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Bordellrazzia im Walsroder Umland

17. August 2011 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Hells Angels & Neonazis

von Stefan Schölermann, NDR Info

Wer am Abend von der Autobahn nach Walsrode fährt, kommt gar nicht daran vorbei: Das bunt beleuchtete Bordell "Casanova Club" am Ortseingang ist eines der größten Etablissements seiner Art in der Region. Am Dienstagabend, zur besten "Geschäftszeit", gibt es unerwarteten Besuch. Beamte des Landeskriminalamtes (LKA) stehen vor der Tür: Hausdurchsuchung. Und der "Casanova Club" ist nicht der der einzige Bordellbetrieb, der an diesem Abend im Visier der Beamten steht.

Rocker- und Bordellrazzia bei Walsrode

Die Polizei hat am Dienstagabend mehrere Wohnwagen, sieben Bordelle, Privatwohnungen und Geschäftsräume durchsucht. Die Spuren sollen dabei auch ins Rockermilieu führen.

Verdacht des Menschenhandels und der Insolvenzverschleppung

Insgesamt sieben Bordelle, drei Privatwohnungen und Geschäftsräume werden durchsucht, wie die Staatsanwaltschaft Verden bestätigt, die die Ermittlungen leitet. Außerdem im Visier: diverse sogenannte "Love-Mobile" in der Region. Bei diesen "Love-Mobilen" handelt es sich um Wohnmobile, in denen Prostituierte am Rande von Landstraßen ihre "Dienste" anbieten. Der Grund für die Hausdurchsuchungen: Es geht um den Verdacht des banden- und gewerbsmäßigen Menschenhandels und der Insolvenzverschleppung. Insgesamt wird gegen neun Personen konkret ermittelt.

Durchsuchungen auch bei Mitgliedern der "Hells Angels"

Der "Casanova Club" in Walsrode gehört einer Firma namens "Hebra", für die das in Walsrode lebende Mitglied der Rockergruppe "Hells Angels", Michél Heer, als Geschäftsführer verantwortlich zeichnet. Er und sein Vater, Wolfgang Heer, ebenfalls Mitglied der "Hells Angels", betreiben in der Region weitere drei Bordelle in Worpswede, Achim und Verden. Auch sie werden an diesem Abend durchsucht. Allein die Durchsuchung des "Casanova Clubs" nimmt rund sechs Stunden in Anspruch. Insgesamt sind an diesem Einsatz rund 140 Beamte beteiligt, davon 80 Spezialisten des Landeskriminalamtes.

Rocker weist Vorwürfe von sich

Wolfgang Herr, Mitglied der Hells Angels. © NDR Fotograf: Angelika Henkel Detailansicht des Bildes "Hells Angels"-Mitglied Wolfgang Heer weist die Vorwürfe gegen seine Firma "Hebra" von sich. (Archivbild) Durchsucht wurden nach Informationen von NDR Info auch das Privathaus von Wolfgang Heer und das Büro seines Steuerberaters. Konkret geht es hier um den Vorwurf der Insolvenzverschleppung. Auf Befragen von NDR Info weist Geschäftsmann und Rocker Wolfgang Heer die bei den Hausdurchsuchungen erhobenen Vorwürfe zurück. Mit den sogenannten "Love-Mobilen" habe er nichts  mehr zu schaffen, sagt Heer. Von derartigen Geschäften habe man sich bereits vor Jahren getrennt. Seine vier Bordelle hätten mit "Menschenhandel  nichts zu tun". Auch der Vorwurf der "Insolvenzverschleppung" sei nicht haltbar, schließlich hafte er mit seinem nicht unerheblichen Privatvermögen für die Verbindlichkeiten der Firma "Hebra", sagt der Walsroder Rocker.

LKA beobachtet Rockermilieu intensiv

Federführend beteiligt an den Ermittlungen war beim Landeskriminalamt Niedersachsen die sogenannte "Ermittlungsgruppe EinProzent". Eine Gruppe von Spezialisten, die sich speziell mit für das Rockermilieu typischen Delikten befasst. Rockergruppen wie die "Hells Angels" werden bei den Landeskriminalämtern von den Fachabteilungen für "Organisierte Kriminalität" beobachtet. Für den Sprecher des Landeskriminalamtes Niedersachsen, Falco Schleier, macht der gestrige Großeinsatz deutlich, dass man den Bereich des Rockermilieus nach wie vor intensiv beobachte. Und dafür gebe es  offenbar gute Gründe: "Die Beamten vor Ort waren sehr überrascht, dass sich auch ein Führungsmitglied der "Hells Angels" in Hannover am Durchsuchungsobjekt sehen ließ", sagt Schleier.

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