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28. BIS 30. MAI 2010 IN JENA - Bilanz- und Strategie Konferenz

4. Mai 2010 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Kampf gegen Nazis - Bundesweit

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Programm


FREITAG 28.05.2010

Ab 18:00 Anreise mit Snacks und Schlafplatzbörse
20:00 Podiumsdiskussion zum Thema „Dresden – wie weiter?“
mit Bodo Ramelow (DieLinke, MdL/Thür.), Johannes
Lichdi (Bündnis90/Die Grünen, MdL Sachsen), VertreterInnen
des Bündnisses „Dresden-nazifrei“ und des
Aktionsnetzwerkes Jena
danach Abendprogramm

SAMSTAG 29.05.2010

09:30 Begrüßung durch den Koordinierungskreis des Bündnisses
„Dresden-nazifrei“
09:45 Grußwort von Dr. Albrecht Schröter,
Oberbürgermeister der Stadt Jena und Erstunterzeichner des
Aufrufs des Bündnisses „Dresden-nazifrei“
09:50 Impulsreferat von Prof. Klaus Dörre – „Gesellschaftspolitische
Rahmenbedingungen der Blockaden“
10:20 Pause
10:30 Stellungnahmen zum Impulsreferat von Bündnisvertreter Innen
11:00 Diskussion im Plenum
12:00 Mittagspause
13:30 AG Phase I – skills mit den folgenden Veranstaltungen:


MEDIENBLOCKADE ERFOLGREICH DURCHBROCHEN

Presse-AG „Dresden-nazifrei“ & JournalistInnen
Bis zur Durchführung der Massenblockaden am 13. Februar hatte das
Bündnis selbst mit einer Blockade zu kämpfen: Dresdner und überregionale
Medien waren allein auf die Menschenkette der Oberbürgermeisterin
fixiert und nahmen das breite zivilgesellschaftliche Bündnis
nur durch die Brille des sächsischen Verfassungsschutz wahr. Durch
die erfolgreiche Verhinderung des Nazi-Aufmarschs verwandelten sich
die „Extremisten“ dann aber rasch in vorbildliche BürgerInnen.
Im Workshop wird über die Medienarbeit des Bündnisses im Vorfeld,
am Tag selbst und im Anschluss (selbst-)kritisch berichtet und über
Konzepte für die kommende Mobilisierung diskutiert. 

ZUSAMMEN REISEN, ZUSAMMEN BLOCKIEREN

FelS, Avanti/IL
In über 100 Bussen fuhren AntifaschistInnen am 13. Februar 2010
nach Dresden, um gemeinsam den Naziaufmarsch zu blockieren.
Die Organisation der Buskonvois trug somit zum Gelingen des Konzeptes
bei. Gemeinsam mit Euch möchten wir uns über Erfahrungen,
Kritik und Anregungen für zukünftige Anreisekonzepte austauschen.

BEZUGSGRUPPEN- UND BLOCKADETRAINING

Trainer AK im Aktionsnetzwerk Jena
Aktionstrainings sind seit einigen Jahren der Schlüssel zum Erfolg
des Strassenprotestes. Aus der Anti-AKW-Bewegung kommend und
via Heiligendamm auch im Anti-Nazi-Kampf angekommen, vermitteln
Bezugsgruppen- und Blockadetrainings die Basics für Menschen
die mehr machen wollen als nur an einer Demo teilzunehmen.
TrainerInnen aus dem Jenaer Aktionsnetzwerk führen ein Training
durch und vermitteln die Grundlagen für erfolgreiche Blockaden und
handlungsfähige Bezugsgruppen.

FÜNF-FINGER-STRATEGIE UND AKTIONSRAT

Trainer AK im Aktionsnetzwerk Jena
Mittels der Fünf-Finger-Strategie gelingt es hunderten Bezugsgruppen
gemeinsam Hindernisse zu umgehen, zu durchfließen und zum
Aktionsort zu gelangen. Während des Aktionstages notwendige Entscheidungen
fällt der Aktionsrat, in den die Akteure ihre Delegierten
entsandt haben. Der Workshop erklärt Strategie, Struktur und ihre
umfangreichen Voraussetzungen.

VOM AKTIONSKONSENS ZUM HANDLUNGSFÄHIGEN BÜNDNIS. WIE WERDEN BLOCKADEBÜNDNISSE BREIT AUFGESTELLT UND GESELLSCHAFTLICH VERANKERT?

