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Rotenburg/ Wümme Rechte störten DGB-Maifeier

3. Mai 2009 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Kampf gegen Nazis - Norddeutschland

Rechte störten DGB-Maifeier

100 junge Extremisten / Polizist verletzt

Rechtsextreme störten gestern die DGB-Maifeier auf dem Rotenburger Pferdemarkt. Franke

02.05.2009 · ROTENBURG (sf) Es war ein kurzer, lauter, beängstigender Auftritt. Mit Megaphonen "bewaffnet" marschierten gestern Morgen rechtsextremistische Jugendliche, vornehmlich schwarz gekleidet und teils mit dunklen Sonnenbrillen maskiert auf dem Pferdemarkt ein. Lauthals skandierten sie dabei: "DGB - Arbeiterverräter". So schnell wie der Spuk begann, so schnell endete er. Die Polizei rückte Minuten später an, Landtagsabgeordneter Ralf Borngräber hatte sie per Handy informiert.

Die Aktion der rechtsextremen Jugendlichen ging an Bürgermeister Detlef Eichinger vorbei. Der war zwar pünktlich um Viertel vor elf auf dem Pferdemarkt, hatte aber seinen Rathausschlüssel vergessen. Der Weg über den Grafeler Damm zum eigenen Haus im Mühlenende und auch wieder zurück zum Pferdemarkt habe so seine Zeit gebraucht, bemerkte Eichinger in seinem Grußwort zur Maikundgebung des DGB, die trotz des rechten Intermezzos kaum verspätet begann. DGB-Kreisvorsitzender Wilfried Warncke zeigte sich unbeeindruckt: Man lasse sich nicht einschüchtern, die Gesellschaft müsse aufpassen, sich gegen die "braunen Banden" wehren.

Dass es bei der verbalen Störung blieb, liegt nach Einschätzung von Borngräber auch am besonnenen Verhalten der Gewerkschafter. Nicht auszudenken, wenn da einer seiner Wut freien Lauf gelassen hätte ...

Die Polizei fasste nachmittags das Geschehen zusammen: "Ohne die nach Versammlungsrecht erforderliche Anmeldung sammelte sich am Vormittag des 1. Mai um 11 Uhr in Rotenburg eine Gruppe von rund 100 Personen des rechten Spektrums. Die Gruppe störte die Mai-Feier des DGB auf dem Pferdemarkt und zog danach durch die Fußgängerzone in Richtung Neuer Markt. Vornan führten die schwarz gekleideten Versammlungsteilnehmer ein braunes Transparent mit Aufschrift. Dazu skandierten sie die Parole "Gegen polizeiliche Willkür".

In Höhe der Wallbergstraße stellte sich um 11.08 Uhr ein leitender Rotenburger Polizeibeamter dem Aufzug entgegen, um die Aktion zu stoppen und zu beenden. Der Aufzug umging den Beamten, der aus der Masse heraus von einem Versammlungsteilnehmer einen Schlag in den Rücken erhielt. Der Polizeibeamte konnte den Tatverdächtigen ergreifen, wurde aber von diesem zu Boden gerissen. Der Beamte erhielt am Boden einen Tritt von einem anderen Versammlungsteilnehmer gegen die Brust, so dass er den Festgenommenen los lies. Danach zog der Aufzug weiter in Richtung Neuer Markt/Am Sande. Eine sofort eingeleitete Fahndung verlief erfolglos. Die ungenehmigte Versammlung hatte sich bereits in alle Richtungen verstreut. Die Polizei leitete ein Strafverfahren gegen Unbekannt wegen Schweren Landfriedensbruchs, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Gefährlicher Körperverletzung ein. Der Beamte wurde bei dem Angriff leicht verletzt, kann aber inzwischen weiter Dienst versehen."

 

Quelle: Rotenburger Kreiszeitung 2.5.2009

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