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Bildungsstreik 2009 Informationsblatt für alle Lehrerinnen und Lehrer - natürlich auch für Schüler und Eltern

30. Mai 2009 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Bildung



Liebe Kolleginnen und Kollegen,
in Berlin hat die Junge GEW ein Informationsblatt herausgegeben, das über den Bildungsstreik
2009 und besonders über die Rechtssituation während eines Streiks von Schülern und Schülerinnen
informiert. Es wendet sich vor allem an Lehrerinnen und Lehrer, die an Schulen arbeiten und
unterrichten, kann aber auch für andere Bildungsarbeiterinnen und Bildungsarbeiter, für Schülerinnen
und Schüler sowie Eltern interessant sein. Ihr könnt Euch im Internet unter http://www.gewberlin.
de/18865.htm das Informationsblatt ansehen und herunterladen; der Rechtsteil ist aufgrund
der eigenen Schulgesetze in den einzelnen Bundesländern allerdings nur für Berlin gültig. Der informative
Teil des Faltblatts enthält jedoch Hinweise, die bundesweit von Bedeutung sind, so dass
wir uns zu dieser Veröffentlichung entschieden haben.
Viel zu häufig werden Schüler und Schülerinnen als eine zu den Lehrkräften gegensätzliche Interessengruppe
gesehen. Bei einem Bildungsstreik kommt Ihr als Lehrer und Lehrerinnen deshalb
oft in ein Dilemma: Einerseits möchtet Ihr die jungen Menschen in ihren bildungspolitischen Anliegen
unterstützen – viele Zielsetzungen des Bildungsstreik decken sich schließlich auch mit Wünschen
und Forderungen von Menschen, die in den Bildungseinrichtungen arbeiten. Andererseits
sollt Ihr auf die Einhaltung der Schulpflicht hinwirken oder sogar Leistungskontrollen abverlangen.
Wir wollen Euch Mut machen, den Bildungsstreik – im Rahmen Eurer Möglichkeiten – zu unterstützen.
Eure Junge GEW Berlin
Was will der Bildungsstreik 2009?
Ein breites Bündnis von Studierenden, Schülerinnen und Schülern, aber auch anderen gesellschaftlichen
Gruppen ruft im Juni 2009 zu einem bundesweiten Bildungsstreik auf. Vom 15. bis 19.
Juni soll mit vielfältigen Aktionsformen auf die Bildungsmisere aufmerksam gemacht werden. Am
17. Juni 2009 – nicht ohne Grund wurde hier ein geschichtsträchtiges Datum gewählt – sind in
vielen Städten Demonstrationen geplant.
Hauptziele des Bildungsstreiks sind ein freier Zugang zu Bildungseinrichtungen, Chancengleichheit
im Bildungssystem, selbst bestimmtes Lernen und mehr Demokratie in allen Bildungseinrichtungen.
Darüber hinaus wird die chronische Unterfinanzierung von Schulen, Hochschulen und anderen
Bildungseinrichtungen zum Thema gemacht. Eine bessere staatliche Finanzierung von Erziehung
und Bildung ist dringend notwendig. Während über Nacht viele Milliarden Euro für die Rettung
der Banken und Automobilindustrie mobilisiert werden konnten, fehlen die dringend erforderlichen
Zukunftsinvestitionen in die Bildung.
Die Bildungsmisere unseres Landes drückt sich auch in den immer schlechter werdenden Arbeitsund
Beschäftigungsbedingungen in vielen Bildungseinrichtungen aus. Die GEW hat auf ihrem Gewerkschaftstag
Ende April in Nürnberg in einem Dringlichkeitsantrag beschlossen, den Aufruf zum
Bildungsstreik zu unterstützen. Es ist höchste Zeit für eine Protestbewegung, in der Studierende,
Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit Bildungsarbeitern und -arbeiterinnen an einem Strang
ziehen und eine Kehrtwende in der Bildungspolitik durchsetzen!
Weitere Informationen findet Ihr unter:
www.bildungsstreik2009.de
www.gew.de/Bildungsstreik_2009_2.html
http://www.gew-berlin.de/18865.htm

