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blick nach rechts 15.8.11 -- wieder Nazi-Konzert in Stuhr/ Gross-Mackenstedt

15. August 2011 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Kampf gegen Nazis - Norddeutschland

Jubiläumskonzert mit „Endstufe“

Von Andrea Röpke
15.08.2011 -
Völlig ungestört feiert die dienstälteste deutsche Rechtsrock-Band aus Bremen ihr 30-jähriges Bestehen unweit der Hansestadt in einem kleinen Dorf in Niedersachsen.
Photo: A.R.
Der McDonalds an der Abfahrt Groß Mackenstedt, direkt an der A1, war Schleusungspunkt. Von dort wurden die Fahrzeuge aus Niedersachsen, Bremen, Schleswig-Holstein, Sachsen, Nordrhein-Westfalen oder Baden-Württemberg am Samstag direkt zum Veranstaltungsort des Jubiläumskonzertes der dienstältesten deutschen Skinhead-Band „Endstufe“ geleitet. Der Gig zum 30-jährigen Bestehen der Rechtsrock-Band um Jens Brandt sollte scheinbar im exklusiven Kreis von 150 bis 200 Gästen stattfinden, die Einladungen wurden demnach handverlesen und nicht per SMS oder Mail versandt. Alles hatte unbedingt reibungslos über die Bühne zu gehen.
Die Route führte die einschlägigen Gäste in die niedersächsische Gemeinde Stuhr, etwa 17 Kilometer südwestlich von Bremen gelegen. Vorbei am urigen Maisfeld-Irrgarten, dem freundlichen Weinhotel und einem Reiterturnier in der Nachbarschaft. Einige Wahlplakate zur Kommunalwahl am 18. September zierten die Straßen. Nur wenige Kilometer entfernt vom Veranstaltungsort war vor 67 Jahren in Obernheide eine Außenstelle des Konzentrationslagers Neuengamme errichtet worden. Junge jüdische Frauen aus Osteuropa wurden von dort zur Zwangsarbeit nach Bremen getrieben. Viele starben bei Kriegsende in Bergen-Belsen.

Neuer Treffpunkt für geheime Neonazi-Konzerte

Die NPD erzielte im Jahr 2005 in der Gemeinde 218 Stimmen, immerhin 1,2 Prozent. Vor Jahren organisierte ein Neonazi im benachbarten Kirchseelte mehrere Szene-Feiern. Nach zahlreichen Medienberichten wurde es wieder still um die Region. Doch längst scheint in dem von einem Mann aus Syke angemieteten Proberaum der neue Treffpunkt für geheime Neonazi-Konzerte zu sein. Laut niedersächsischem Verfassungsschutzbericht spielten im Mai 2010 bereits die Bremer Bands „Endstufe“ sowie „Alte Schule“ aus Schneverdingen in der Gemeinde Stuhr. Die Antifa Bremen berichtete im Mai dieses Jahres über ein Konzert wiederum mit „Endstufe“ sowie der 2009 gegründeten Bremer Band „Bunker 16“ in dem Proberaum in Groß Mackenstedt.
Große Windkrafträder markierten den Weg, immer mehr rechte Besucher fanden sich ein. Von der Polizei war nichts zu sehen. Anwohner nahmen keinen Anstoß an den vollbesetzten Fahrzeugen mit Glatzen. „Wir wissen nur, dass da öfter Partys sind“, erzählte ein Landwirt auf seinem Traktor. Ein anderer wunderte sich doch über die vielen auswärtigen Fahrzeuge, die den einsamen Weg hinaus aus dem Dorf fuhren. Neben der „Schrauberbude“ regionaler „Rocker“ steht das kleine Gebäude mit den Glasbausteinen und den auffällig vergitterten Fenstern. Einer aus dem Ort hat es langfristig vermietet. Von der Party will er nichts wissen.

Kontakte zu Hooligans und „Hammerskins“

Neben dem kleinen Haus vor den riesigen Windkrafträdern wurden Vorzelt und Bierstand aufgebaut. Viele Gäste standen direkt auf der Straße herum, begrüßten sich. Laut Bericht im einschlägigen „Thiazi-Forum“ seien 10 Euro Eintritt kassiert worden. Auch Oliver Malina, Organisator des großen Neonazi-Konzerts Mitte Juli in Nienhagen mit fast 1000 Besuchern und Anhänger des „Honour&Pride“-Netzwerkes, wurde gesehen. Die Bremer Neonazi-Bands „Endstufe“, „Hetzjagd“ sowie die 2005 aufgelöste Gruppe „Endlöser“ werden zum Umfeld der „Hammerskins“ aus der Hansestadt gezählt. Es soll aber auch gute Kontakte zu den rechten Hooligans der „Standarte 88“ geben.
Nach Szeneangaben spielte zunächst die befreundete Rechtsrock-Band „Bunker 16“ auf. Danach sei bereits die Jubiläumsband „Endstufe“ mit ihren Klassikern wie „Großstadtpatrioten“, „In die Eier“ oder „Wo wir sind brennt die Luft“ gefolgt. Für den Abschluss sorgte eine „Coverband“ aus der Region, heißt es. Bereits am nächsten Vormittag war von dem ganzen Spuk nichts mehr zu sehen. Autos waren verschwunden, Zelte abgebaut. Das Gelände wirkte wieder verlassen.

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