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Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Homophobi

5. Dezember 2010 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Antidiskriminierung

Yahoo Nachrichten   3.12.10

Berlin (dapd). Die Feindseligkeit gegenüber sozialen Minderheiten in Deutschland hat in höheren Einkommensgruppen offenbar deutlich zugenommen. Dies geht aus einer Studie des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung an der Universität Bielefeld hervor, die am Freitag in Berlin vorgestellt wurde. Demnach legen vermeintlich liberale Besserverdiener neuerdings ein ähnliches Niveau an Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Homophobie und anderen Negativeinstellungen an den Tag wie einkommenschwächere Schichten. Für die "Vereisung des sozialen Klimas" machen die Forscher primär die Folgen der Wirtschaftskrise verantwortlich. Diesen Artikel weiter lesen

"In der Krise haben viele Besserverdiener erstmals gemerkt, was finanzielle Einbußen bedeuten", sagte Studienleiter Wilhelm Heitmeyer. Dadurch seien mühsam erlernte soziale Normen und Werte in Vergessenheit geraten, der Sozialdarwinismus habe zugenommen. Das Gefühl der Bedrohung durch die Krise habe auch zu einer schleichenden "Radikalisierung der gesellschaftlichen Mitte" geführt. So habe sich die Islamfeindlichkeit im Vergleich zum Vorjahr in der politischen Mitte und links davon deutlich verstärkt, während sie unter Rechten sogar leicht gesunken sei.

Den Angaben zufolge stimmte insgesamt gut jeder vierte Befragte der Aussage zu, "Muslimen sollte die Zuwanderung nach Deutschland untersagt werden". Dies seien knapp fünf Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Auch antisemitischen Thesen sind demnach wieder stärker salonfähig geworden, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus dagegen weitgehend stabil geblieben. Kontinuierlich abgenommen hätten in den letzten Jahren vor allem offen zur Schau getragener Sexismus sowie Ressentiments gegenüber Homosexuellen. Die Abwertung von Obdachlosen und Arbeitslosen sei entgegen dem Gesamttrend nur unter Besserverdienern mit mehr als 2.500 Euro Netto-Monatseinkommen steigend.

Die Langzeituntersuchung zur sogenannten Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit in Deutschland läuft seit 2002 und geht jedes Jahr aufs Neue der Frage nach, wie Menschen unterschiedlicher sozialer, religiöser und ethnischer Herkunft von der Gesellschaftsmehrheit wahrgenommen und mit feindseligen Mentalitäten konfrontiert werden.

dapdlink

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