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Bürgermeisterin zieht vor Gericht / Grünen-Ratsherr rudert zurück

10. November 2010 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Hells Angels & Neonazis

10.11.2010    Weser Kurier    
Mit 'Hell?s Angel' per Du?

 

Von STEFAN SCHÖLERMANN


Verden. Die Botschaft des Vorsitzenden Richters am Landgericht Verden,
Stefan Koch, war klar: Nicht alles, worüber man sich in der
Kommunalpolitik in die Haare gerate, müsse am Ende ein Gericht
entscheiden. Adressiert waren diese Worte in erster Linie an Walsrodes
Bürgermeisterin Silke Lorenz. Sie hatte vor Gericht eine
Unterlassungsverfügung gegen den Grünen-Ratsherrn Detlef Gieseke
beantragt.

 

Gieseke hatte vor Wochen in einer Pressekonferenz die Behauptung aufgestellt, die
Bürgermeisterin sei 'per Du' mit Walsroder Rotlichtgrößen. Diese Behauptung
wollte die Bürgermeisterin dem Grünen per Gericht verbieten lassen. Der ruderte
gestern zurück und versprach, den Satz nicht zu wiederholen. Damit war der Streit
im Kern beigelegt. Doch zugleich wurde auch deutlich, dass Walsrode in einer
Frage nach wie vor tief gespalten ist: Wie ist damit umzugehen, dass ein
prominentes Mitglied der 'Hell?s Angels' dort wohnt und von vielen behandelt wird
wie jeder andere Geschäftsmann auch? Der 'Hell?s Angel' ist ein wohlhabender
Bordellbetreiber, der mit seinem Geld Vereinen und Organisationen in Walsrode
nach eigenen Angaben gern unter die Arme greift. Bürgermeisterin Lorenz erklärte
gestern vor Gericht, dass zumindest in städtische Kassen kein Geld von 'Hell?s
Angels' oder deren Firmen geflossen sei.
Grünen-Ratsherr Gieseke warnt seit Wochen davor, dass mancher in Walsrode zu
wenig Distanz zu Mitgliedern der Rockergruppe halte. In der vergangenen Woche
hatte er deshalb zu einer Diskussionsveranstaltung in die Stadthalle eingeladen;
rund 600 Menschen kamen. Kurz zuvor war das Auto des Grünen mutwillig
beschädigt worden. Von den anderen Ratsfraktionen hatte Gieseke danach
öffentlich Unterstützung gefordert. Doch das sei ausgeblieben, wie er sagt.
Mittlerweile denkt Gieseke über andere Schritte nach. Er hat zu dem 'Hell?s Angel'
direkten Kontakt aufgenommen. Giesekes Anwalt, Thomas Lasthaus, zog gestern
im Verfahren eine ähnliche Konsequenz wie der Vorsitzende Richter: 'Das
Landgericht Verden ist der falsche Ort für diese Diskussion.'


Der Autor Stefan Schölermann ist Redakteur bei NDRInfo.

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