Wie könnt Ihr den Bildungsstreik unterstützen?
Macht Bildung bei und mit Euren Schülerinnen und Schülern zum Thema!
Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer sind gemeinsam von den schlechten Bedingungen
im Bildungssystem betroffen und müssen deshalb über ihre Situation ins Gespräch kommen.
Mit den Schülerinnen und Schülern seid Ihr die Experten und Expertinnen bei der Frage, wie
eine bessere Schule aussehen könnte. Auch wenn viele Bedingungen nur auf politischer Ebene
verändert werden können, könnt Ihr auch „an der Basis“ viel dafür tun, dass sich „etwas bewegt“.
Ob im Rahmen einer Unterrichtsreihe, bei Projekttagen oder anderen schulischen Veranstaltungen
– Bildung muss in und außerhalb der Schule zum Thema gemacht werden!
Nutzt Euren pädagogischen und arbeitsrechtlichen Spielraum!
Auch wenn Ihr Eure Schülerinnen und Schüler weder zur Teilnahme am Bildungsstreik aufrufen
noch einen solchen aktiv unterstützen dürft, so liegt es doch in Eurer Hand, Repressionen gegen
teilnehmende Schülerinnen und Schüler zu verringern oder zu vermeiden. Erschwert Euren Schülerinnen
und Schülern nicht die Teilnahme an den Protestveranstaltungen, sondern bietet ihnen
Handlungsspielraum für Partizipation. Plant für den Unterricht am Mittwoch, dem 17. Juni 2009,
keine Lernerfolgskontrollen wie Tests, Klassenarbeiten oder Klausuren, weil gerade hier viele Konflikte
entstehen. In den gesellschaftswissenschaftlichen Fächern ist es auch möglich, beispielsweise
im Rahmen einer Unterrichtseinheit zum Thema „Demokratie“ eine Exkursion mit den Schülerinnen
und Schülern zum Ort der Demonstration für eine bessere Bildung zu machen – natürlich
mit Arbeitsaufträgen und Beobachtungsbögen. Falls in Eurer Schule für den 17. Juni 2009 ein
Wandertag geplant ist, kann die Wanderung auch entlang der Demonstrationsstrecke führen.
Sprecht mit Kolleginnen und Kollegen über den Bildungsstreik!
Informiert Eure Kollegen und Kolleginnen über den geplanten Bildungsstreik, seine Zielsetzungen
und Eure Handlungsmöglichkeiten. Sucht das Gespräch mit ihnen, um vielleicht ein gemeinsames
Vorgehen zu vereinbaren. Regt die bildungspolitische Diskussion im Kollegium an! Es kann auch
ein Studientag des Kollegiums zum Thema „Bildung“ geplant werden, obwohl das für den 17. Juni
2009 jetzt vermutlich nicht mehr möglich ist.
Nehmt die Grund- und Menschenrechte Eurer Schülerinnen und Schüler ernst!
Auch für Schülerinnen und Schüler gelten in der Schule die Grundrechte wie beispielsweise Versammlungs-
und Meinungsfreiheit, die im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland festgeschrieben
sind. Schule soll Schülerinnen und Schüler zu mündigen, verantwortungsvollen und
selbst bestimmten Bürgerinnen und Bürgern dieses Staates erziehen und bilden. Dabei müssen
ihnen die Grund- und Menschenrechte zugestanden werden – auch wenn es gerade nicht in den
Stundenplan passt!
Wo könnt Ihr Euch Rat holen?
Falls Ihr noch Fragen zu Eurer schul- und arbeitsrechtlichen Situation während des Bildungsstreiks
habt, könnt Ihr Euch als GEW-Mitglieder an Euren GEW-Landesverband wenden. Die Kontaktdaten
der Landesverbände in der GEW findet Ihr unter http://www.gew.de/Landesverbaende.html.
Wie geht es weiter?
Dieses Informationsblatt soll aktualisiert und weiter entwickelt werden. Deshalb freuen wir uns über
weitere Ideen, über Hinweise sowie Erfahrungsberichte für die nächste Ausgabe. Besonders
dankbar wären wir darüber, wenn Ihr uns über repressive Maßnahmen, denen Ihr unter Umständen
ausgesetzt seid, informiert – einfach eine Email an junge-gew@gew-berlin.de. Vielen Dank!
v.i.s.d.P: Ilke Glockentöger, Junge GEW Berlin, Ahornstraße 5, 10787 Berlin

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