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Bad Nenndorf 6.8.11 Rede H-D Charly Braun - AKTIVER ANTIFASCHIST

6. August 2011 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Kampf gegen Nazis - Norddeutschland

Bad Nenndorf 6.8.11     Rede H-D Charly Braun,       - DGB-Regionsvorstand Lüneburger Heide,
- Vetreter von Bündnissen gegen Nazis aus der Westheide,
- ver.di-Bezirksvorstand   und        - DGB-Verantwortlicher der Jugendarbeit in Bergen-Belsen
          
es gilt das gesprochene Wort
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Liebe Schaumburgerinnen und Schaumburger, liebe antifaschistische Freundinnen und Freunde,

ich komme vom DGB-Regionsvorstand aus der Lüneburger Heide und als Vertreter mehrerer Bündnisse gegen Rechts aus der Westheide. Ich habe solidarische Grüße und etliche KollegInnen mitgebracht.

Dass ich selbst Braun (Charly Braun) heiße und meine Eltern wegen Heirat kurz vor Kriegsende einen sog. Ariernachweis erbringen mußten, ändert nichts daran, dass ich wie ihr alle,  Nazis und braune Jauche nicht auf Straßen, im Internet, in Parlamenten und Köpfen dulde.
Die braune Ideologie steht für Rassismus, Ungleichheit von Menschen, das sog. Recht des Stärkeren, Zwangsarbeit und für die ernstgemeinte Parole "wer nicht arbeitet soll auch nicht essen".  Behinderte und Obdachlose sind wie Menschen nicht-weißer Hautfarbe und AntifaschistInnen auch nach 1945, auch 2011 Opfer von Nazi-Anschlägen.
BN11 0252
"Der Schoß ist fruchtbar noch", denn Leute wie Sarrazin sorgen dafür, dass der Boden für die braune Weltanschauung gut gedüngt wird. Auch staatliche Flüchtlingspolitik befördert Rassismus. So wie wir hier den neuen SA-Horden gegenüberstehen, so schützen in Rotenburg/ Wümme seit April 2010 Menschen 2 Roma-Frauen mit Kirchenasyl, damit sie nach 19 Jahren nicht abgeschoben werden. In Bomlitz/ Walsrode fordert seit Jahren eine große Bürgerinitiative die Rückholung einer nach Armenien abgeschobenen Familie.
Oft werden in Deutschland in Nacht- und Nebelaktionen ganze Familien abgeschoben, sogar in Länder in denen Hunger und Armut oder gar Haft, Folter oder Tod drohen. Es ist schlicht menschlich, sich dem entgegen zu stellen.
 Mittels Arbeits- und Sozialgesetzgebung werden zahlreiche Menschen auch bei uns in Armut geschickt. Die Zahl der Menschen die überhaupt nicht mehr krankenversichert sind steigt. All diese Zustände wollen Nazis mit Nationalismus und Rassismus lösen. Statt demokratischer und sozialer Rechte sollen Chefs als Betriebsführer herrschen und Gewerkschaften und Streikrecht abgeschafft werden.

Neonazis schlagen denselben braunen Schaum wie vor 1945.
Ich will euch sagen warum sie in Wirklichkeit trauern: Sie trauern um die Niederlage des Faschismus 1945 und den Verlust ihrer Herrschaft, legal zu entscheiden wer lebenswert ist und wer nicht.
Was sie vertreten und praktizieren ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen. Herr Minister Schünemann ich sage Ihnen klipp und klar: Wer Nazi-GegnerInnen mit Nazis gleichsetzt, wendet sich zugleich gegen Demokratie.  Die Nazi-Weltanschauung ist verantwortlich für die größten und industriell praktizierten Menschheitsverbrechen. Dass ein demokratischer Staat die verbrecherische Ideologie mit Geld und Polizeischutz noch befördert,  dass geht gar nicht !!
 

