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Hotelverkauf gescheitert: Faßberg muss Zentrum von Rechtsextremisten befürchten

5. Juli 2009 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Kampf gegen Nazis - Norddeutschland



Rechtsextremismus/Kommunen Hotelverkauf gescheitert: Faßberg muss Zentrum von Rechtsextremisten befürchten Faßberg/Kr. Celle (epd). Die Gemeinde Faßberg bei Celle muss offenbar noch immer ein Zentrum von Rechtsextremisten auf ihrem Gebiet fürchten. Verhandlungen zwischen dem Eigentümer eines leerstehenden Hotels und einem Investor, der in dem "Landhaus Gerhus" ein Pflegeheim einrichten wollte, seien ins Stocken geraten, sagte ein Sprecher das Landkreises Celle am Freitag dem epd. Der Eigentümer habe das Kaufangebot ausgeschlagen. Die Gemeinde hatte auf einen Erfolg der Verhandlungen gehofft, um einen möglichen Verkauf des Hotels an den rechtsextremen Anwalt Jürgen Rieger zu verhindern. Noch während der Verhandlungen ist das Hotel nach Angaben des Landkreises an einen Pächter aus dem rechtsextremen Spektrum verpachtet worden. Nach einem Bericht der Celleschen Zeitung vom Freitag soll es sich dabei um Rieger handeln. Auch Faßbergs Bürgermeister Hans-Werner Schlitte geht davon aus. Landrat Klaus Wiswe (CDU) wies Spekulationen zurück, nach denen der Pächter auch Eigentümer werden könnte. Zwar stünden die Versuche zur Einigung vor dem Aus: "Allerdings hat die Gemeinde Faßberg bereits ihr Vorkaufsrecht geltend gemacht." Dagegen war der Eigentümer des Hotels vor Gericht gegangen. Das Verfahren habe mit dem Einverständnis beider Parteien jedoch geruht, mit der Hoffnung, einen privaten Investor zu finden, sagte Schlitte. Er hoffe noch immer, dass der Eigentümer erkenne, dass der angebotene Kaufpreis von deutlich über 500.000 Euro ein "faires Angebot" sei. "Wenn nicht, müssen wir das Verfahren weiterführen. Wir wollen nicht, dass sich Rechtsradikale hier breit machen." Jürgen Rieger, der durch eine rechtsextreme Stiftung über erhebliche Geldmittel verfügt, hat bereits mehrere Auseinandersetzungen mit Kommunen und aufgebrachten Bürgern hinter sich. Die Stadt Wolfsburg untersagte aus baurechtlichen Gründen die Nutzung eines Gebäudes als Museum. In Dörverden bei Bremen kaufte der Rechtsanwalt ein ehemaliges Bundeswehr-Gelände, den "Heisenhof", um hier ein Schulungszentrum für Neonazis einzurichten. Hier dauert das juristische Tauziehen um die Nutzung noch an. Die Stadt Melle bei Osnabrück wehrte sich mit baurechtlichen Vorschriften gegen die Nutzung ihres alten Bahnhofs durch Rieger als Neonazi-Tagungszentrum. Ähnlich reagierten auch die Behörden in Hameln auf den Kauf eines Kinos durch den Rechtsextremisten. In Delmenhorst verhindert ein breites Bürger-Bündnis durch einen "Abwehrkauf", dass Rieger dort in einem Hotel ein Schulungszentrum für die rechte Szene einrichten konnte. Das Hotel wurde mittlerweile abgerissen.


Quelle:  Evangelischer Pressedienst (epd). 03.ß7.2009

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