllt mit jungen Leuten, die offenkundig dem linken Spektrum zuzurechnen waren. Da auch zahlreiche Neonazis mit der Bahn kamen, hatten Polizeibeamte in den
Zügen gut zu tun, um gewalttätige Auseinandersetzungen zu verhindern.
Für die Organisatoren von „Gera – bunt, tolerant, weltoffen“ sind die geringen Teilnehmerzahlen eine Watschen – schließlich hatten sie im Vorfeld ausgiebig für den Demokratie-Tag geworben.
Überall im Stadtbild wiesen Plakate auf die Veranstaltung hin, regionale Medien hatten berichtet. Tausende Menschen in Einkaufslaune strömten an diesem Samstag durch die Innenstadt. Und doch
blieben nur wenige auf dem Bürgerfest hängen. Das Desinteresse, es ist nach wie vor ein Problem Geras. Gerade Ende 2007 haben nach dem Zufallsprinzip ausgewählte Bürger in Zusammenarbeit mit
der Friedrich-Ebert-Stiftung Empfehlungen für die Bekämpfung des Rechtsextremismus in ihrer Stadt erarbeitet. Die
Bürgerkonferenz
forderte eine Stärkung des Runden Tisches, mehr Aufklärung über Rechtsextremismus, Arbeitsplätze und Dass ein Dreivierteljahr nach Veröffentlichung der Ergebnisse noch viel zu tun ist, hat
sich am 19. Juli gezeigt.
www.mut-gegen-rechte-gewalt.de / Fotos: Warsitz