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Soltauer SPD will Umbennung der Carl-Peters-Straße in "Zum Ahlftener Flatt"

20. September 2008 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Antirassismus | Asyl




Quelle: Böhme Zeitung 20.09.08


siehe auch: Carl Peters hat in unserem Stadtbild nichts zu suchen.

Details zu Carl Peters aus Wikipedia

Carl Peters

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Carl Peters 1882
Carl Peters 1882
Carl Peters
Carl Peters

Dr. Carl Peters (* 27. September 1856 in Neuhaus/Elbe (nach anderen Angaben in Kleefeld, heute zu Hannover); † 10. September 1918 in Woltorf b.Peine[1]) (nach anderen Angaben in Bad Harzburg) war ein deutscher Politiker, Publizist, Kolonialist und Afrikaforscher mit einer stark ausgeprägten rassistischen Einstellung. Er gilt als der Begründer der Kolonie Deutsch-Ostafrika.

Inhaltsverzeichnis

Studium
Peters entstammte einer evangelischen Pastorenfamilie und studierte u. a. bei dem nationalliberalen und für seine sozialdarwinistischen und antisemitischen Ideen bekannten Historiker Heinrich von Treitschke. Er promovierte 1879 zum Doktor der Philosophie an der Berliner Universität und habilitierte mit einer Arbeit über Arthur Schopenhauers Philosophie, strebte aber keine Karriere im Schul- oder Universitätsdienst an.

Begegnung mit dem britischen Imperialismus [Bearbeiten]

Peters ging nach London zu seinem Onkel und trat in dessen Importgeschäft ein. In England kam er nach eigener Angabe erstmalig in Berührung mit Kolonialismus und Weltmachtpolitik, die von nun an sein Weltbild beherrschten.

Von 1882 bis 1883 beschäftigte Carl Peters sich in London intensiv mit der Politik Englands in Übersee und entwarf ähnliche Pläne für Deutschland. Dabei verband sich sein ausgesprochenes kolonialpolitisches Interesse mit einer geradezu schwärmerischen Anglophilie und einer grenzenlosen Bewunderung für den imperialen „Lehrmeister“ eines künftigen deutschen Kolonialreiches. Seine Gedankenwelt war vom Sozialdarwinismus geprägt. Die so genannten „nicht-weißen Rassen“ pflegte er in der von ihm herausgegebenen Kolonialpolitischen Correspondenz als minderwertig zu bezeichnen. Als einzige Existenzberechtigung billigte er ihnen ein Dasein als Arbeitskräfte unter der Herrschaft weißer Pflanzer zu. Unter den Rassenideologen des Wilhelminischen Zeitalters gehörte er zum radikalen Flügel.

Peters begründet Deutsch-Ostafrika
Nach seiner Rückkehr aus England 1884 gründete Peters die „Gesellschaft für Deutsche Kolonisation“ und ließ sich von dieser zusammen mit 2 Begleitern einen Auftrag zum Gebietserwerb in Ostafrika erteilen. Am 10. November 1884 kam Peters in Sansibar an. Die Reichsregierung hatte es abgelehnt, seine Expedition unter den Schutz des Reiches zu stellen, was Peters bei Ankunft in Sansibar vom deutschen Konsul eröffnet wurde.

Auf dem Festland gegenüber Sansibar begann er dann, „Schutzverträge“ abzuschließen. Die Vertragsabschlüsse bestanden darin, dass Peters örtliche Häuptlinge aufsuchte und ihnen – oft nach reichlichem Alkoholgenuss - deutschsprachige Schriftstücke vorlegte, auf die sie dann Kreuze als Unterschrift zeichneten. Darin wurde ihnen Schutz vor Feinden zugesagt, umgekehrt wurden die Rechte der Kolonisationsgesellschaft so beschrieben: das alleinige und uneingeschränkte Recht, Zölle und Steuern zu erheben, eine Justiz und Verwaltung einzurichten, bewaffnete Truppen ins Land zu bringen und Siedlern die „Berge, Flüsse, Seen und Forsten“ zur beliebigen Nutzung zu überlassen. Eine Prüfung daraufhin, ob die afrikanischen Vertragspartner verstanden, was sie vorgelegt bekamen, oder ob sie überhaupt eine Vollmacht hatten, über die angesprochenen Befugnisse zu verfügen, wurde nicht vorgenommen.

