Overblog Folge diesem Blog
Edit post Administration Create my blog

ABL Pressemitteilung 24.2.13 -- "Bio-Eier" von Tiemann-Wiesenhof....usw. ?!

24. Februar 2013 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Gentechnik - Landwirtschaft - Ernährung

Sehr geehrte Redaktionen,
wie uns soeben aus "gut unterrichteten Kreisen" mitgeteilt wurde, richten sich die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Oldenburg nicht nur gegen große "Bio"-Eier-Unternehmen, sondern vorrangig auch gegen große konventionelle "Freiland"-Eiererzeuger, die z.T. mit ersteren identisch bzw. verknüpft sein sollen. 
Wir haben deshalb unsere Pressemitteilung ergänzt (siehe unten).     
 
Mit der Bitte um Veröffentlichung
und mit freundlichen Grüßen
Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft - AbL
Landesverband Niedersachsen - Pressesprecher
Eckehard Niemann, Varendorfer Str. 24, 29553 Bienenbüttel
0151-11201634  - 
eckehard.niemann@freenet.de  
 
 
Ergänzte Pressemitteilung
AbL warnt vor weiteren Skandalen in „Agrarindustrie-Bio“-Strukturen
  


Vor dem Hintergrund eines SPIEGEL-Artikels zu einem von der Staatsanwaltschaft Oldenburg verfolgten „Riesenbetrugs mit Bio-Eiern“ warnt die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) vor einem weiteren Vordringen von „Agrarindustrie-Bio“-Konzernen. Der Großteil der „Bio-Eier“ in den Supermärkten stamme längst von  Großunternehmen wie Tiemann-Wiesengold-Deutsche Frühstücksei, Fürstenhof-Behrens, Hennenberg, Hofreiter oder Eskildsen, die bäuerliche Anbieter verdrängten und bald prägend für die Bio-Richtlinien werden könnten.

Die AbL forderte Bio-Verbände wie Bioland oder Demeter auf, sich endlich klar mit einem echtem „Bauernhof-Bio“ bei den Verbrauchern zu profilieren. Verbände wie Naturland oder Biopark seien aufgerufen, sich rasch von agrarindustriellen Investoren in ihren Reihen zu trennen und Obergrenzen für Tierbestände und Herden zu beschließen. Ökologischer Landbau und eine artgerechte Tierhaltung seien nur in flächengebunden, mittelständisch-bäuerlichen Strukturen mit überzeugten Bio-Bauern möglich.
 
Dem widersprächen diametral die Öffnungsklauseln in der EU-Öko-Verordnung, die Betriebsteilungen zwischen konventionell und bio sowie einen relativ hohen Anteil von zugekauften Dünge- und Futtermitteln zuließen und zudem hinsichtlich der Tierhaltungsregeln weit hinter den Bioverbänden zurückblieben. Es sei höchste Zeit, so AbL-Agrarindustrie-Experte Eckehard Niemann, für eine europaweite Kampagne zur Angleichung der zu laschen EU-Öko-Verordnung an die Standards bäuerlicher Bioverbände mit Kreislaufwirtschaft und wirklich artgerechter Tierhaltung. Auch die Biobauern seien aufgerufen, sich verstärkt an der gesellschaftlichen Bewegung des Bürgerinitaitiven- und Verbände-Netzwerks „Bauernhöfe statt Agrarfabriken“ zu beteiligen.          
 
Dass es sich hier nicht um die Frage von "konventionell oder bio" handele, sondern um die Frage "bäuerlich oder agrarindustriell", beweise die Tatsache, dass sich die Ermittlungen der Oldenburger Staatsanwaltschaft vor allem auch gegen große konventionelle Freilandhaltungsbetriebe und –konzerne richteten.
                                                                                                                                                                     2.140 Zeichen   -  24.2.2013, 16 Uhr
 
 

 

AFP: Staatsanwaltschaft untersucht Riesenbetrug mit Bio-Eiern

 
Die Staatsanwaltschaft Oldenburg ermittelt offenbar wegen des Verdachts auf einen Riesenbetrug mit Bio-Eiern. Laut Medien hielten hunderte Betriebe mehr Hühner in den Ställen als erlaubt. Millionen falsch deklarierte Eier seien in den Handel gelangt.
Die Staatsanwaltschaft Oldenburg ermittelt offenbar wegen des Verdachts auf einen Riesenbetrug mit Bio-Eiern. Hunderte Betriebe missachteten laut "Spiegel" offenbar systematisch die Vorschriften bei der Haltung von Legehennen. Sie hielten demnach deutlich mehr Hühner in ihren Ställen als erlaubt und verkauften die Eier als Bio-Eier. Etliche Millionen Bio-Eier seien so in die Läden gegangen, die nicht als Bio-Eier deklariert werden hätten dürfen.
 
Laut "Spiegel" fanden offenbar hunderte Durchsuchungen statt. Die Staatsanwaltschaft bestätigte dem Magazin, sie ermittle gegen 150 Betriebe in Niedersachsen. 50 Verfahren seien an Staatsanwaltschaften in anderen Bundesländern abgegeben worden, vor allem in Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern. Auch in Belgien und den Niederlanden seien Betriebe betroffen.
 
Ermittelt werde wegen Betrugs sowie Verstößen gegen das Lebensmittel- und das Öko-Landbaugesetz. Womöglich missachteten die Betriebe dem Bericht zufolge auch Tierschutzvorschriften und Umweltgesetze.
 
Sollte sich der Verdacht bestätigen, handle es sich um den größten Kriminalfall in der deutschen Agrarwirtschaft seit langer Zeit, berichtet der "Spiegel". Ob und wann Anklage erhoben werde, sei noch offen. Der neue niedersächsische Landwirtschaftsminister Christian Meyer sagte dem Magazin: "Wir prüfen, ob man den überführten Betrieben die Zulassung entziehen kann."    Karl-Josef Hildenbrand / 24.02.13 / AFP

Diesen Post teilen

Repost 0

Kommentiere diesen Post