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Die braunen Geister die jahrelang in Sachsen toleriert und verschwiegen wurden, werden sie nun nicht mehr los.....

19. April 2010 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Kampf gegen Nazis - Bundesweit

Die braunen Geister die jahrelang in Sachsen toleriert und verschwiegen wurden, werden sie nun nicht mehr los.....

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Oelsnitz/Plauen: Rechte Parolen überschatten Liberty Convoy (Freie Presse, 16.04.)

Rechte Parolen überschatten Liberty Convoy

Gedenkfahrt zum Kriegsende mit antiamerikanischen Spruchbändern gestört
- Viele Augenzeugen erinnern sich - Empfang auf Schloss Voigtsberg

Oelsnitz/Plauen. Mehr als 200 Interessenten haben am FReitag Nachmittag auf Schloss Voigtsberg in Oelsnitz den Liberty Convoy, die Gedenkfahrt von Kriegsveteranen 65Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges in der Region, empfangen. Unter den Gästen befanden sich zahlreiche Vogtländer, die sich noch gut an die damaligen Geschehnisse erinnern können - weil jene Tage vor 65 Jahren für sie prägende Kindheitserlebnisse nach Tagen des Krieges waren.

Eine dramatische Erinnerung an den Einzug der Amerikaner in Oelsnitz hat Helmut Nassarow: Mit anderen Jungen war der damals 14-Jährige auf der Schanze bei Schloss Voigtsberg - und dort war auch in einer Mulde eine Kiste mit Eierhandgranaten. "Die auf die Wiese vor dem Rittergut zu werfen - die Knallerei hat Spaß gemacht", erinnert sich der 79-Jährige. 
Weil Nassarow sehen wollte, wohin er seine Granate wirft, schaute er aus der Mulde auf - und das war wohl die Rettung für einen voll besetzten US-Jeep, der auf die Knallerei aufmerksam geworden war. "Ich schrie ,Amis!' und warf die schon scharfe Eierhandgranate nach rechts, damit ich die Soldaten nicht treffe. Danach rannten wir den Hang hinunter ins Hainbachtal." Was Nassarow noch heute zu denken gibt: "In Raasdorf wurden zwei Amis erschossen - in der Folge wurde Raasdorf abgebrannt. 
Was wäre mit dem Schloss und Ortsteil Voigtsberg geworden, wenn ich die Amis getroffen hätte?"

Solche und ähnliche Erlebnisse waren den gesamten Tag über immer wieder zu hören gewesen. Sie verdeutlichten, wie ängstlich die Menschen damals waren, wie sehr sie aber auch das Ende des Krieges herbeigesehnt hatten.

Für Empörung an der Strecke sorgen Provokationen und Spruchbänder rechtsradikal orientierter Kräfte, die die Gedenkfahrt immer wieder gestört hatten. Dem Schloss Voigtsberg in Oelsnitz blieben sie fern. 
Noch an der Station zuvor aber, an der Alten Elsterbrücke in Plauen, hatten sie für Misstöne gesorgt. Zwei Dutzend NPD-Sympathisanten besetzten dort mit Spruchbändern eine Mauer, an der eine Gedenktafel eingeweiht wurde. Direkt neben dem 86-jährigen US-Veteranen Tom Stafford, der 1945 die Elsterbrücke vor der Sprengung bewahrte, hing eines dieser Laken. Historiker Ulrich Koch brachte auf den Punkt, was wohl die meisten der rund 400 Zuhörer dachten: "Ich schäme mich vor unseren amerikanischen Gästen. Es ist eine furchtbare Schande, was hier passiert." US-Generalkonsulin Katherine Bruckner und Plauens Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer (FDP) mahnten, die Völker zu versöhnen. Unter Beifall schimpfte Ulrich Koch auf die "Nazi-Idioten, von denen uns die Amerikaner doch eigentlich befreit haben".

Die Gegendemonstranten hatten den Zug aus 41 historischen Militärfahrzeugen mit Teilnehmern aus sechs Ländern von Beginn an verfolgt. "Diese Leute sind aus allen Ecken herangekarrt worden - damit haben wir gerechnet", erklärte Rolf Ballhause vom Geschichtsverein aus Plauen, einer der Organisatoren der Fahrt. "Mich regt das auf, eine Frechheit", schimpfte Eberhard Hager aus Weischlitz über die rechten Parolen. Seine Frau Vera erklärte: "Wir Deutsche haben den Krieg nun mal angefangen und verloren - das darf man doch nicht so verdrehen."

Von Bernd Appel und Ronny Hager
Erschienen am 16.04.2010.

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