Peters wollte jetzt Schutzbriefe des Reiches für die „erworbenen“ Gebiete. Reichskanzler Bismarck äußerte sich abschätzig über das, was Peters nach Rückkehr der Reichsregierung vorlegte: „ein Stück Papier mit Neger-Kreuzen drunter“. Peters drohte damit, dass auch König Leopold von Belgien an Ostafrika Interesse hätte, der nach der Kongokonferenz gerade sein Reich in Zentralafrika ausbaute. Bismarck lenkte ein, auch aus innenpolitischer Rücksicht gegenüber seinen nationalliberalen Verbündeten im Reichstag, und ließ der neugegründete Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft (DOAG) einen kaiserlichen Schutzbrief nach Vorbild britischer Charters über die Landschaften Usagara, Nguru, Useguha und Ukami ausstellen. Damit hatte Peters in „Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft“ umbenannte Kolonialvereinigung den nötigen Rückhalt zur weiteren Ausdehnung.

1887 erreichte er ein Abkommen mit dem Sultan von Sansibar, das den sansibarischen Küstenstreifen von Umba bis zum Rovuma der Verwaltung der Gesellschaft unterstellte. 1889/90 machte sich Peters auf eine Expedition, die ihn bis nach Uganda führte . Sein Ziel war die Einbeziehung von Uganda sowie der ehemals ägyptischen Äquatoria-Provinz in sein Kolonialreich. Durch den Abschluss des Helgoland-Sansibar-Vertrags wurden seine diesbezüglichen Bestrebungen zunichte. Aus Protest gegen dies von ihm als Verzicht empfundene Abkommen engagierte sich Peters für den Alldeutschen Verband.

Peters als Reichskommissar am Kilimandscharo

Der Versuch, Ostafrika durch die private „Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft“ zu beherrschen, brach im Aufstand der ostafrikanischen Küstenbevölkerung 1888/89 zusammen. Das Deutsche Reich übernahm die unmittelbare Kontrolle. Ab 1891 wurde Peters zum Reichskommissar für das Kilimandscharogebiet ernannt. Hier kümmerte er sich um die Festlegung der Grenze gegenüber dem britischen Ostafrika (Kenia). Durch sein brutales Vorgehen gegen die afrikanische Bevölkerung kam es dann zu einem Aufstand, der Peters sein Amt kostete. Peters hatte sich afrikanische Mädchen als Geliebte gehalten. Als er entdeckte, dass seine Konkubine Jagodia ein Verhältnis mit seinem Diener hatte, ließ er beide öffentlich aufhängen und ihre Heimatdörfer zerstören. Dies führte zu bewaffneter Gegenwehr der Tschagga, die über Monate niedergekämpft wurde.

Unehrenhafte Entlassung

Peters wurde 1892 nach Deutschland zurückbeordert, wo man ihn von 1893-95 im Kolonialministerium beschäftigte, während gegen ihn Ermittlungen durchgeführt wurden. Die Ermittlungen des kaiserlichen Disziplinargerichts endeten 1897 mit der unehrenhaften Entlassung aus dem Reichsdienst unter Verlust seines Titels und seiner Pensionsansprüche. Diese Verurteilung wurde 1937 durch persönlichen Erlass von Adolf Hitler postum aufgehoben; bereits 1914 hatte Kaiser Wilhelm II. ihm aus seinem persönlichen Fonds eine Pension ausgesetzt.

Unternehmungen in England und im südlichen Afrika

Peters wich dem Verfahren durch erneuten Umzug nach London aus; er lebte von 1896 bis 1914 in England. Peters gründete in London die Dr. Carl Peters Estates and Exploration Co., die spätere South East Africa Ltd., die den Goldbergbau in Südafrika betrieb. In mehreren Reisen erkundete er weitere Goldlagerstätten in Südrhodesien und Angola.

1899 führte er eine Forschungsreise an den Sambesi. Er wollte beweisen, dass das biblische Goldland Ophir in Südostafrika gelegen hatte. Aufgrund seiner rassistischen Einstellung konnte Peters sich nicht vorstellen, dass die Ruinen von Great Zimbabwe (sowie anderer alter Orte in Rhodesien, die er selber aufspürte) afrikanischen Ursprungs waren, und suchte deshalb nach Baumeistern aus dem Nahen Osten, wobei die Phönizier eine zentrale Rolle spielten. In erster Linie ging es Peters darum, mit Hilfe seiner Theorie Aktionäre für seine Kapitalgesellschaft zu gewinnen, die Land in Portugiesisch-Moçambique erwerben und dort nach Gold schürfen sollte. Seine Ophir-Theorie reicherte Peters mit heftigen Diffamierungen gegenüber den Schwarzafrikanern an und forderte die Einführung der allgemeinen Zwangsarbeit in den Kolonien.

