Overblog Folge diesem Blog
Edit post Administration Create my blog

AN 2.6.11 Internat. workcamp Bergen-Belsen

2. Juni 2011 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Bergen Belsen

Antifaschistische Nachrichten Nr. 11,  2.6.11

Internationales Workcamp Bergen-Belsen

NS-Geschichte – Demo gegen Rassismus – Gedenkfeierabsage

Internationales Jugendworkcamp an der Rampe in Bergen-Belsen

 

65 Jugendliche aus Russland, Belarus, Litauen, Polen, Slowakei, Niederlande, Israel, Südafrika und Deutschland nahmen auf Einladung christlicher und gewerkschaftlicher Jugendverbände am Internationalen workcamp Bergen-Belsen (IWC) teil. Sie beschäftigten sich mit der Geschichte des größten  westeuropäischen, von den Nazis eingerichteten, Truppenübungsplatz Bergen, von dem aus der Überfall auf die Sowjetunion startete.
Hier richtete die Wehrmacht drei Lager für sowjetische Kriegsgefangene ein, in denen Zehntausende an Hunger, Seuchen und Mord starben – gemäß den rassistischen und antibolschewistischen  Befehlen. An der gleichen Rampe in Bergen, von der aus Kriegsgerät verschickt wurde, trafen Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge ein. Besondere Beachtung fanden die Berichte von zwei KZ-Überlebenden.
Für die Frage, wie es zum Faschismus kam und wie die Herrschaft nach 1933 nach und nach gesichert wurde, stand wenig Zeit zur Verfügung. Bei einem Antifa-Stadtrundgang durch Celle wurde einiges davon anschaulich gemacht.
In Gruppen wurden die Themen Bedeutung der Musik im NS, Displaced Persons nach der Befreiung, Vergleich Apartheid – NS, Fotografieren und workcamp-Doku sowie Aktuelles bearbeitet. Die AG Aktuelles lernte das alternative antifaschistische Bunte Haus-Celle kennen, ein Flüchtling berichtete über erniedrigende deutsche Asylpolitik und vor Ort informierten sie sich über den Kampf gegen Neonazis in Celle, Eschede und Umgebung. Diese AG produzierte daraus eine Sendung beim Internet-radioflora.de. Höhepunkt war die Beteiligung des workcamps am Protest gegen Ludendorffer in Dorfmark (siehe antifanachrichten 10-2011).
Es nahmen nur wenig deutsche Jugendliche teil. Grund ist, dass in Niedersachsen durch die Schulzeitverkürzung gleich 2 Jahrgänge Abitur machen und allgemein der Leistungsdruck so groß geworden ist, dass selbst die Ferien zum Pauken gebraucht werden.
Wenige Tage vorm Gedenktag kam die Einladung, dass das IWC sich nach mehr als 10 Jahren wieder mit einem eigenem Beitrag an der Gedenkfeier von Landesregierung und Landesverband jüdischer Gemeinden in Bergen-Belsen beteiligt. Das IWC nahm auch am Gedenken der Arbeitsgemeinschaft Bergen-Belsen e.V. an der Rampe teil. Die vor Monaten zugesagte Teilnahme an der Gedenkfeier von VVN/BdA und DGB auf dem Friedhof der sowjetischen Kriegsgefangenen Belsen-Hörsten lehnte die Mehrheit des IWC-Teams hingegen kurzfristig ab.


FOTO: Charly Braun und Kerstin Pätzold (beide DGB-Jugend) im Gespräch mit Prof. Heinrich Fink (VVN/BdA-Bundesvorsitzender) bei der Gedenkfeier in Belsen-Hörsten

 

Die Ankündigung, dass dort auch der VVN/BdA-Bundesvorsitzende Heinrich Fink spricht, hatte die Cellesche Zeitung zum Anlass genommen, längst widerlegte Stasi-Vorwürfe gegen ihn zu erheben. Das wirkte hinein in die niedersächsische Gedenkstättenpolitik und ins Jugendworkcamp. Während ein früherer DDR-Flüchtling und langjähriger Lehrer und Gedenkstättenmitarbeiter mit einer Papptafel am Friedhof gegen Fink demonstrierte, sprachen dort neben Professor Heinrich Fink, Mechthild Hartung (VVN), Alexander Stankevich (Russisches Generalkonsulat Hamburg) und Hartwig Erb (DGB). Erb erinnerte an die sowjetischen Opfer. Ohne die Befreiung vom Faschismus gäbe es heute in Deutschland keine freien Gewerkschaften. Erb stellte die gute Zusammenarbeit zwischen DGB und VVN/BdA beim Kampf gegen Neonazis heraus. Erb hatte zuvor gegenüber der Celleschen Zeitung eine Distanzierung von Fink abgelehnt.
Heide-Bote

Diesen Post teilen

Repost 0

Kommentiere diesen Post