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Erzieherinnen, Sozialarbeiter und Heilpädagogen fordern kleine Gruppen, existenzsichernden Lohn und Gesundheitsschutz.

20. Mai 2009 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #soziale Gerechtigkeit - gewerkschaftliche Kämpfe

Erzieherinnen, Sozialarbeiter und Heilpädagogen fordern kleine Gruppen, existenzsichernden Lohn und Gesundheitsschutz.
 
Obwohl die Einladung erst wenige Stunden zuvor die ErzieherInnen, Sozialarbeiter und Heilpädagogen erreichte, war der Saal der ver.di-Bildungsstätte in Walsrode voll. Aus Anlass der Tarifauseinandersetzung zum Gesundheitsschutz trafen sich Beschäftigte des Sozial- und Erziehungsdienstes aus allen Teilen des Landkreis Soltau-Fallingbostel. Viel Kritik an den Arbeitsbedingungen wurde laut. Die Belastungen in Kindertagesstätten, in der Behindertenhilfe, in Heimen und Sozialarbeit sind vielfältig. Zu goße Gruppen, Lärm, vielfältiger Streß, ständiges Sitzen auf Kinderstühlen und zahlreiche weitere Belastungen führen zu Rückenproblem, Kopf- und Magenschmerzen, Erschöpfungszuständen und anderes mehr.
 
 Pädagogen wollen gesunde Arbeitsbedingungen. FOTO: DGB-KulturArbeitskreis SFA

Eine Erzieherin schilderte, wie sie freitags ausgebrannt das Wochenende erreicht und Mühe hat, bis montags wieder fit zu sein. "Zu recht sind die Ansprüche an Bildung und Erziehung gewachsen", betont Erzieherin Carola Wehrs aus Munster. Aber gleichzeitig haben sich die Arbeitsbedingungen verschlechtert. "Wie soll ich es so schaffen, bis zur Rente durchzuhalten", klagt Heilpädagogin Kerstin Scholz. Und gleichzeitig wollen die Arbeitgeberverbände den Sozial- und Erziehungsdienst noch schlechter bezahlen.
 
"Mehr Leistung, mehr gesundheitliche Belastung bei weniger Gehalt - das geht gar nicht", war die einhellige Meinung aller.
 
In vielen Kitas gibt es keine Vertretungskräfte, aber viele zusätzliche Sonderaufgaben. In Schwarmstedt werden für Krankheitsvertretung Tagelöhner auf Abruf beschäftigt. Hinzu kommt, dass bereits heute viele Erzieherinnen einen Zweitjob haben, um über die Runden zu kommen. Nur 40 Prozent haben eine Vollzeitstelle und mehr als ein Drittel verdient weniger als 1500 Euro brutto.
 
Die Versammelten faßten ihre Forderungen zusammen: Das Kita-Gesetz soll kleinere Gruppen und mehr Zeit für Vorbereitung und Elternarbeit festlegen. Die Gehaltseingruppierung darf nicht noch schlechter werden und die Arbeitgeber müssen zu notwendigen Maßnahmen des Gesundheitsschutzes verpflichtet werden. "Mit Schallschutz und speziellen Erzieherstühlen hat einzig die Gemeinde Bomlitz einige von vielen Forderungen bereits erfüllt", erklärte Charly Braun von der ver.di- Arbeitskampfleitung.
 
Dass es bei Eltern meist viel Verständnis für die Forderungen der Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst gibt, zeigt sich auch an Eltern-Briefen an den Kommunalen Arbeitgeberverband. "Es kann nicht sein, dass Engagement und soziales Gewissen ausgenutzt wird", bekundet ein Elternvertreter und: "Von gesunden Arbeitsbedingungen für Erzieher profitieren vor allem unsere Kinder".
 
"Die Schmerzgrenze ist erreicht, darum wird es auch hier in der Heide zu verschiedenen Protestaktionen kommen. Warten wir's ab", stellte Charly Braun am Ende der Versammlung fest.

   

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