Henning Obens (Avanti/IL), Luigi Wolf (Linke.SDS), Hans-Jürgen
Muskulus
Erfolgreiche Blockaden leben davon, dass Menschen sich massenhaft
dazu entscheiden zivilen Ungehorsam auszuüben. Nur: Wie mobilisieren
wir eigentlich solche Massenblockaden? Wie entsteht ein
breites Blockadebündnis? An Hand der Reflektion der Erfahrungen
von „Dresden-nazifrei“ und anderer erfolgreicher Blockadebündnisse
wollen wir versuchen uns das Geheimwissen erfolgreicher Bündnisarbeit
gemeinsam zu erarbeiten

INFRASTRUKTUR AM AKTIONSTAG

n.n.
Um erfolgreich blockieren zu können ist eine umfangreiche
Infrastruktur notwendig. AktivistInnen brauchen nicht nur Essen und
Getränke an verschiedenen Orten sondern gerade auch verifizierte
Informationen für die richtige Entscheidung. Vorgestellt werden
Scoutsystem, Infotelefon, Inforadio und WAP-Ticker.

ARBEITS- UND ORGANISATIONSSTRUKTUREN VON EA UND LEGALTEAM

EA, RA Sven Richwin, RAin Kristin Pietrzyk,
Die Bekanntgabe der Nummer des Ermittlungsausschusses (EA) im
Vorfeld einer Versammlung gehört mittlerweile zu den Standards.
Neben der Dokumentation der von polizeilichen Maßnahmen betroffenen
Personen und der Kontaktaufnahme mit deren Freunden und
Verwandten, steht die Vermittlung von AnwältInnen an die Betroffenen
über die Zäune der Gefangenensammelstellen hinaus im Mittelpunkt
der Arbeit. Ergänzt wird die Arbeit des EA immer häufiger durch
AnwältInnen, welche die Demonstrationen begleiten und das Handeln
der Polizei kritisch beobachten.
Der Workshop erläutert, welchen Anforderungen sich diese Strukturen
gegenübersehen und wie sie ihre Arbeit organisieren.

15:30 Pause
16:00 AG Phase II – Inhaltliche Auseinandersetzung mit
den folgenden Themen:

DISKUSSION ZUM GEDENKEN/OPFERMYTHOS

SDS, AK Sprechende Vergangenheit im Aktionsnetzwerk Jena,
Avanti/IL
Um die Bombenangriffe auf Dresden am 13. / 14. Februar 1945
existierten lange Zeit viele Mythen, die Zahl der Bombentoten wurde
nicht nur von der extremen Rechten auf bis zu 300.000 beziffert.
Jüngst hat eine Historikerkommission im Auftrag der Stadt Dresden
die Zahl von 18 – 25.000 Toten ermittelt. Aber auch über Sinn
und Bedeutung des Gedenkens der DresdnerInnen herrscht in der
antifaschistischen Bewegung Uneinigkeit, wir wollen dieser Debatte
Raum geben.

ZIVILER UNGEHORSAM – ANTIFASCHISTISCHER WIDERSTAND

Aktionsnetzwerk Jena, Avanti/IL
Aus unterschiedlichsten Aktionskulturen kommend, ist es mit den
gemeinsamen Massenblockaden gelungen erfolgreich die Nazis
zu stoppen. Während sich das bürgerliche und links-reformistische
Spektrum dabei auf zivilen Ungehorsam als theoretische Grundlage
bezieht, sprechen Antifa Gruppen von sozialem Ungehorsam oder/
und Widerstand. Unsere Vielfältigkeit hat sich darin als eine große
Stärke der Bewegungen erwiesen. Der Workshop widmet sich den
unterschiedlichen theoretischen Analysen und Bezugspunkten, benennt
trennendes und verbindendes und sucht nach den Fixpunkten
einer gemeinsamen Perspektive.

DEMONSTRATIONSPOLITIK DER EXTREMEN RECHTEN

Fabian Virchow
Immer wieder gelingt es der extremen Rechten, ihre AnhängerInnen
zu Aufmärschen zu mobilisieren und in die Schlagzeilen zu gelangen.
Diese Demonstrationen dienen dabei einerseits der Besetzung
öffentlichen Raums und der Einschüchterung von als Feinden ausgemachten
Menschen. Andererseits bieten sie eine eigene „Erlebniswelt“
und dienen der inneren Selbstverständigung der Szene und
der Integration von neuen AnhängerInnen. Prof. Dr. Fabian Virchow
von der Fachhochschule Düsseldorf wird einen Einblick in die
Dimensionen der extrem rechten Demonstrationspolitik geben.
POLIZEILICHER UMGANG MIT DEMONSTRATIONEN
Michael Sturm (Mobit NRW)
Das Verhalten der Polizei bei Demonstrationen und Blockaden
erscheint auf den ersten Blick undurchschaubar und unberechenbar.
Tatsächlich hat sich „Protest Policing“ in den letzten Jahren zu
einer der professionellsten Seiten der Polizei entwickelt und der
Einsatzleitung steht ein vielfältiges Instrumentarium an Taktiken und
Einheiten zur Verfügung. Der Workshop bringt Licht ins Dunkel und
zeigt aktuelle Entwicklungen auf.

