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Friedlich, sachlich, aber mit Nachdruck Soziales Bündnis im Kreis Soltau-Fallingbostel protestiert auf dem Walsroder Rathausplatz

29. Oktober 2010 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #soziale Gerechtigkeit - gewerkschaftliche Kämpfe

Friedlich, sachlich, aber mit Nachdruck

Soziales Bündnis im Kreis Soltau-Fallingbostel protestiert auf dem Walsroder Rathausplatz

Auf dem Walsroder Rathausplatz unterhalten sich leise einige Leute. Ruhige Musik spielt im Hintergrund. Nur die im Wind wehenden T-Shirts mit Aufschriften wie „Jetzt geht's ans letzte Hemd“ oder Schilder, auf denen „mehr Geld für bessere Bildung“ steht, deuten darauf hin, was gleich beginnt. Unter dem Motto „Deutschland in Schieflage“ soll protestiert werden. Als die Reden, Sketche, Lehrstücke und Parodien beginnen, haben sich rund 250 Menschen auf dem Platz eingefunden. Protest ja, Demonstration mit Pauken und Trompeten nein – so beschreibt Organisator und Kreisvorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Hans-Dieter „Charly“ Braun, die Veranstaltung am Mittwochnachmittag.

Walsrode. „Wir protestieren gegen die Zerstörung des Sozialen und der Umwelt“, sagt Braun. „Wir“ – das sind unterschiedlichste Initiativen, Gruppen und Verbände aus dem Landkreis Soltau-Fallingbostel, unter anderem Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB), Arbeiterwohlfahrt (AWO), Selbsthilfegruppe Parkinson, AG Bildungsstreik, Antifaschistische Initiative, Jugendauszubildendenvertretung Walsrode, das ver.di-Bildungs- und Tagungszentrum Walsrode sowie Linke und Grüne Jugend.

Ebenso vielschichtig wie die Gruppen sind die Gründe für den Protest, der sich aber stets gegen die Bundesregierung wendet. Lohnpolitik, Gesundheit, Bildung, Atomkraft, Renten – der Unmut der Anwesenden auf dem Walsroder Rathausplatz ist groß, kaum eines der „großen“ Themen wird ausgelassen. Dennoch bringen die Teilnehmer und ein Großteil der Redner ihre Argumente sachlich, wenn auch mit Nachdruck vor; die Stimmung ist friedlich. Die anwesenden Einsatzkräfte der Polizei verleben einen ruhigen Nachmittag ohne Zwischenfälle.

Für die älteren Anwesenden spricht stellvertretend der ehemalige Betriebsratsvorsitzende des Industrieparks Walsrode-Bomlitz, Reinhard Wendt: „Der Beschluss zur Rente mit 67 wird nicht mehr zurück zu drehen sein. Aber vor so einem Gesetzerlass muss doch sichergestellt sein, dass Ältere überhaupt Arbeit bekommen.“ Neben einer guten Beschäftigungspolitik sei diese Voraussetzung nur zu schaffen, wenn auch die Gesundheitsvorsorge vorbildlich sei. An dieser Stelle tritt die Selbsthilfegruppe Parkinson auf den Plan. Sie fordert bessere Versorgung und eine Abkehr von der „Zwei-Klassen-Gesellschaft“ in der Medizin. Andere verlangen bessere Ausbildungsmöglichkeiten für Jugendliche und junge Erwachsene. Gemeinsamkeiten der unterschiedlichen Gruppen sind der Protest und die Unzufriedenheit mit dem Status quo; Berührungspunkte gibt es vielfach.

Ob mit der Aktion etwas erreicht werden kann? „Wir sind die Basis und wollen in Walsrode Flagge zeigen. So können wir die Politik in eine Drucksituation bringen“, ist sich Braun sicher.

Artikel vom 29.10.2010 Quelle: WZ-Online

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