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Blick nach Rechts 26.8.10: "Neonazis wollen Heisenhof loswerden"

3. September 2010 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Kampf gegen Nazis - Norddeutschland


Blick nach Rechts 26.8.10

Neonazis wollen Heisenhof loswerden

Die verzwickten Vermögensverhältnisse des verstorbenen Jürger Rieger halten auch die „Kameraden“ in Atem – der rassistische Akademikerverein, der das ehemalige Bundeswehrgelände in Dörverden geerbt hat, will sich davon „entlasten“.

copyright: A.R.

Den Neonazis könnte das Interesse am Heisenhof in Dörverden vergangen sein. Wie die „Verdener Nachrichten“ berichten, trägt sich die Erbin der Eigentümer-Gesellschaft Wilhelm-Tietjen Stiftung für Fertilisation Ltd, der Kieler Verein „Gesellschaft für biologische Anthropologie, Eugenik und Verhaltensforschung“ mit dem Gedanken, das weitläufige ehemalige Bundeswehrgelände zu verkaufen. Nach dem Tod Jürgen Riegers im Herbst vergangenen Jahres hatte ein Nachlassverwalter herausgefunden, dass der Bremer Lehrer Wilhelm Tietjen nicht Rieger, sondern dem rassistischen Akademikerverein sein Vermögen hinterlassen hatte. Der Hamburger Neonazi-Anwalt Rieger fungierte als Geschäftsführer der Tietjen-Stiftung nur als Verwalter der Immobilien in Dörverden und Pößneck.

Neuer Geschäftsführer der britischen Briefkastenfirma Tietjen-Stiftung ist Rieger-Intimus Thomas Wulff. Er scheint auch in sehr engem Kontakt zu dessen sektenähnlicher Organisationen „Artgemeinschaft“ und der überwiegend mit älteren Wissenschaftlern besetzten „Gesellschaft für biologische Anthropologie, Eugenik und Verhaltensforschung“ zu stehen.

Immobilie bei Tostedt gehört einem der zahlreichen Vereine

Riegers verzwickte Vermögensverhältnisse halten nicht nur den Nachlassverwalter, die beiden Familienzweige und betroffene Kommunen in Atem, sondern auch die angespannten Kameraden.

Unklar ist die Situation des Rieger-Hauses in Hummelfeld an der Schlei. Das kleine Fachwerkgebäude ist mit einer Leibrente belastet. Der vormalige Besitzer und Bewohner des Hauses ist verstorben, dessen Erben haben eine Annahme abgelehnt. Eine weitere rechte Immobilie bei Tostedt fällt nicht in den privaten Rieger-Nachlass, sie gehört einem der zahlreichen Vereine des verstorbenen Rechtsanwaltes.

Der ehemalige Kinokomplex in der Deisterstraße in Hameln mit Mietwohnungen und Geschäftsräumen gehört dagegen in den Nachlass der beiden erbberechtigten Rieger-Familien. Die ältesten Kinder haben ihr Interesse bekundet, das renovierungsbedürftige Gebäude zu verkaufen.

Verfahren um Abrissverfügung noch anhängig

Die „Verdener Nachrichten“ wollen erfahren haben, dass die „Gesellschaft für biologische Anthropologie, Eugenik und Verhaltensforschung“ unter Führung des Neonazis Marc Müller aus Lalendorf sich jetzt möglicherweise vom Heisenhof „entlasten“ will.

Doch auch den Rechtsextremisten ist klar, dass es schwierig sein wird, dieses rund 23 000 Quadratmeter große ehemalige Bundeswehrgelände loszuwerden. Denn im Februar 2009 hatte das Verwaltungsgericht Stade eine vom Landkreis erlassene Abrissverfügung für alle vier Gebäude der ehemaligen Standortkommandantur der Bundeswehr bestätigt. Rieger ging juristisch dagegen vor. Das Verfahren ist noch anhängig.

„Politisch belastetes“ Anwesen

Die Chancen der neonazistischen Immobilieninhaber scheinen dabei gar nicht so schlecht zu stehen. Im Rahmen der Gleichbehandlung hatte der zuständige Landkreis Verden zugleich den Abriss der nahen Kasernen an der Landesstraße 215 verfügt. Auch dagegen war vorgegangen worden. Am 17. August signalisierte das zuständige Stader Gericht, zu erwägen, dass die Abrissverfügung für dieses Gelände aufzuheben sei – das Verfahren wurde jedoch wegen Verfahrensfehlern vertagt.

Die für den Heisenhof zuständigen Neonazi-Parteien rechnen erst im Herbst mit einer entgültigen Entscheidung ihr Gelände betreffend. Doch auch wenn die Abrissverfügungen aufgehoben werden sollten, ein Verkauf des als „politisch belasteten“ Anwesens wird schwierig werden. Die Gemeinde Dörverden zeige kein Interesse, heißt es.

26. 08. 2010 - Andrea Röpke

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