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450 Künstler in Deutschland rufen auf: Jetzt erst recht! "Unruhe stiften" gegen Schwarz-Gelb!

16. Oktober 2009 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Politik


Noch sind die Koalitionsverhandlungen der neugewählten Bundesregierung
nicht abgeschlossen. Aber die Konturen der Weichenstellung in Richtung
eines weiteren sozialen Kahlschlages sind schon jetzt absehbar.

Gegen eine solche Politik sagen über 450 KünstlerInnen und
Kulturschaffende in Deutschland entschieden NEIN!
 
Seit Anfang Juli gibt es den bundesweiten Künstleraufruf
www.unruhestiften.de. Es ist ein Aufruf gegen rechts, gegen die
Abwälzung der Krisenfolgen und für die Umverteilung von oben nach unten,
gegen die Kriegspolitik der Bundesregierung. Er knüpft an die bei vielen
Menschen im Land vorhandene Grundstimmung an, daß für gesellschaftliche
Veränderungen alles andere gebraucht wird als Ruhe.

Gegen die konkret drohende weitere Abwälzung der Krisenlasten auf die
Bevölkerung heißt es in dem Aufruf:
Unruhe für soziale Umverteilung und soziale Gerechtigkeit
Unruhe gegen ein Deutschland der sozialen Eiszeit
Ein Gesellschaftssystem, in dem Wertpapiere und Profitoptionen als
systemrelevant vergötzt werden, untergräbt die Wurzeln menschlichen und
kulturellen Reichtums.
Wir fordern soziale Schutzschirme für Menschen anstelle der Fortsetzung
der Verarmungspraxis durch Hartz IV. Wir wehren uns gegen die
einseitigen Subventionen von Banken und Unternehmen einerseits - und das
"Im-Regen-stehen-Lassen" von Belegschaften und Beschäftigten
andererseits. Wir fordern, daß Reichtum von oben nach unten umverteilt
wird! Wir wenden uns gegen das weitere Zerschlagen sozialer Sicherungen
und Einrichtungen - und gegen Privatisierungen im Öffentlichen Dienst.

An bundesweit namhaften KünstlerInnen haben den Aufruf bis jetzt Dieter
Hildebrandt, Sonja Kehler, Lydie Auvray, Dietrich Kittner, Erich
Schaffner, Dieter Dehm, Bernd Köhler, der Ernst-Busch-Chor Berlin,
Elfriede Brüning, Die Bösen Mädchen, Rotdorn, Klaus der Geiger, Habib
Bektas, die Microphone Mafia und viele andere unterstützt.

Auch die Bandbreite der Genres der unterzeichnenden KünstlerInnen wird
ständig vielfältiger: Schriftsteller, Rock- und Bluesbands,
Liedermacher, Kunstmaler, Kulturvereinigungen, Märchenkutschen,
Galeristen, Whiskeybotschafter, Journalisten, Theatergruppen, Chöre,
Bücherstuben, Verlage, Silberschmiede, Fotografen, Stahlbildhauer,
Atelierbesitzer, Folkgruppen, Satirezeitungen, Web-Designer,
Gewerkschaftsfachgruppen, Musiker, Kunstbahnhöfe, Zauberkünstler,
Tangotänzer, Schauspieler, Kabarettisten, Fachverbände für
Trauerkultur...

Mit dem Projekt "Unruhe stiften" entsteht somit ein neues breites und
interessantes Netzwerk linker Kulturschaffender in Deutschland. Die
KünstlerInnen, die diesen Aufruf unterstützen, stehen für linke Inhalte:
Und für die Stiftung von Unruhe! Sie unterstützen in ihrem
Wirkungsumfeld Bewegungen, Aktionen und Veranstaltungen zu den Inhalten
des Aufrufes.

Die Unterschriftensammlung geht zeitlich unbegrenzt weiter. Die
InitiatorInnen sind zuversichtlich, daß es nicht beim Aufruf bleibt.
Ende August 2009 fand in Kiel bereits eine erste Kulturveranstaltung
unter dem Motto "Unruhe stiften" mit 80 Teilnehmern statt.

Kontakt: www.unruhestiften.de - c/o Werner Lutz, Tel. 09131/404671

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