Overblog Folge diesem Blog
Edit post Administration Create my blog

Das Wort zum Sonntag - 1. November 2009

25. Oktober 2009 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Freiheitsrechte

( 01. November  2009 )

 

 

Kurt Wolfgang Ringel, Celler Heerstraße 34, 38114 Braunschweig, Tel.: 0351-2503744

 

 

Mitglied im Deutschen Freidenkerverband

 

 

Landesverband Niedersachsen

 

 


Am 7. Oktober fand auf Initiative des Internationalen Gewerkschaftsbundes der Welttag für menschenwürdige Arbeit statt. Beim Stichwort »decent work«, also menschenwürdige oder gute Arbeit, mag man zunächst an ausbeuterische Arbeitsbedingungen in Asien oder Afrika denken. Leider sind wir in Europa  aber auch oft weit davon entfernt, gute Arbeit für ein gutes Leben sicherzustellen.

 

 

 

 

 

Recht auf »gute Arbeit«

 

 

 

 

 

   Menschenwürdige Arbeit, die ein menschenwürdiges Leben ermöglicht, ist ein Grundrecht. Dieses Grundrecht wird mit Füßen getreten, wenn Menschen auf Sozialhilfe angewiesen sind, obwohl sie einer regelmäßigen Arbeit nachgehen. Die Folgen sind bis ins Alter zu spüren, wenn nämlich das erzielte Lebenseinkommen nicht für die Altersversorgung und damit für ein würdiges Leben im Alter reicht.

 

 

/* Elisabeth Schroedter ( Die Grünen), Neues Deutschland vom 1610-2009 */

 

 

 

 

 

Die EU-Richtlinien sehen vor, dass  70 Prozent der beschäftigungsfähigen Bevölkerung  bis 2010 Arbeit haben sollen.  Es kann aber nicht sein, dass dabei die Qualität von Arbeit völlig außer Acht gelassen wird. Menschen, die Vollzeit arbeiten, müssen davon leben können. In Deutschland beziehen mehr als 1,3 Millionen Menschen soziale Hilfsleistungen vom Staat, obwohl sie einer Erwerbstätigkeit nachgehen. Acht Prozent der arbeitenden Bevölkerung in Europa leben unterhalb der nationalen Armutsgrenze. Das zeigt, dass nicht nur in armen Ländern der Erde, sondern auch in der reichen Europäischen Union Arbeit nicht vor Armut schützt. Besonders in der derzeitigen globalen Wirtschaftskrise dürfen Menschenwürde und faire Arbeitsbedingungen nicht unter den Tisch fallen..

 

 

 Deshalb  müssen nicht nur  entsprechende  Forderungen an die nationalen  Regierung gestellt und eingefordert werden, sondern auch an die  EU!   Das Konzept »menschenwürdige Arbeit« muss zentraler Bestandteil der beschäftigungspolitischen Leitlinien der Europäischen Union werden. Und es muss unbedingt  in die neue Lissabon-Strategie 2010-2020 für die Wirtschafts- und Beschäftigungspolitik aufgenommen werden. Das Europäische Parlament in die Pflicht genommen werden, dafür zu sorgen, dass menschenwürdige Arbeit zur Selbstverständlichkeit in der Europäischen Union wird. Auch die  Arbeitsgesetzgebung und der soziale Dialog  muss unbedingt weiter  entwickelt werden. 

 

 

    Wir brauchen europäische Mindestnormen, die die Grundrechte der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen sichern. Maßgeblich dabei sind Regelungen, die dem Lohndumping einen Riegel vorschieben.  Auch der Frage der sozialen Unternehmensverantwortung zum Beispiel sollte ein breiter Raum in der gesellschaftlichen Diskussion und der Normensetzung eingeräumt werden. Hier sind nicht nur Unternehmen gefragt, sondern auch ihre Kunden. Es darf gesellschaftlich nicht mehr toleriert werden, wenn Lohndumping und prekäre Arbeitsverhältnisse zum Sieg im Wettbewerb des europäischen Binnenmarktes führen.

 

 

   Das Europäische Parlament  muss in die Pflicht genommen werden, dafür zu sorgen, dass für menschenwürdige Arbeit  zur Selbstverständlichkeit in der Europäischen Union wird. Neu festgelegt werden muss das Verhältnis von Arbeitszeit und Freizeit.  Es geht  nicht an,  das die Menschen  in Deutschland und in Europa  zwar  zu  Hause sitzen wegen sie Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit. Aber es ist eine Frechheit von gewissen Personen, diese Zeit als Freizeit zu bezeichnen.  Das ist sie schon deshalb nicht, weil die Menschen  immer auf dem Sprung sein müssen, auf dem Arbeitsamt zu erscheinen,  bestimmte Termine  wahrzunehmen. Diese  Aktionen sind  nur Leutebeschäftigung, die zu nichts  weiter führen, als die Gesundheit von Menschen zu untergraben.  Und der Kunde „Patient“  muss sich  in zunehmenden Maße  an den Arztkosten beteiligen.     

 

 

   Es ist endlich an der Zeit, auch  in Sachen Arbeit die Deklaration der Menschenrechte zu verwirklichen. Wie heißt es doch darin:

 

 

- Jeder Mensch hat als Mitglied der Gesellschaft Recht auf soziale Sicherheit; er hat Anspruch darauf, durch innerstaatliche Maßnahmen und internationale Zusammenarbeit unter Berücksichtigung der Organisation und der Hilfemittel jedes Staates in den Genuß der für seine Würde und die freie Entwicklung seiner Persönlichkeit unentbehrlichen wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte zu gelangen.

 

 

- Jeder Mensch hat das Recht auf Arbeit, auf freie Berufswahl, auf angemessene und befriedigende Arbeitsbedingungen sowie auf Schutz gegen Arbeitslosigkeit.

 

 

-  Alle Menschen haben ohne jede unterschiedliche Behandlung das Recht auf gleichen Lohn für gleiche Arbeit.

 

 

-  Jeder Mensch, der arbeitet, hat das Recht auf angemessene und befriedigende Entlohnung, die ihm und seiner Familie eine der menschlichen Würde entsprechende Existenz sichert und die, wenn nötig, durch andere soziale Schutzmaßnahmen zu ergänzen ist.

 

 

- Jeder Mensch hat das Recht, zum Schutze seiner Interessen Berufsvereinigungen zu bilden und solchen beizutreten.

 

 

- Jeder Mensch hat Anspruch auf Erholung und Freizeit sowie auf eine vernünftige Begrenzung der Arbeitszeit und auf periodischen bezahlten Urlaub.

 

 

 

 

 

/*  Quelle:  Deklaration der Menschenrechte,  Art. 22 bis 24 */

 

 

 

 

 

Und im eigenem Interesse sollten  wir für die Verwirklichung der Deklaration  kämpfen.  In diesem Sinne wünsche in allen Leserinnen  und Lesern einen  angenehmen  Sonntag. 

 

 

 

 

 

Kurt Wolfgang Ringel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Diesen Post teilen

Repost 0

Kommentiere diesen Post