Das war bereits in der Weimarer Republik ein Fehler.   Nazis die Straße frei-machen, aber uns in Eschede, Dorfmark/ Bad Fallingbostel, Bad Nenndorf unsere Demonstrationen behindern. Was hat denn das mit Demokratie zu tun ?
 
2006 sind NPD und andere Nazis in Niedersachsen in zahlreiche Gemeinderäte und Kreistage gewählt worden. Jetzt treten sie vermehrt an.
Der Anmelder des heutigen Nazi-Hassmarsches, Matthias Schultz, will Ratsherr in Verden werden. Per Internet bietet er großkotzig T-shirts mit seinem Namenszug an. Seine Trauer gilt dem Verlust des Nazizentrums Heisenhof, der noch in diesem Jahr abgerissen wird.

Die Kameradschaft Snevern-Jungs,
die zuhause in Schneverdingen an Volksläufen inzwischen nicht mehr teilnehmen dürfen, sind seit Anfang an Marschierer in Bad Nenndorf. Auch ihr arisches Blutspenden beim DRK nutzen sie für Propaganda. Auf ihrer Website reißen sie sogar rassistische Witze.
             Auf der Website der "Snevern Jungs" sind verschiedene Schokoküsse abgebildet. Die mit den Bezeichnungen "Mohrenkopf", "Negerkuss" und "Bimboschmatzer" haben
Stopp-Schilder. Das vierte Bild, hervorgehoben mit einem Vorfahrtsschild, trägt den Titel (ich zitiere) "Mit Schokolade überzogene Schaumzuckerware mit Migrationshintergrund". Über sowas können nur Rassisten lachen
.

Snevern-Jungs-Führer, Matthias Behrens, ist stellvertretender NPD-Landesvorsitzender und will Kommunalpolitiker werden
.


Wunsiedel, wo sich der CSU-Bürgermeister erfolgreich gegen Nazi-Aufmärsche auf die Straße setzte, ist jetzt ohne das Grab des Nazi-Verbrechers Rudolf Hess. Nach Widerständen gegen Nazi-Feiern auf dem Soldatenfriedhof Essel bei Schwarmstedt, sind ihnen SS-Heldenfeiern dort verwehrt.  Ihre Wallfahrtsorte heißen Dresden und Bad Nenndorf. Jetzt bekennen sich die Geschichtsleugner dazu, dass Bad Nenndorf ihr "Schlachtfeld" für Propaganda und sonst noch was ist.

Euer (Bad Nenndorf's) Stadtdirektor und Samtgemeinde-Bürgermeister Bernd Reese hat Recht mit seinen Worten: "Die Taktik, die Neonazis durch Ignorieren und Geringschätzung zu vertreiben, ist nicht aufgegangen."
Ich freue mich wirklich sehr, dass sich in Bad Nenndorf und im Schaumburger Land immer mehr Gruppen, Vereine, Geschäftsleute, Junge und Alte kreativ, bunt und ideenreich gegen die Nazi-Propaganda-show engagieren. Liebe SchaumburgerInnen, ihr seid gute Vorbilder für antifaschistischen Widerstand in Stade, Tostedt, Celle, Walsrode und Berlin. Ihr verdient den Courage-Preis ! 
 
Heute Nacht wollen Nazis in ihrem "Kampf um Berlin" 40.000 Wahlplakate an Berliner Laternen hängen. Unseliger Tradition verpflichtet wollen sie Berlin auch noch mit einem Fackelmarsch beglücken.

Egal wo, sie werden nicht durchkommen !   Keine Propaganda-Freiheit für die verbrecherische Ideologie !

Schluß mit Nazi-Aufmärschen in Bad Nenndorf und anderswo !

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H. Anne Kramer 08/09/2011 11:12



Korrektur: Guter, sehr mutiger Aufruf. Möge er über die Grenzen hinaus gehört werden. Vielen Dank.


Heide A. Kramer.


9. Aug. 2011