Zu Beginn des 1. Weltkrieges kehrte Peters nach Deutschland zurück, wo er 1918 starb. Sein Grab befindet sich auf dem Stadtfriedhof Engesohde in Hannover.

Stimmen über Peters

Vertreter des Kolonialwesens feierten Peters als weitblickendes Genie, als tatkräftigen Helden, als um sein Vaterland hochverdienten Kolonialpolitiker. „Der ebenso geniale wie tatkräftige Carl Peters trat in schärfster Weise gegen jene weltfremde Kreise, die in der Kolonialfrage immer nur theoretisch herumreden, aber nie praktisch handeln wollten.“ Während des 3. Reichs wurde Peters als geistiger Vater des Nationalsozialismus „wiederentdeckt“ und in zahlreichen Büchern und einem Spielfilm mit Hans Albers in der Titelrolle geehrt. In zahlreichen Städten wurden Straßen nach ihm benannt. Auch ein Kriegsschiff trug seinen Namen. Hitler hob die Verurteilung des Jahres 1897 postum wieder auf. Die „Reichsstelle zur Förderung des deutschen Schrifttums“ lobte 1938, dass Peters „den Gedankengängen des Dritten Reiches bereits vor fünfzig Jahren“ nahestand.

Zeitgenössische Kritiker sahen ihn so:

Sein zeitweiliger Mitarbeiter Oscar Baumann schrieb 1892: „Übrigens ist Peters halb verrückt. Alles um ihn herum geht krumm vor Hieben. 100 bis 150 sind an der Tagesordnung. Es ist kaum zu glauben, welche Angst die Leute vor Peters und seinen Leuten haben“.

Die sozialdemokratische Zeitung 'Vorwärts' nannte Peters einen „grimmigen Arier, der alle Juden vertilgen will und in Ermangelung von Juden drüben in Afrika Neger totschießt wie Spatzen und zum Vergnügen Negermädchen aufhängt, nachdem sie seinen Lüsten gedient.“

Unter Afrikanern war einer seiner Spitznamen „mkono wa damu“ –also „blutige Hand“. Die kolonialkritische Presse Deutschlands verlieh ihm den Beinamen „Hänge-Peters“.

Literatur und Film

Vorbemerkung: Vor allem zwischen 1935 und 1943 erschienen in Deutschland eine Reihe von Büchern (einschl. eines Theaterstücks), in denen Carl Peters' Rolle als ideologischer Vorläufer des Dritten Reichs gefeiert wurde. Eine Veröffentlichung, die wissenschaftlichen Ansprüchen genügen würde, liegt aus dieser Zeit nicht vor. Die auf acht Bände konzipierte Gesamtausgabe von Peters' Gesammelten Schriften durch den NS-Parteihistoriker Walter Frank ist nicht vollendet worden.

  • Norbert Aas, Werena Rosenke (Hg.): Kolonialgeschichte im Familienalbum. Frühe Fotos aus der Kolonie Deutsch-Ostafrika. ISBN 392830013X
  • Edith Salburg Karl (sic) Peters und sein Volk. Der Roman des deutschen Kolonialgründers Weimar: Duncker, 1929
  • Winfried Speitkamp: Totengedenken als Berlin-Kritik. Der Kult um die Kolonialpioniere. In: Ulrich van der Heyden, Joachim Zeller (Hg.) „... Macht und Anteil an der Weltherrschaft.“ Berlin und der deutsche Kolonialismus. Unrast-Verlag. Münster 2005, ISBN 3-89771-024-2
  • Hermann Krätschell: Carl Peters 1856-1918. Ein Beitrag zur Publizistik des imperialistischen Nationalismus in Deutschland, Berlin-Dahlem 1959. - Dissertation; Herausarbeitung der publizistischen Wirkung Peters' mit Blickrichtung auf den späteren Nationalsozialismus.
  • Arne Perras: Carl Peters and German Imperialism 1856-1918. A political Biography, Clarendon Press, Oxford 2004. ISBN 0199265100 - Politische Biographie Peters' mit Behandlung seiner Bedeutung auch in Hinsicht auf die Kolonialpolitik Bismarcks und die Parteipolitik im kaiserlichen Deutschland; recherchiert in unter anderem neu zugänglichen Quellen.
  • Balder Olden: Ich bin Ich. Der Roman Carl Peters Roman über die Emin Pascha-Expedition zum Victoria See in Afrika. 291 Seiten, Wegweiser-Verlag Berlin, 1927
  • Hermann Böhme „Carl Peters. Der Begründer von Deutsch-Ostafrika.“ Reclams Universal Bibliothek 7433. Verlag Philipp Reclam jun. Leipzig 1939. 73 Seiten (nationalsozialistische Propagandaschrift, die in den Oberschulen eingesetzt wurde).

