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Antifa auf Deutschlandtour

12. Oktober 2010 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Kampf gegen Nazis - Bundesweit

Zunahme neofaschistischer Umtriebe in der Region um Bamberg. Eine Wanderausstellung hält dagegen

Von Tim-Niklas Kubach
Neonazis kleben Spuckies und Aufkleber, verteilen Flugblätter und sprayen die Altstadt zu: »Zur Zeit ist es wirklich schlimm in Bamberg«, erzählt Günter Pierdzig. Er ist Mitglied der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes / Bund der Antifaschisten (VVN-BdA) und sitzt im Steuerungskreis des Bamberger Bündnisses gegen Rechtsextremismus. »Die ganze Region Ober- und Mittelfranken und auch Bamberg werden in letzter Zeit intensiv von Neonazis heimgesucht und mausern sich mit freien Kameradschaften wie dem »Freien Netz Süd« oder »NS-Regnitz« zum Sammelbecken für rassistische und faschistische Umtriebe«, sagt er. Seit Januar dieses Jahres, in der Folge des Bundesparteitages der NPD, tritt die Neonazisszene auch verstärkt in Bamberg auf, wie Günter Pierdzig erzählt. Aus diesem Grund war es für das Bamberger Bündnis gegen Rechtsextremismus, in Zusammenarbeit mit VVN und dem DGB, wichtig, die neue Ausstellung »Neofaschismus in Deutschland« der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes nach Bamberg zu holen. Sieben weitere Termine in anderen deutschen Städten sind bereits bekannt.

Die Ausstellung zieht nach aktuellen Beispielen immer wieder den Vergleich zur Nazizeit, um die geistige Verbindung der Neofaschisten aufzuzeigen. Zur Verdeutlichung werden Zitate aus Reden von hochrangigen Nazis wie beispielsweise Josef Goeb­bels, aber auch aus Hitlers »Mein Kampf« sowie das NSDAP-Programm herangezogen und neben aktuelles NPD-Propagandamaterial gestellt. Das Ergebnis: In Programmatik und Argumentation gibt es kaum einen Unterschied zwischen alten und neuen Nazis. In einem ersten Bereich der Schau wird dargestellt, »wie neofaschistische Ideologie konsequent auf nationalsozialistischem Denken aufbaut«, erklärte Pierdzig in seiner Eröffnungsrede. Im Anschluß werden aktuelle Namen und Organisationen vorgestellt, wie beispielsweise die Parteien NPD, DVU und REP und Kleinparteien wie »Pro Deutschland«, aber auch die »Autonomen Nationalisten« und »Freien Kameradschaften«. Außerdem werden die Infrastruktur der Neofaschisten und so genannte Modellregionen beleuchtet, wo die Landtagsfraktionen der NPD eine entscheidende Rolle spielen: »Die NPD mißbraucht die Parlamente als Geldquelle, Propagandabühne und Versorgungswerk für ihre Aktivisten.«

Der dritte Teil der Ausstellung beschäftigt sich mit der Tolerierung von rechten Tendenzen in der Gesamtbevölkerung. »Sarrazin und Steinbach sprechen nur aus, was in der sogenannten Mitte der Gesellschaft mit ihrer angemaßten Deutungshoheit über andere demokratische Gesellschaftsteile gedacht wird«, so Pierdzig. »Es gibt noch ein Konkurrenzprodukt vom Verfassungsschutz – aber unsere Ausstellung ist besser«, witzelt VVN-Geschäftsführer Thomas Willms. Hintergrund: In Bayern wird die VVN immer noch vom Verfassungsschutz beobachtet, dazu Willms: »Die schreiben vollkommenen Humbug, und es behindert unsere Arbeit in Bayern massiv. Ich bin aber optimistisch, daß sich das ändern wird.«



Aktuelle Termine

– Rathaus Bamberg: noch bis 15. Oktober 2010;

– Dokumentationszentrum Prora: noch bis 30. Oktober 2010;

– Geschwister-Prenski-Gesamtschule Lübeck: 1. bis 5. November 2010;

– Rathaus Wismar: 1. bis 14. November 2010;

– Der Engelsche Hof in Röbel: 1. bis 28. November 2010;

– Offenburg: 11. bis 18. November 2010;

– Bremen: 17. Januar bis 7. Februar 2011;

– Stadthaus Schwerin: 1. bis 25. Februar 2011;

neofa-ausstellung.vvn-bda.de

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