LEGITIM VS. LEGAL – JURISTISCHER UMGANG MIT BLOCKADEN UND TRAININGS

RA Sven Richwin, RAin Kristin Pietrzyk
Bereits im Vorfeld des 13.02.2010 sah sich das Bündnis „Dresdennazifrei“
zahlreichen Repressionen und Kriminalisierungsversuchen
durch staatliche Behörden ausgesetzt. Diese reichten von Auflagen
gegen angemeldete Kundgebungen über Anrufe bei Busunternehmen
bis zu Durchsuchungen und Beschlagnahmungen.
Die Referenten geben einen Einblick in die juristische Einordnung
von Blockaden und Trainings sowie den sich daraus ergebenden
Konsequenzen für die Akteure. 

UND WAS DANN? DAS BLOCKADEKONZEPT UND SEINE GRENZEN

Anti-Nazi Koordination Frankfurt (ANK), Koordinierungskreis antifaschistischer
Gruppen aus Düsseldorf und Neuss (Antifa-KOK),
Aktionsnetzwerk Jena
Das Konzept der Massenblockaden kalkuliert zwei Sachverhalte ein:
Eine die Verhältnismäßigkeit wahrende Polizei und einen Aktionskonsens,
der nicht durch die aktive Abwehr von Angriffen militanter
Nazis gefährdet ist. Was aber wenn wie in Frankfurt 2007 plötzlich
300 Nazis von 8000 Polizisten in einem abgeriegelten Stadtteil geschützt
werden? Oder wenn Sitzblockaden mit Pfefferspray aufgelöst
werden? Was wenn Nazis wie in Altenburg 2008 eine Sitzblockade
überfallen wollen und diese nur durch das aktive Eingreifen von
Antifas geschützt werden konnte?
Der Workshop widmet sich den Grenzen des Konzepts und sucht
nach gemeinsamen Lösungen.

WIE NAZIS DAS FEINDBILD ISLAM NUTZEN

Dr. Sabine Schiffer, Institut für Medienverantwortung, Erlangen
NPD und sogenannte Bürgerbewegungen mobilisieren gegen
Moscheen, gegen Minarette und plakatieren antimuslimische
Parolen. In Dresden wurde die Muslimin Marwa El-Sherbini von
dem NPD-Anhänger, den sie wegen Beleidigung angezeigt hatte, im
Gerichtssaal ermordet. Welche Rolle spielt für die Nazis das Feindbild
Islam? Wie tragen Medien und Politiker zu Vorurteilen gegen
Muslime bei? Wie können AntifaschistInnen sich dazu verhalten? Die
Medienwissenschaftlerin Sabine Schiffer hat sich ausführlich mit der
Frage von Funktionsweisen von Rassismus – auch in Bezug auf den
Islam – beschäftigt.

Organisatorisches
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Veranstaltungsort: Friedrich Schiller Universität Jena, Carl-Zeiss-Str. 3, vom Bahnhof aus in 10 Minuten zu Fuß zu erreichen
Beginn: Freitag 20.00 Uhr
Ende: Sonntag 13.00 Uhr
Anmeldung bitte an konferenz@aktionsnetzwerk.de (Wir bitten um Angaben mit wie vielen Personen Ihr zur
Konferenz anreist, ob unter diesen Veganer oder Vegetarier sind und ob Kinderbetreuung benötigt wird.)
Ein Unkostenbeitrag für die Teilnahme an der Konferenz wird nicht erhoben. Dennoch freut sich das Bündnis Dresden-
Nazifrei über Spenden der TeilnehmerInnen.
Übernachtungsplätze: Hostel, Zeltplatz, private Übernachtungsplätze (nähere Informationen hierzu findet Ihr auf unserer
Hompage oder über konferenz@aktionsnetzwerk.de)
Bitte sorgt für die weitere Mobilisierung zur Konferenz. Dafür kann dieser Flyer kostenfrei bestellt werden.
Weitere aktuelle Informationen zur Konferenz finden sich unter: http://www.aktionsnetzwerk.de/konferenz/

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