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„Berliner Zustände“ für das Jahr 2010 erschienen.

25. Juni 2011 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Kampf gegen Nazis - Bundesweit

„Berliner Zustände“ für das Jahr 2010 erschienen.
Ein Schattenbericht über Rechtsextremismus, Rassismus und Antifeminismus
Berlin, 07. Juni 2011
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
zum fünften Mal analysieren Berliner Projekte, Initiativen und WissenschaftlerInnen die „Berliner
Zustände“ und geben damit einen Einblick in ihre tägliche Arbeit. Mit dem Schattenbericht möchten
die Herausgeber/innen, das apabiz e.V. und die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus
Berlin, eine Alternative zu staatlichen Sichtweisen bieten und die aus ihrer Sicht wesentlichen
Entwicklungen und Tendenzen in Berlin in den Blick nehmen.
Das erscheint uns umso wichtiger angesichts einer „Extremismus-Debatte“, die hart erkämpfte
Standards in der Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus gefährdet. Wie sich diese
Debatte auf die konkrete Demokratiearbeit von Trägern und Initiativen auswirkt, beschreibt der
Beauftragte für Integration und Migration des Berliner Senats, Günter Piening, in seinem Vorwort.
„Extremismusklausel“, Sarrazin, NPD-DVU-Fusion, „Abendland in Christenhand“, „Berlins geheime
Nazi-Nester“, Pro Deutschland, Nazi-Angriffe auf linke Einrichtungen in Kreuzberg und Neukölln,
antimuslimischer Rassismus, „Marsch für das Leben“ – diese Schlagwörter haben die öffentlichen
Diskurse und die Arbeit der Initiativen und Projekte im vergangenen Jahr geprägt. Ihnen widmen
sich die insgesamt neun Artikel. Auf zwei Beiträge gehen wir kurz genauer ein:
Insbesondere in Kreuzberg und Nord-Neukölln kam es 2010, wie auch in der ersten Jahreshälfte
2011, immer wieder zu Angriffen durch rechtsextreme Aktivist/innen auf alternative Einrichtungen,
Läden oder Privatwohnungen. Der Beitrag der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin
nimmt diesen nächtlichen Aktionismus in den Blick, der eine beunruhigende Tendenz der
Professionalisierung im Verleumden und Ausspionieren (vermeintlicher) politischer GegnerInnen
erkennen lässt.
Mit dem Themenschwerpunkt „Antifeminismus“ soll aufgezeigt werden, welche Rolle
antifeministische und sexistische Argumentationen in verschiedenen Politikfeldern spielen: im
antimuslimischen Rassismus, wo die Forderung nach Frauenrechten rassistisch instrumentalisiert
wird, im organisierten Rechtsextremismus oder auch im christlichen Fundamentalismus.
Der Beitrag des apabiz e.V. zeigt Anhand des jährlich stattfindenden „Marsches für das Leben“ von
sogenannten LebensschützerInnen in Berlin auf, wie antifeministische und christlichfundamentalistische
Bestrebungen bis in die Mitte der Gesellschaft hineinwirken.
Für die „Berliner Zustände 2009“ haben die HerausgeberInnen den alternativen Medienpreis 2010
verliehen bekommen. Dieser Preis und die positive Resonanz der letzten Jahre machen deutlich,
wie wichtig eine kontinuierliche Analyse der „Zustände“ für eine qualitative Weiterentwicklung der
Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus und Rassismus ist.
Der Schattenbericht 2010 steht als PDF-Datei (1,9 MB) zum Herunterladen zur Verfügung unter
www.apabiz.de und www.mbr-berlin.de.
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an das apabiz (Ulli Jentsch, Eike Sanders, mail@apabiz.de,
Tel.: 030-6116249) oder die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin (Annika Eckel,
annika.eckel@mbr-berlin.de, Tel.: 030-240 45 432)
Hinweis für Pressevertreter/innen: Es besteht die Möglichkeit, kostenfreie Presseexemplare des Berichtes zu
erhalten; zudem bieten wir ein Handout mit Exzerpten der Artikel an.
 
Inhaltsverzeichnis
 
Vorwort von Günter Piening (Beauftragter für Integration und Migration des
Berliner Senats) 
Einleitung von Annika Eckel (MBR), Eike Sanders und Ulli Jentsch (apabiz) 
Nord-Neukölln und Kreuzberg – Kieze im Visier der rechtsextremen Szene
von Bianca Klose und Sebastian Wehrhahn (Mobile Beratung gegen
Rechtsextremismus Berlin) 
Stagnierende NPD und aktionistische Szene von Maik Baumgärtner (Berlin
rechtsaußen) und Ulli Jentsch (apabiz) 
West-Berlin holt auf von ReachOut – Opferberatung und Bildung gegen
Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus 
Die Sarrazin-Debatte. Ein Reaktionsverlauf unter Einbezug exemplarischer
Aussagen Thilo Sarrazins zu Muslimen in Deutschland von Coskun Canan
und Benjamin Schwarze (Heymat) 
Kulturkampf in der Hauptstadt. Rechtspopulistische Parteigründungen in
Berlin von Maik Baumgärtner (Berlin rechtsaußen) 28
Schwerpunkt Antifeminismus
(Anti-)Sexismus und Instrumentalisierung feministischer Diskurse im
antimuslimischen Rassismus von Yasemin Shooman 
„Deutschland treibt sich ab“ - Christlicher Antifeminismus und
„Lebensschutz“-Organisationen in Berlin von Ulli Jentsch und Eike Sanders
(apabiz) 
Der Kampf um Männlichkeit von Yves Müller und Ulrich Overdieck (VDK e.V.) 
Den Versprechungen widerstehen. Geschlechter-reflektierende Arbeit mit
Jungen und Rechts-extremismusprävention von Olaf Stuve, Bernard
Könnecke, Klaus Schwerma (Dissens e.V., Projekt „Jungenarbeit und Schule“) 

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