Peters´ Wirken in Afrika wurde 1941 in dem erfolgreichen antibritischen Propagandafilm „Carl Peters“ verfilmt. Die Hauptrolle spielte Hans Albers, der auch als Produzent auftrat. Die Regie führte Herbert Selpin.

Diskussion um Straßenbenennungen

Nach Peters wurden in verschiedenen deutschen Städten Plätze und Straßen benannt, meist zur Zeit des Nationalsozialismus. Seit Jahren gibt es Initiativen, diese Straßen umzubenennen.

In Hannover gab es in der Südstadt bis 1994 einen Carl-Peters-Platz. Nach heftigen Diskussionen zwischen Kritikern und Bewahrern bekam der Platz den Namen Bertha-von-Suttner-Platz. Von den Steinstelen wurden besonders verfängliche Symbole und Darstellungen entfernt, eine Bronzetafel erinnert an die Opfer der Kolonialisierung. In Berlin-Wedding gibt es im „Afrikanischen Viertel“ eine Petersallee, die jedoch seit 1986 nicht mehr an Carl Peters sondern an Hans Peters (Jurist, Politiker und Widerstandskämpfer) erinnert. In Kiel wird ebenfalls über die Umbenennung der Carl-Peters-Straße in Kiel-Dietrichsdorf diskutiert,[2] der Historiker Michael Salewski stellte in diesem Zusammenhang fest, dass die Benennung nach einem Mörder „unerträglich“ sei[3]. Auch in Lüneburg wird die „nach dem Krieg übersehene“ Benennung diskutiert,[4] ebenso in Korntal nahe Stuttgart.

Weblinks

Anmerkungen

  1. Heitmann a.a.O Nr. <15>
  2. http://www.kn-online.de/artikel/1931913
  3. http://www.kn-online.de/artikel/2055409
  4. http://www.abendblatt.de/daten/2008/03/14/858565.html

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Kölsche Heidschnucke 09/20/2008 21:59

Diskussion um Straßenbenennungen
Nach Peters wurden in verschiedenen deutschen Städten Plätze und Straßen benannt, meist zur Zeit des Nationalsozialismus. Seit Jahren gibt es Initiativen, diese Straßen umzubenennen.
In Hannover gab es in der Südstadt bis 1994 einen Carl-Peters-Platz. Nach heftigen Diskussionen zwischen Kritikern und Bewahrern bekam der Platz den Namen Bertha-von-Suttner-Platz. Von den Steinstelen wurden besonders verfängliche Symbole und Darstellungen entfernt, eine Bronzetafel erinnert an die Opfer der Kolonialisierung. In Berlin-Wedding gibt es im „Afrikanischen Viertel“ eine Petersallee, die jedoch seit 1986 nicht mehr an Carl Peters sondern an Hans Peters (Jurist, Politiker und Widerstandskämpfer) erinnert. In Kiel wird ebenfalls über die Umbenennung der Carl-Peters-Straße in Kiel-Dietrichsdorf diskutiert,[2] der Historiker Michael Salewski stellte in diesem Zusammenhang fest, dass die Benennung nach einem Mörder „unerträglich“ sei[3]. Auch in Lüneburg wird die „nach dem Krieg übersehene“ Benennung diskutiert,[4] ebenso in Korntal nahe Stuttgart. Quelle: Wikipedia_____________________________________________________Niemand will den Bewohnern der Carl-Peters-Straße in Soltau etwas nehmen - man will ihnen etwas geben, einen Straßennamen der nicht mit Blut un Dreck behaftet ist.