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Kita-Landeselternvertretung (Kita-LEV e.V.) - Stellungnahme zur Änderung der 2. DVO KiTaG

12. Juni 2009 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Bildung

Kita-Landeselternvertretung (Kita-LEV e.V.)

Stellungnahme zur Änderung der 2. DVO KiTaG

                                                                                                                            Papenburg,11.06.2009


Mit diesem Schreiben nimmt die Kita-Landeselternvertretung Kita-LEV e.V. offiziell Stellung zur geplanten
Änderung der „Verordnung über Mindestanforderungen an besondere Tageseinrichtungen für Kinder
sowie die Durchführung der Finanzhilfe (2.DVO-KiTaG)“.

Die Kita-LEV e.V. erkennt das Bemühen der niedersächsischen Landesregierung an, verlässliche
Bedingungen zur Betreuung von Kindern mit oder ohne Behinderungen unter drei Jahren sicher zu stellen.
Gleichwohl sehen wir zu nachfolgenden Punkten des Gesetzentwurfes vom 20.05.2005 noch Klärungsbedarf
und möchten erläuternd Stellung dazu nehmen.

Zu §1 Abs 1, Satz 1:
Mit der geplanten Änderung des Begriffs „behinderte und nicht behinderte Kinder“ in „Kinder mit und ohne
Behinderungen“ wird aus unserer Sicht zum Ausdruck gebracht, dass Kinder mit Behinderungen zuerst einmal
auch Kinder sind, denen genauso wie Kinder ohne Behinderungen vielfältige Entwicklungs- und
Bildungsmöglichkeiten offen stehen und wertvolle Mitglieder der Gesellschaft sind.

Zum neuen Abs 4 Satz 4
Durch die angedachte gesetzliche Verankerung der Umwandlung von integrativen Gruppen zu
altersübergreifenden integrativen Gruppen ohne eine nochmalige Reduzierung der Gruppengröße sehen wir
die Qualität der integrativen Erziehung gefährdet.
In einer integrativen Gruppe, die wir übrigens auch für reine Krippeneinrichtungen fordern, bedarf es einer
besonderen Aufmerksamkeit des pädagogischen Personals, den Anforderungen nicht nur der Kinder ohne
Behinderungen, sondern vor allem auch der Kinder mit Behinderungen gerecht zu werden, damit diese eine
gute Entwicklung vollziehen. Kinder unter drei Jahren brauchen nach unserer Auffassung eine noch direktere
persönliche Betreuung durch das pädagogische Personal und bedingen zudem ebenso einen höheren
pflegerischen Aufwand wie Kinder im Kindergartenalter. Diese Voraussetzungen sind in dem Moment nicht
mehr oder nur eingeschränkt zu gewährleisten, wenn die ebenfalls in der Gruppe befindlichen Kinder mit
Behinderungen berechtigterweise einen Großteil der personellen Ressourcen erfordern.
Unklar ist in der Gesetzesvorlage aus unserer Sicht die eindeutige Definition der Anteile der Kinder unter drei
Jahren und der Kinder mit Behinderungen in einer altersübergreifenden Integrationsgruppe.
Die Umwandlung einer integrativen Gruppe in eine altersübergreifende integrative Gruppe ist für uns daher nur
unter folgenden Rahmenbedingungen denkbar:

1. Personalausstattung: 1x sozialpädagogische Fachkraft
1x heilpädagogische Fachkraft
sowie eine zusätzliche dritte Kraft

2. max. Gruppengröße: Aufnahme von max. 3 Kinder unter drei Jahren entsprechend der
Gesetzesvorlage
ergänzend dazu:

Bei einer Aufnahme eines Kindes unter drei Jahren reduziert sich die
Gruppengröße jeweils um den Faktor 1.
Bei einer Aufnahme eines Kindes unter drei Jahren mit Behinderungen
reduziert sich die Gruppengröße jeweils um den Faktor 2.

3. Qualifikation des Personals: mindestens entsprechend vorgelegtem Gesetzentwurf
Damit die besonders anspruchsvolle pädagogische Arbeit in der altersübergreifenden Integrativgruppe
gelingen kann, empfehlen wir in diesem Zusammenhang eine auch für die heilpädagogischen Fachkräfte
verpflichtende Teilnahme an Fortbildungsveranstaltzungen im jährlichen Umfang von mindestens 3 Tagen
analog §5 Abs 5 KiTaG.
Offen ist für uns weiterhin die Frage, wie die Betreuung der Kinder mit Behinderungen bei Ganztagsbetrieb
umgesetzt werden kann. Wir denken, dass bedingt durch die gesellschaftlichen Veränderungen für die Praxis
Lösungen gefunden werden müssen, die zum einen eine kontinuierliche Betreuung der Kinder mit
Behinderungen durch das heilpädagogische Fachpersonal absichern, zum anderen aber auch eine
Umsetzbarkeit der für das Personal bestehenden gesetzlichen Vorgaben, z.B. nach einzuhaltenden
Pausenzeiten, aus dem Arbeitszeitgesetz gewährleisten.

Wir verzichten an dieser Stelle darauf, die Punkte zur Umsetzung der Finanzhilfe aufgrund der Trägervielfalt
und der damit verbundenen unterschiedlichen Abrechnungsverfahren zu behandeln.

Für die Kita-LEV e .V.
Mit freundlichen Grüßen
Hermann Terhorst    Anna Matern-Bandt



Landeselternvertretung der niedersächsischen Kindertagesstätten e.V.
c/o Hermann Terhorst, An der Sporthalle 11, 26871 Papenburg, http://www.kita-lev.de
Vorstandsteam (alphabetisch): Sedigheh Asghary (Hannover) 0178/6942046, H-D Charly Braun (Hannover) 0511/456252,
Anna Matern-Bandt (Lingen/Ems) 0591/74137,
Steffen Otto (Lk Emsland) 05937/7421, Christian Preinfalk (Braunschweig) 05307/9809585,
Antje Rinne (Lk Schaumburg) 05751/924897, Inge Scharna (Hannover) 0511/2108007,
Hermann Terhorst (Lk Emsland) 04962/914330, Arndt Wülfing (Lk Hildesheim) 05123/409838
Bankverbindung: Kita-LEV e.V. Kto. 861 464 000 BLZ 269 910 66 Volksbank eG Wolfsburg

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