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Deutsche wollen gleiche Bildungschancen

21. Juni 2009 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Bildung

Die meisten Bundesbürger plädieren für eine Reform des dreigliedrigen Schulsystems, mehr Ganztagsschulen und die Unterstützung sozial schwacher Kinder. Laut einer Umfrage des Emnid-Instituts will die Mehrheit einen gerechteren Bildungszugang.

Befragt wurden rund 1.500 Personen über 14 Jahren in Privathaushalten. Die Ostdeutschen äußern sich besonders kritisch zum Bildungswesen - 60 Prozent halten es für ungerecht. Drei von vier Personen und gar 86 Prozent der befragten Eltern meinen, dass Jugendliche nicht die gleichen Berufschancen haben. Diese seien vielmehr abhängig von Schicht- und Kulturzugehörigkeit. Die meisten befürworten Reformen in folgenden Bereichen:

Gegliedertes Schulsystem: Die Mehrheit aller Umfrageteilnehmer und rund 60 Prozent der Eltern sind der Ansicht, dass ein längerer gemeinsamer Unterricht die Chancengleichheit erhöhe. Rund die Hälfte aller Befragten plädiert für eine sechsjährige gemeinsame Schulzeit und knapp jeder fünfte sogar für eine neunjährige. Weniger als jeder Dritte - in Ostdeutschland nur jeder Fünfte - befürwortet die derzeit gängige Aufteilung nach Klasse 4. Dabei gibt es kaum Unterschiede zwischen Eltern von Gymnasiasten, Haupt-, Real- oder Gesamtschülern.

Ganztagsschule: Jeweils drei von vier Befragten fordern mehr Ganztagsschulen. Die Eltern von Gesamtschülern bejahen sogar zu 85 Prozent einen Ausbau von Ganztagsschulen, wie es die Gesamtschulen größtenteils schon sind.
 
Individuelle Unterstützung und Toleranz: Rund 90 Prozent wollen, dass Kinder aus sozial schwachen Familien stärker individuell gefördert werden. 62 Prozent aller Umfrageteilnehmer und 67 Prozent der Eltern befürworten eine bessere Förderung von Schülern ausländischer Herkunft. Zwei Drittel der Befragten und sogar 71 Prozent der Eltern wären bereit, diesen Kindern und Jugendlichen zum Beispiel bei den Hausaufgaben zu helfen. Gefordert wird auch eine verstärkte Erziehung zu Offenheit und Toleranz.

Problemschulen: Drei Viertel der Befragten sind der Ansicht, dass mehr Geld für Schulen in benachteiligten Stadtvierteln investiert werden sollte, um Kinder aus Zuwandererfamilien besser zu fördern.


Download der Emnid-Studie "Integration durch Bildung - Ergebnisse einer repräsentativen Bevölkerungs-Befragung in Deutschland"

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