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Blick nach Rechts 25.3.13 -- Weyhe: Nazis rassistischer Rache-Marsch

27. März 2013 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Kampf gegen Nazis - Norddeutschland

Brauner Spuk in Kirchweyhe

Von Andrea Röpke
bnr.de  25.03.2013 -
Neonazis versuchen, die Tötung eines Jugendlichen zum „Rassenkonflikt“ hochzustilisieren und sind erneut in der niedersächsischen Region nahe der Landesgrenze zu Bremen aufmarschiert – die Polizei schreitet trotz extrem radikaler Äußerungen bei der Abschlusskundgebung nicht ein.
Neonazis marschieren erneut in Kirchweyhe auf; Photo: Otto Belina
„Du bist auch noch dran!“ „Wundert mich, dass du noch lebst“ oder „Bullenfotze“ waren nur drei der zahlreichen Beleidigungen, die die etwa 90 Teilnehmer der Kleindemonstration von „Die Rechte“ am Samstag in Kirchweyhe losließen. Im Internet eskalierte die Situation nach dem Tod von Daniel S. vor zwei Wochen. Die Neonazis um Christian Worch und Dieter Riefling versuchen, den Fall zum „Rassenkonflikt von Weyhe“ hochzustilisieren und für ihre Zwecke zu nutzen. 
Der Weyher Bürgermeister Frank Lemmermann und seine Mitstreiter verweigerten Rechten und Neonazis jedoch zum zweiten Mal erfolgreich den Zutritt zum Bahnhofsvorplatz in Kirchweyhe, an dem der Jugendliche von einem anderen nach dem Diskobesuch getötet wurde.
 
Über 1000 Menschen aus der niedersächsischen Region, nahe der Landesgrenze zu Bremen, trafen sich zum friedlichen Gedenken und um gegen Rechts zu mahnen.  Auch zahlreiche Migranten nahmen an der Feierlichkeit mit Kerzen und Blumen teil. Ein junger Mann sagte, er fühle sich nicht mehr wohl in Kirchweyhe. Man habe ständig das Gefühl, komisch angeguckt zu werden, er habe doch gar nichts getan und verurteile die Tat des mutmaßlichen türkischstämmigen Täters genauso wie jeder andere.

„Heute schreiben wir Geschichte!“

Die Radio Bremen — Sendung „Buten un Binnen“ berichtete darüber, dass unzählige Internet-User aus der rechten Ecke den couragierten SPD-Bürgermeister beschimpft, verflucht und ihm sogar den Tod gewünscht hätten. Die Beleidigungen über das Social Web nehmen kein Ende.  Kommunalvertreter kündigten an, dass sie jetzt juristisch dagegen vorgehen werden. Lemmermann selbst sagte dem Sender, er hätte mit solchen Reaktionen nicht gerechnet.
„Heute schreiben wir Geschichte!“  verkündeten User großspurig bei Facebook im Vorfeld der Demonstration von „Die Rechte“. Nicht mal hundert folgten allerdings dem Aufruf. Anführer Christian Worch und seine Anhänger wurden bei ihrer Ankunft an einen Versammlungsplatz fernab gelotst. Die überwiegend aus Nordrhein-Westfalen angereisten Neonazis  waren am Samstag auch deshalb aufgebracht. Nach Personenkontrollen durch die Polizei versammelten sie sich auf dem abgelegenen Parkplatz hinter dem Rathaus der Gemeinde Weyhe im Ortsteil Leeste und pöbelten immer wieder gegen Pressevertreter und Zuschauer. Nur ein kleines Grüppchen „Alpha Industrie“-Träger aus der Region zeigte schüchtern Sympathie, ansonsten waren die Neonazis völlig unter sich. Auch das Megaphon blieb wegen der geringen Teilnehmerzahl im Dortmunder Wagen eines Teilnehmers. Dennoch twitterten und posteten einige Eifrige fleißig Meldungen, die mit der Realität wenig gemein hatten.

