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Düsteres Kapitel der Psychiatrie

17. Mai 2010 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Historisches

 

Gespräch über Lüneburger Klinik zur NS-Zeit

bz Soltau. Mit der Bildungs- und

Gedenkstätte „Opfer der

NS-Psychiatrie“ auf dem Gelände

der Psychiatrischen Klinik

Lüneburg wird seit 2004 an die

Verbrechen der NS-Psychiatrie

erinnert. In der Landesheil- und

Pflegeanstalt Lüneburg wurden

nicht nur 480 erwachsene psychisch

Kranke selektiert und der

Ermordung in anderen Einrichtungen

zugeführt sondern auch

mehr als 300 Kinder mit Hilfe

von Medikamenten getötet.

Dr. Sebastian Stierl, ärztlicher

Direktor der Psychiatrischen

Klinik Lüneburg, schildert beim

nächsten Soltauer Gespräch am

Mittwoch, 19. Mai, um 20 Uhr

in der Bibliothek Waldmühle

die heute bekannten Tatsachen

dieses lange verdrängten Kapitels

der Medizin. Besonderes

Augenmerk legt er auf den gesellschaftlichen

Umgang mit

psychischen Erkrankungen, wie

er auch vor und nach dem Nationalsozialismus

die Beziehung

zwischen psychisch Kranken

und ihrem Umfeld prägte. Aus

dieser Betrachtung ergibt sich

der besondere Auftrag, die Stellung

der Psychiatrie in der Gesellschaft

und den Umgang mit

psychisch Kranken sensibel und

aufmerksam zu reflektieren. Die

Brisanz besteht in der „Normalität“

des stigmatisierenden

Umgangs mit psychischer Erkrankung.

Dr. med. Sebastian Stierl ist

Arzt für Psychiatrie und Psychotherapie

sowie für Psychosomatische

Medizin. Er ist Vorstand

der Deutschen Gesellschaft für

Soziale Psychiatrie (DGSP)

und seit 21 Jahren Chefarzt des

ehemaligen Niedersächsischen

Landeskrankenhauses Lüneburg

(jetzt Psychiatrische Klinik

Lüneburg), das bis 2001 auch

für die Versorgung des Landkreises

Soltau-Fallingbostel zuständig

war.

 

 

BZ100517.jpg

 

Quelle: Böhme Zeitung 17.05.2010

 

Mehr über die Bildungs- und Gedenkstätte "Opfer der NS-Psychiatrie" in Lüneburg

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