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Deine Stimme gegen Armut

25. Oktober 2009 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #soziale Gerechtigkeit - gewerkschaftliche Kämpfe

DEINE STIMME GEGEN ARMUT

  NEWSLETTER 44 | 22. OKTOBER 2009

"Die stille Hungerkrise, von der ein Sechstel der Menschheit betroffen ist,
ist zu einem ernsthaften Risiko für Weltfrieden und Sicherheit geworden."
(Jacques Diouf, Generaldirektor der UN-Welternährungsorganisation FAO, zit. nach WHI 2009)


Hallo,

Gratulation! Wenn Du zu den mehr als 173 Millionen Menschen gehörst, die am vergangenen Wochenende beim "Stand Up" gegen weltweite Armut aktiv geworden sind, bist Du jetzt ein Weltrekordhalter! Weiter unten findest Du Bilder von den Aktionen. Derweil steht der nächste Aktionstag vor der Tür, dieses Mal zum Thema "Klimawandel". Wir sagen Dir, wo Du mitmachen kannst und worum es bei der Klimakonferenz im Dezember in Kopenhagen geht. Viel Spaß bei der Lektüre und herzlichen Dank für Deine Unterstützung

das Team von "Deine Stimme gegen Armut": Benjamin, Lea und Uli


Weltrekord: 173 Millionen protestieren

Exakt 173.045.325 Menschen sind am Wochenende bei über 3.000 Veranstaltungen in 120 Ländern gemeinsam gegen die weltweite Armut aufgestanden. In Deutschland waren mehr als 80.000 Bürgerinnen und Bürger bei der Aktion "Stand Up & Take Action" auf der Straße und haben von der neuen Bundesregierung mehr Engagement gegen extreme Armut und für die Umsetzung der Millenniumsentwicklungsziele (MDG) gefordert.

Zum vierten Mal hintereinander wurde damit ein Weltrekord aufgestellt, der ins Guinness Buch der Rekorde eingetragen wird. Die meisten Menschen sind in Asien aktiv geworden. Dort sind mehr als 100 Millionen aufgestanden. In Europa waren über 2 Millionen Menschen auf der Straße.

Bist du dabei gewesen? Erzähl von Deiner Aktion und schreibe Deine Geschichte als Kommentar in unseren Blog. Hier findest Du mehr Fotos aus Deutschland und aus aller Welt.

Hier ein paar Eindrücke von Stand Up-Aktionen rund um den Globus (im Uhrzeigersinn): Fußballturnier in Ghana, Open-Air-Stimmung in Rom (Italien), bunte Ballons in Nepal, UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon in einer New Yorker Schule, Anti-Armuts-Schiff in Italien, Studentinnen in Südafrika.


Worum geht's beim Klima-Gipfel?

Wer kann sich ernsthaft vorstellen, dass in 40 Jahren in Berlin ein Klima wie in Nordafrika herrscht? Die Prachtstraße "Unter den Linden" hieße dann vielleicht "Unter den Palmen" und Kamele statt Touristen schlenderten durch das Brandenburger Tor. Dieses Szenario ist nach Ansicht von Klimaforschern sehr wahrscheinlich - selbst dann, wenn die Menschen es schaffen, den weltweiten Temperaturanstieg auf zwei Grad Celsius zu begrenzen (Foto: Hochwasser auf Haiti; Misereor).

Damit es nicht noch schlimmer kommt, treffen sich Staats- und Regierungschefs aus aller Welt vom 7. bis 18. Dezember zum Klima-Gipfel in Kopenhagen, der so genannten COP15. In der dänischen Hauptstadt wird ein neues UN-Klimaabkommen verhandelt, das weit reichende Konsequenzen haben soll. Es soll das bisher gültige Kyoto-Protokoll ersetzen, das 2012 ausläuft.

Die Wissenschaft ist sich einig: Soll der Klimawandel einigermaßen beherrschbar bleiben, darf die Temperatur weltweit um nicht mehr als zwei Grad Celsius ansteigen. Selbst bei diesem Szenario werden die Folgen enorm sein. Wetterextreme wie Stürme, Überschwemmungen und Dürren, die schon heute zu beobachten sind, werden stark zunehmen. Klar ist auch, dass die Armutsbekämpfung und damit die Erreichung der Millenniumsentwicklungsziele (MDG) eng mit den Veränderungen des Klimas verwoben ist (empfehlenswerte Studie zum Thema). Die Versorgung mit Wasser und Nahrungsmitteln wird in vielen Entwicklungsregionen weltweit ein noch größeres Problem werden.