Bekannter Neonazi macht Praktikum bei der Stadtverwaltung

Als Redner traten neben Worch, die verurteilte Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck aus Vlotho, Dieter Riefling aus Hildesheim und ein Kamerad aus Pulheim bei Köln auf. Worchs neue Partei gilt insbesondere in Nordrhein-Westfalen als Sammelbecken verbotener Kameradschaften wie dem „Nationalen Widerstand Dortmund“ oder der „Kameradschaft Hamm“. Deren ehemaliger Anführer Sascha Krolzig war sogar mit einem Presseausweis ausgestattet, und versuchte sich am Ende noch unter die Kundgebung am Bahnhof zu mischen.
Dem bekannten Neonazi war es jüngst gelungen, als Jurastudent in Bielefeld ein Praktikum bei der Stadtverwaltung in Werther absolvieren zu können. Ein nordrhein-westfälischer Kommunalpolitiker der Grünen hatte in der Ratssitzung in Werther darauf aufmerksam gemacht, dass das Bundesvorstandsmitglied der „Rechten“ aus Hamm, Krolzig, ehemals Führer einer verfassungsfeindlichen Organisation, unerkannt Einblicke in die Verwaltung nehmen konnte und die Behörde nichts dagegen unternommen hätte.

„Ruhm und Ehre der deutschen Nation!“

An dem erneuten Aufmarsch in Weyhe beteiligten sich nur wenige Neonazis aus dem Bremer Umland. Aktivist Jens Bischoff zeigte sich später im Internet enttäuscht und beleidigt, weil „unsere Leute aus der Heimat“ mit Abwesenheit glänzten. Anhänger der „Weißen Wölfe Terrorcrew“ kamen aus der Nordheide. Mit dabei war auch das neue Kreistagsmitglied aus Verden, Markus Walter, der nebenher als Vorsitzender den Kreisverband Rhein-Erft der „Rechten“ anführt. Der 21-Jährige hatte das Mandat vom scheidenden Verdener NPD-Politiker Rigolf Hennig übernommen und dann die NPD in Richtung „Die Rechte“ verlassen.
Nach einer langatmigen Eingangsrede von Worch und einem kurzen Statement von Haverbeck zog der Neonazi-Aufzug durch ein kleines Wohngebiet. Sie brüllten Parolen wie: „Kriminelle Ausländer raus — und der Rest auch“,„Ali, Mehmet, Mustafa — geht zurück nach Ankara!“, „Deutschland den Deutschen — Ausländer raus!“ oder „BRD heißt Kapitulation — Ruhm und Ehre der deutschen Nation!“ Die Einfamilienhäuser lagen verschlossen da. Eisiger Ostwind und der braune Spuk hinterließen ansonsten ausgestorbene Straßen.
Bei der Abschlusskundgebung hielt der mehrfach verurteilte, als gewaltbereit geltende Dieter Riefling eine derartig radikale Rede, dass manche Beobachter sich verwundert fragten, warum die Polizei nicht einschritt. Der kleine Mann brüllte: „Wir als Kulturvolk in der Mitte Europas sollen ausgelöscht werden über die Globalisten der Ostküste Amerikas“. Er schwadronierte über einen herrschenden „Rasse- und Bürgerkrieg“,  verglich Zeiten, „da wurden hier gelbe Sterne verteilt“ mit der Anschuldigung, jetzt würden gegen Nationalisten „Hakenkreuze verteilt“.

„Eins zu zehn Rache nehmen“

Theatralisch stellte er sich dann neben einem Neonazi mit einer schwarz-weiß-roten Fahne in den Farben des „Deutschen Reiches“ auf und brüllte: „Bei den Farben dieser urdeutschen Fahne der Einigkeit und des Sieges“. (..)  Bei der Fahne schwöre ich Euch bei dem Leben meiner sechs leiblichen Kinder,  keines von ihnen wird jemals von einem art- und kulturfremden Menschen ermordet werden und wenn das dann doch der Fall sein sollte, werde ich nach der alten Haager Landkriegsordnung eins zu zehn Rache nehmen, geschworen bei unseren Farben!“
Solche Sprüche kamen an. Die Frauen und Männer der Szene klatschten begeistert. Riefling versuchte sich noch zu steigern und zitierte sinngemäß das Lied einer „berühmten amerikanischen Band“, wohl Ku-Klux-Klan nah, in dem es heißen würde,  dass die  Hautfarbe in diesem Land „irgendwann mal die Farbe unserer Uniform in diesem Rassenkrieg sein wird, wenn wir als Weiße in der Mitte Europa uns den Horden aus dem Orient, aus Asien und Afrika entgegenstellen müssen. Dann heißt es nur noch: Wir gegen die ganze Welt!“

 


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Von: Blick nach rechts <info@bnr.de>
An: charly_bbelsen@yahoo.de
Gesendet: 12:16 Mittwoch, 27.März 2013
Betreff: BNR-Newsletter März 2013

 

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März  2013
 

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