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DGB-Vorstand Heidekreis/SFA: mehr Ressourcen für Berufsbildende Schulen auf dem Lande - Keine Privat-BBS

25. Juni 2012 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Bildung

DGB fordert mehr Ressourcen für Berufsbildende Schulen auf dem Lande - Keine Privat-BBS

Seit einigen Wochen beschäftigen sich DGB und Einzelgewerkschaften mit dem Vorhaben des privaten Bildungsunternehmers Kahle, im Raum Walsrode eine private Berufsbildende Schule (BBS) einzurichten. Die Zahl der Chemikanten- und Chemielaboranten-Auszubildenden ist in den Bomlitzer Chemiebetrieben so weit zurück gegangen, dass die staatliche BBS jährliche Fachklassen nicht mehr aus ihrem Budget einrichten kann.

Der Bomlitzer Bildungsunternehmer Kahle (AFP, Okando) sieht diese Situation offenbar als gute Einstiegsmöglichkeit für eine Privat-BBS, die weit über die Chemieberufe hinausgehen soll. Er hat jetzt beim Kultusminister einen Antrag auf Errichtung seiner Privatschule gestellt und er betreibt bei Politik und Verwaltungen in Landkreis und Land dafür Lobbyarbeit.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) im Heidekreis und die besonders betroffene Bildungsgewerkschaft GEW lehnen die Einrichtung einer Privaten Berufsschule ab.

Auszubildende haben den gesetzlichen Anspruch an einer staatlichen Schule unterrichtet zu werden. Jahrzehntelang besuchten Bomlitzer BerufsschülerInnen der Chemieberufe die BBS in Hannover, bevor in Walsrode aufwendig Fachklassen eingerichtet wurden. Herr Kahle will mit einer Privatschule den staatlichen Berufsschulen auch bei der Ausbildung anderer Berufe Konkurrenz machen. Die staatlichen Zuschüsse, die er bekommen könnte, vermindern die Finanzierung staatlicher Berufsschulen. Die Schulgelder, die er kassieren will, werden von Azubis und den Gewerkschaften abgelehnt. Kleinbetriebe sind sicher nicht bereit Schulgeld zu zahlen. Ob größere Betriebe hier mitfinanzieren darf bezweifelt werden. 
Eine Privat-BBS würde die Lage der umliegenden Berufsbildenden Schulen verschlechtern.

Dass Lehrkräfte und Ausbilder an der geplanten Privat-BBS nach Tarifverträgen öffentlicher Schulen eingruppiert werden und ihre Interessenvertretungen wählen können, ist daher nicht zu erwarten. Dass im gesellschaftpolitischen Unterricht Themen wir Lohnfindung, Tarifvertrag, Gewerkschaft vorkommen, davon ist nicht auszugehen, wenn man die Lehrinhalte von Privatschulen betrachtet.


Eine Privat-BBS wäre ein Dammbruch, in dessen Fluten öffentliche Berufsschulen untergehen könnten.
Gemeinsam mit der Landes-GEW fordern wir hingegen, dass Vorschriften und Budgets für Klassenbildung der demografischen Situation angepasst und deutlich günstiger gestaltet werden. Besonders auf dem Lande müssen Berufsbildenden Schulen zusätzliche Ressourcen zur Verfügung gestellt werden. Wenn trotzdem keine ortsnahe Beschulung, wegen sehr kleiner Azubi-Zahlen, möglich ist, dann müssen Fahrtkosten erstattet werden.

Übrigens hat VW-Wolfsburg seine Privat-BBS längst wieder geschlossen. Lassen wir auch in der Heide die Finger davon. Privatschulen sollen letztlich dem Profit dienen. Bildung gehört in unabhängige öffentliche Hände.

H-D Charly Braun, DGB-Kreisvorsitzender Heidekreis/ SFA

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