Zwei Schlagworte beherrschen deshalb die Diskussion: Vermeidung (Mitigation) des Klimawandels durch weniger Schadstoffausstoß und Anpassung (Adaptation) an die geänderten Klimabedingungen. Gerade arme Länder können sich das nicht ohne Unterstützung der reichen Staaten leisten, die für die Zerstörung des Klimas hauptverantwortlich sind. Noch zieren sich Deutschland und andere Länder, konkrete Finanzierungszusagen zu machen.

Lies mehr über die Zusammenhänge und den COP15-Gipfel in Kopenhagen.


Kreativ das Klima retten: Mit Silent Rave und Strip Mob

 

Von den Ergebnissen in Kopenhagen hängt viel für die Menschen in reichen wie armen Ländern ab. Deshalb schlagen Organisationen, Bündnisse und Aktivisten mit kreativen Aktionen Alarm. Die Regierungen am Verhandlungstisch sollen den Druck der Straße spüren. Wir haben einen Überblick darüber zusammengestellt, was geplant ist und wo Du Dich beteiligen kannst.

Der Klang der tickenden Uhr war Namensgeber der internationalen Kampagne tcktcktck, die von Organisationen wie amnesty international, CARE, Greenpeace, Oxfam und unserem globalen Kampagnennetzwerk GCAP unterstützt wird. Beteilige Dich an derUnterschriftenaktion I am ready: Ich bin bereit für ein faires, verbindliches und ehrgeiziges Klimaabkommen. 2,5 Millionen Menschen haben sich bereits eintragen.

Wenn Du mehr tun willst, beteilige Dich am weltweitenKlima-Aktionstag am 24. Oktober. Auf der Plattform der internationalen Kampagne 350.org, sind bereits 4.000 Aktionen registriert, 40 davon in Deutschland. Du kannst Dich in Berlin an derSilent Climate Parade mit Dr. Motte beteiligen oder als Angela Merkel verkleidetKlimakanzlerin spielen. Am Abend steigt dann die Klimawandel-Afterparty unter dem viel versprechenden Motto "Wir saufen ab!". In der Mainzer Innenstadt werden Kreidebilder auf dem Asphalt zu sehen sein, in Stuttgart wollen Aktivisten bei einem Strip Mob im Hauptbahnhof in Bikini und Badehose auf den Klimawandel aufmerksam machen.

Bei Oxfam kannst Du zum Klimaheld oder zur Klimaheldin werden. Einfach registrieren, Petition unterschreiben und bei wöchentlichen Aktionen mitmachen, wenn sie Dir gefallen. Schicke zum Beispiel ein Fax an der Umweltminister, stelle Bundestagsabgeordneten Fragen oder empfehle einfach das Video zum Klimaschutz-Song "Beds are Burning" von Milla Jovovich, Duran Duran, Amadou und Mariam und anderen weiter.

Die Klima-Allianz, ein breites Bündnis aus deutschen entwicklungs- und umweltpolitischen Organisationen, startet in dieser Woche eine Webseite, auf der sämtliche Aktionen in Deutschland bis zum Gipfeltreffen in Kopenhagen vermerkt sind. Am 5. Dezember wird die Klima-Allianz dann selbst mit einer großen Aktion in Berlin Aufsehen erregen und politischen Druck machen.


Kurz notiert

Aus der Mittagspause der Koalitionsverhandlungen...

Den Mantelkragen hochgeschlagen, den Hut etwas tiefer ins Gesicht gezogen. So begegnete uns unser Informant im nächtlichen Berlin. Er überreichte „Deine Stimme gegen Armut“ ein streng vertrauliches, aber nicht ganz ernst gemeintes Protokoll, das aufgezeichnet wurde, als Angela Merkel und Guido Westerwelle in der Mittagspause der Koalitionsverhandlungen zusammen saßen und Klartext redeten - über Entwicklungshilfe, Klimakanzlerinnen und Artischocken. Hier das Geheimdossier lesen (Foto: pavel1998/ Flickr).

Agrosprit macht Hunger: Schicke eine Protestmail nach Kolumbien

Damit sie Palmöl für "Bio-Sprit" und für die Stromerzeugung nach Europa exportieren können, vertreiben Agrar-Unternehmer mit Unterstützung von Paramilitärs im Nordwesten Kolumbiens hunderte Familien gewaltsam von ihrem Land. Urwald wird gerodet, um illegal Plantagen anzulegen. Die Vertriebenen wehren sich: Sie wollen Gerechtigkeit und fordern das Land zurück. Unterstütze die Aktion mit einer Protest-Mail. Am 12. November werden der kolumbianischen Botschaft in Berlin Protestkarten übergeben.

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