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Bundesweite Demonstration für die Überlebenden der „Reichsbahn“-Verbrechen

5. November 2010 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Zug der Erinnerung

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„Schattenseiten“

„Faszinierend“ findet der Vorstandsvorsitzende der DB AG,

Dr. Rüdiger Grube, die Geschichte des deutschen

Eisenbahnwesens– „Schattenseiten“ nicht ausgenommen.

Schattenseiten? Von „Schattenseiten der industriellen

Entwicklung“ sprach auch der Bundesverband der deutschen

Lokomotivindustrie bei der vorigen Jahrhundertfeier in Nürnberg

– und meinte damit die „Reichsbahn“-Deportationen. Eine

Darstellung sollte möglichst unterbunden werden.

Wer die kriminelle „Reichsbahn“-Beihilfe zum größten

Massenmord der Menschheitsgeschichte eine „Schattenseite“

nennt, verniedlicht die Leiden der Opfer. Die „Reichsbahn“-

Deportationen sind Teil eines ungeheuerlichen

Zivilisationsbruchs. Deutsche Bahn AG und Bundesregierung

müssen die Überlebenden ehren – moralisch wie materiell!

48 Stunden Todesangst

Mindestens 48 Stunden fuhren die NS-Opfer in verplombten

„Reichsbahn“-Waggons bis in die Lager. Die Todesfahrten

mussten die Verschleppten selbst bezahlen – Kinder die Hälfte.

Ab 400 Personen gewährte die „Reichsbahn“ Mengenrabatt. Die

Bahn nahm Millionenbeträge ein – und zahlte sie nie zurück.

Statt die Schulden zu begleichen, bietet die DB AG den

Überlebenden Almosen an: Einmalig 25 Euro pro Person entfallen

auf die etwa 200 Tausend „Reichsbahn“-Opfer in Osteuropa.

Wegen des kurzfristigen Ausfalls von Klimaanlagen zahlte die DB

AG geschädigten Reisenden im vergangenen Sommer 500 Euro.

Achtundvierzig Stunden Todesangst auf den deutschen Schienen

sind der DB nur 25 Euro wert.

 


Nazi-„Glanzlicht“

der DB AG

Das Nürnberger DBMuseum

bewirbt diese Lok

mit NS-Schmuck in der

Fahrzeugabteilung „Glanzlichter

der Eisenbahngeschichte“.*

Als das “Glanzlicht“ durch

die deutschen Bahnhöfe fuhr,

wurden auf den Nebengleisen

NS-Opfer zusammen getrieben.

Etwa 3 Millionen Menschen

beförderte die „Deutsche

Reichsbahn“ in den Tod.

Diesen Massendeportationen

mit der „Deutschen

Reichsbahn“ widmet das

Nürnberger DB-Museum eine

Ausstellungsfläche von 18

Quadratmetern –

18 Quadratmeter von mehreren

Tausend, auf denen die DB AG

das deutsche Eisenbahnwesen

feiert.

Um der öffentlichen Kritik zu

entgehen, hat das DB-Museum

die NS-Lok während der

Bahn-Feiern „ausgelagert“.

Sobald die internationale

Aufmerksamkeit vorüber

ist, soll das Nazi-Glanzlicht

in die Nürnberger Hallen

zurückkehren – ein „Star des

20. Jahrhunderts“, schreibt die

DB AG im Internet.*

* Stand vom 01. November 2010


 

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