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Viel mehr als Vögel - Rettung des Vogelparks Walsrode

25. März 2009 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Politik

Hannover, den 10.02.2009
Kleine Anfrage
zur mündlichen Beantwortung
   . Abgeordnete Elke Twesten  Christian Meyer (Grüne)
 
Viel mehr als Vögel - Rettung des Vogelparks Walsrode
 
Der Vogelpark Walsrode kämpft nach drastischen Umsatzeinbußen infolge der Vogelgrippe im
Jahr 2006 erneut ums Überleben. Dem Park droht die Schließung, für den Park selbst und die
dort lebenden Vögel ist die Situation im Hinblick auf die drohende Einstellung der Energieversor-
gung, Baufälligkeit und ausstehende Gehaltszahlungen für die Mitarbeiter prekär, der hieraus
entstehende Handlungsdruck für alle am Erhalt des Parks Interessierten verschärft sich.
Der größte (!) Vogelpark der Welt beeindruckt nicht nur durch die Präsentation von rund 4.600
Vögeln in 750 verschiedenen Arten aus allen Kontinenten und Klimazonen, er begeistert seine
Besucher auch durch die einmalige Park- und Gartenanlage mit Seen, Bächen und Wasserfällen.
Die mit viel Liebe zum Detail geplante Anlage erfreut sich bei BesucherInnen jeder Altergruppe,
insbesondere Familien, Schulklassen und SeniorInnen allergrößter Beliebtheit. Für Schulklassen,
aber auch für Touristen und  Kinder ist der Vogelpark seit Generationen ein wichtiger Ort außer-
schulischer Umwelt- und Naturschutzbildung. Für die ältere Generation stellt der Vogelpark das
Pendant zu den übrigen in der Heideregion angesiedelten Freizeitparks dar - diesem Stellenwert 
sollte gerade auch im Hinblick auf die immer älter werdende Gesellschaft  Rechnung getragen
werden.
Generationen von Schulkindern sind mit dem Vogelpark groß geworden - zudem ist der Vogel-
park für die gesamte norddeutsche Region als Tages-Ausflugsziel besonders wertvoll, die Bedeu-
tung für den Tourismus wird durch das Label „Vogelpark-Region – Erlebnisurlaub in der Lünebur-
ger Heide“ hervorgehoben. Vor diesem Hintergrund steht das Land in einer besonderen Verant-
wortung für den Erhalt dieser Einrichtung. Vergleichbare Einrichtungen wie der Zoo in Hannover
und Osnabrück wurden und werden mit öffentlichen Geldern gefördert. In der Hauptsaison bietet
der Park bis zu 150 und in der Nebensaison bis zu 95 Arbeitsplätze. Die Kommunen der Region
hoffen auf EU-Fördermittel und Mittel aus dem Konjunkturprogramm, haben selbst schon Bürg-
schaften in Aussicht gestellt und wollen sich als Miteigentümer an einer Trägergesellschaft betei-
ligen.
 
Wir fragen die Landesregierung:
1. Wie bewertet die Landesregierung die Bedeutung des Vogelparks Walsrode als Teil der Hei-
de-Freizeitregion und seine künftige Rolle als touristischer Standortfaktor?
2. Wie bewertet die Landesregierung das für den Vogelpark Walsrode vorliegende Sanierungs-
und Entwicklungskonzept?
3. Unter welchen Voraussetzungen und in welchem Umfang ist die Landesregierung bereit, För-
dermittel zur Rettung des Vogelparks einzusetzen?
 
