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AStA warnt trotz Absage eines geschichtsrevisionistischen Vortrags weiter vor verstärkten rechten Umtrieben in den nächsten Wochen - Verbindungen von Burschenschaften mit der Neonaziszene

15. Januar 2010 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Kampf gegen Nazis Hannover

+++AStA warnt trotz Absage eines geschichtsrevisionistischen Vortrags weiter vor
verstärkten rechten Umtrieben in den nächsten Wochen+++Verbindungen von
Burschenschaften mit der Neonaziszene+++Gibt es erneute Proteste gegen das
hannoversche Verbindungswesen?+++
Für den heutigen Donnerstag, den 14.01., hatte die Burschenschaft „Ghibellinia-
Leipzig zu Hannover“ einen sog. „Burschenschaftlichen Abend“ angekündigt, auf
dem ein Vortrag mit dem geschichtsrevisionistischen Titel „Westalliierte
Kriegsverbrechen an Angehörigen der deutschen Wehrmacht“ gehalten werden
sollte. Laut Homepage der Burschenschaft wird die Veranstaltung ohne Angabe von
Gründen verschoben. Der AStA ruft dennoch zu erhöhter Aufmerksamkeit gegenüber
rechten Umtrieben im Umfeld der Uni Hannover auf.
Gastreferent sollte ein Dr. Roland Billib, Alter Herr der Münchener Burschenschaft
„Danubia“ sein. Dieser wollte die Thesen von James Bacque, einem für seine
geschichtsrevisionistischen Ansichten bekannten kanadischen Publizisten, vortragen.
Dabei behauptet die Burschenschaft, dass es sich bei Bacque um einen „Professor“
handele, dessen „Forschungsergebnisse“ man offensichtlich für erörterungswürdig
hält. Bacque ist weder Professor, noch sind seine Thesen historisch haltbar. Seine
tendenziöse „Forschung“ verfolgt vielmehr eindeutig die Intention, deutsche
Kriegsverbrechen zu relativieren und einen pathetischen Opfermythos zu
produzieren.
Vor dem Hintergrund bevorstehender Großereignisse der rechten Szene,
insbesondere des „Gedenkmarsches“ anlässlich der Bombardierung Dresdens,
erscheint die Themenwahl für den Burschenschaftsabend nicht zufällig.
Verbindungen zwischen Burschenschaften und NPD-Funktionären sowie militanten
Kameradschaften bestehen bundesweit und sind vielfach dokumentiert. Die
Burschenschaft Danubia, aus dessen Reihen der vorgesehene Referent kommt, hat
zu ähnlichen Abenden u.a. schon so illustre Gäste wie Horst Mahler geladen und im
Jahr 2001 einen gesuchten rechten Gewalttäter bei sich versteckt.
Sophie Edamm, Aktivistin der uninahen „762-ANTIFA“ und Expertin für studentische
Verbindungen, erklärt dazu: „Versuche, kurz vor dem Holocaust-Gedenktag die
deutsche Kriegsschuld zu relativieren, sind für uns nicht hinnehmbar. Wir werden das
Treiben der Ghibellinia und anderer Burschenschaften und Verbindungen genau
beobachten und rechten Aktivitäten nicht tatenlos zusehen. Für ein deutliches
Zeichen gegen Geschichtsrevisionismus rufen wir auch an der Uni Hannover dazu
auf, die Proteste gegen Nazievents zu unterstützen, insbesondere am 13. Februar in
Dresden“.
Die Burschenschaft „Ghibellinia Leipzig“ ist in der Vergangenheit bereits mehrfach
durch Veranstaltungen mit rechter Intention aufgefallen, wie ein Blick in das
Veranstaltungsprogramm auch derzeit bestätigt. Als Mitglied des deutschnationalen
Dachverbandes „Deutsche Burschenschaft“ ist sie überdies mit zahlreichen weiteren
rechten Bünden vernetzt.

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