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Cellesche Zeitung 15.11.12 -- Nazi-Hetze gegen Pastor

15. November 2012 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Kampf gegen Nazis - Norddeutschland

Cellesche Zeitung 15.11.12

Nazihetze gegen Unterlüßer Pastor
Auf einer Naziseite im Internet werden Politiker, Journalisten und hohe Polizeivertreter mit Massenmördern verglichen. Betroffen ist auch der Unterlüßer Pastor Wilfried Manneke. Er hat Anzeige erstattet.

UNTERLÜSS. Der Unterlüßer Pastor Wilfried Manneke ist einer beispiellosen Hetze von Neonazis im Internet ausgesetzt. Auf dem einschlägig bekannten Onlineportal "Altermedia" wird er mit dem Massenmörder Fritz Haarmann verglichen. Unter anderem heißt es dort: "Manneke treibt immer noch sein Unwesen, Haarmann dagegen ist tot."
Das Hetzportal veröffentlicht derzeit wöchentlich "Spielkarten" mit Politikern, Pastoren, Journalisten oder anderen Personen des öffentlichen Lebens, die als "Superverbrecher des Nordens" bezeichnet werden. Neben Manneke sind unter anderem Innenminister Uwe Schünemann, Sozialministerin Aygül Özkan (beide CDU) und Hannovers Polizeipräsident Axel Brockmann Ziel der Internet-Angriffe. Die SPD-Landtagsabgeordnete Sigrid Leuschner wird mit dem als "Maskenmann" bekannt gewordenen Mörder Martin N. verglichen.
Manneke, der sich seit Jahren gegen Rechtsextremismus im Kreis Celle engagiert, hat Anzeige gegen "Altermedia" gestellt. Es ist nicht das erste Mal, dass der Pastor juristische Schritte gegen die Betreiber der Internetseite einleitet. Im Juli waren er sowie seine Pastorenkollegen Uwe Schmidt-Seffers aus Nienhagen und Stefan Thäsler aus Wathlingen auf dem Portal als "Verräterdeutsche" bezeichnet worden, die „aus Deutschland entfernt“ werden müssten. Die Landeskirche hatte den drei Pastoren daraufhin einen Anwalt zur Seite gestellt.
"Wer sich gegen Rechtsextremismus zur Wehr setzt, gerät ins Visier von Neonazis. Ich bekomme auch anonyme Emails und Briefe", sagt Manneke, auf dessen Haus im Dezember 2011 ein Brandanschlag verübt worden war. Er sieht nur zwei Möglichkeiten, sich gegen die Nazihetze zu wehren: Anzeige erstatten und Öffentlichkeit schaffen.
Wer hinter dem Portal steht, ist offiziell nicht bekannt. Die Daten sollen über Russland hochgeladen werden, der Server steht angeblich auf den Kaimaninseln. Das haben Recherchen eines IT-Experten ergeben. "Altermedia" wird eine führende Rolle innerhalb der rechten Webpräsenz zugeschrieben. "Die Seite ist an Radikalität nicht zu überbieten. Seit fast zehn Jahren hetzen Rechtsextreme dort gegen Ausländer, Juden und politische Gegner", sagt Manneke.
Er fordert die Behörden zu einem härteren Vorgehen auf. "Die Hetze ist so heftig, dass die Staatsanwaltschaften einen Gang höher schalten sollten, um herauszufinden, wer dahinter steckt", so der Pastor.

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