 
Elke Twesten         Christian Meyer  
 


Antwort
„Viel mehr als Vögel - Rettung des Vogelparks Walsrode?“ – Mündl. Anfrage d. Abg. Elke
Twesten, Christian Meyer (GRÜNE) 
Der Vergleich der steigenden Übernachtungszahlen der vergangenen Jahre in der Tourismusregion
Lüneburger Heide im Gegensatz zu den konstant sinkenden Besucherzahlen des Vogelparks -
1991: 860.000, 2007: 270.000 - zeigt, dass Marktanpassungsinvestitionen entweder nicht oder
nicht erfolgreich in den vergangenen Jahren getätigt wurden. Vor diesem Hintergrund sind auch
jetzt geplante Maßnahmen genau auf ihre Wirkung hin zu analysieren. Gleichwohl ist auch festzu-
stellen, dass in Verbraucherbewertungsportalen die Kundenzu-friedenheit hoch ist und der Vogel-
park Walsrode gute bis sehr gute Noten von den Besuchern erhält. Insofern ist in der gegenwärti-
gen Phase zunächst die Ursache für die dramatischen Besucherrückgänge zu analysieren. 
Gleichzeitig nimmt der Vogelpark Walsrode nach Angaben des NLWKN an einer Vielzahl europäi-
scher Erhal-tungszuchtprogramme teil. Weiterhin stellt der Vogelpark Walsrode sein Wissen und
seine Erfahrungen Dritten zur Verfügung, um Erhaltungszuchtprojekte erfolgreich durchführen zu
können. Ergänzend hierzu hält der Vo-gelpark Walsrode ein umfängliches Angebot in der Umwelt-
bildung, insbesondere auch in Form von Angeboten für Schulklassen bereit und stellt damit ein
nicht zu unterschätzendes Kompetenzzentrum in der Kommunikation von Themen der biologischen
Vielfalt dar. Hier wäre sicherlich zu prüfen, ob und inwieweit neben den Einnah-men aus Eintritten
zusätzliche Finanzierungsquellen erschlossen werden könnten, die bei der Neustrukturierung bzw.
Marktanpassung der Einrichtung eine nicht unbedeutende Rolle spielen. 
Dieses vorausgeschickt, werden die Fragen namens der Landesregierung wie folgt beantwortet: 
Zu 1.: 
Trotz des dramatischen Besucherrückgangs stellt der Vogelpark Walsrode in der Tourismusregion
Lüneburger Heide mit rd. 270.000 Tagesbesuchern immer noch ein ganz erhebliches freizeitwirt-
schaftliches Potential dar. Auch die Zahl von rund 95 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten – in
der Hochsaison kommen zahlreiche Arbeitskräfte hinzu - sind ein nicht zu unterschätzender öko-
nomischer Faktor in der Region. Leider sind aus den unterschiedlichen Gründen Marktforschung
Zielgruppenanalyse und mikro- sowie makroökonomische Betrach-tungen seitens der Geschäfts-
führung unterblieben, sodass in der Kürze der Zeit keine exakten volkswirtschaftli-chen Rahmenda-
ten erhoben werden können. Man kann jedoch davon ausgehen, dass auch zukünftig bei einer
wettbewerblich orientierten Optimierung der Strukturen der Vogelpark in der Freizeitregion Lüne-
burger Heide eine bedeutende Rolle spielen kann. 
Zu 2.: 
Nach dem Ausscheiden der Gesellschafter Petri & Tiemann sowie der Kreissparkasse Walsrode
befindet sich der Vogelpark in alleinigem Eigentum des Unternehmers Robert Ahrens. Aufgrund der
schwierigen wirtschaftli-chen Lage des Unternehmens haben sich die Kommunen Bomlitz, Walsro-
de und Bad Fallingbostel in 2008 be-reit erklärt, zukünftig mehr Verantwortung für die überregional
bedeutende Einrichtung zu übernehmen. Die Ge-spräche zwischen Eigentümer/Betreiber Ahrens
Kreissparkasse Walsrode und Kommunen sind jedoch noch nicht zum Abschluss gekommen, so-
dass seitens des Landes nicht klar ist, in welcher Art und Weise eine Unter-stützung überhaupt ge-
wünscht, sinnvoll und möglich ist. Wirtschaftsministerium und NBank stehen jedoch den genannten
Akteuren beratend zur Seite. 
Zu 3.: 
Das Land Niedersachsen ist grundsätzlich bereit, im Rahmen der bestehenden Förderkulisse so-
wohl im einzel-betrieblichen als auch im Infrastrukturbereich den Prozess der Neustrukturierung zu
unterstützen, sofern die notwendigen Förderrahmenbedingungen entweder als 
(1) einzelbetriebliche Förderung des privaten Investments im Rahmen der KMU-Kriterien oder als 
(2) Förderung der Maßnahme als öffentliche Infrastruktur mit den entsprechenden Zweckbindungs-
zeiträumen auf der Grundlage einer von den Kommunen dominierten öffentlichen Gesellschaf-
terstruktur vorliegen. Dabei ist in jedem Falle auch die Wettbewerbssituation in der Tourismus-
region Lüneburger Heide gegenüber ande-ren Einrichtungen zu berücksichtigen.  



kommt zur DEMO am Donnerstag 26.03.2009
 

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