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Fußball unter Aufsicht von "Hell's Angels"

6. Mai 2011 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Hells Angels & Neonazis

Bodyguard-Firma eines Rockers sollte berüchtigte "Celler Ultras" in Schach halten - es kam zur Randale

 - 06.05.2011

Fußball unter Aufsicht von "Hell's Angels"?

Von stefan schölermann
Walsrode. In Walsrode waren am Wochenende Mitarbeiter einer von Mitgliedern der Rockergruppe "Hell's Angels" dominierten Firma für die Sicherheit bei einem lokalen Fußballderby zuständig - und das hat Konsequenzen: "Wir werden dafür sorgen, dass diese Firma genau überprüft wird", sagt der Walsroder Grünen-Ratsherr Detlef Gieseke. Sein Zorn gilt der Firma "Bodyguard Security". Die Firma gehört dem bekennenden "Hell's Angel" und Bordellbesitzer Wolfgang Heer; sein Sohn Michel ebenfalls Mitglied der Rockergruppe, ist Geschäftsführer des Unternehmens.

Der Walsroder Fußballclub Germania hatte die " Bodyguard Security" als Sicherheitsfirma für ein Match gegen die Konkurrenz des TuS Celle engagiert. Dennoch gab es reichlich Randale - ausgelöst durch die berüchtigten "Celler Ultras". Mehr als 30 Polizeibeamte waren nötig, um die Prügeleien zu beenden. Dabei habe die "Bodyguard Security" nicht gerade Ruhm angehäuft, sagt Polizeieinsatzleiterin Eva Peukert. Sie bescheinigte den Mitarbeitern der Firma "ein überaus ruppiges und übertrieben hartes Vorgehen". Fazit: Sechs Mitarbeiter der Firma gingen mit einer Strafanzeige vom Platz. Der Inhaber der Firma, Wolfgang Heer - er führte bei dem Einsatz seiner Mitarbeiter am Wochenende selbst das Kommando -, weist die Vorwürfe zurück: Angesichts brutaler Gewalt der Ultras habe man keine andere Wahl gehabt, als massiv einzuschreiten, sagt er.

Über diese Details mögen

am Ende die Gerichte entscheiden - für den Ratsherrn Gieseke ist der Einsatz der "Bodyguard Security" an sich schon ein Skandal: "Man kann doch nicht die Sicherheit bei einem Fußballmatch in die Hände einer Firma legen, bei der Rocker den Ton angeben." Und noch eines stößt im sauer auf: In der Dienstkluft der Bodyguards sei am Wochenende auch ein in Walsrode gefürchteter Rechtsextremist auf dem Sportgelände erschienen, sagt Gieseke: "Es muss geprüft werden, ob diese Firma die einschlägigen Bedingungen des Gewerberechts erfüllt" sagt der Kommunalpolitiker.

Dem Vorsitzenden des Fußballclubs Germania, Günther Stube, ist das Engagement der Rocker-Firma schon jetzt peinlich: "Das war ein Riesenfehler", sagt er, betont aber auch: "Von den Hintergründen dieser Firma habe ich nichts gewusst." Im Herbst vergangenen Jahres hatte es in Walsrode eine lebhafte Debatte um die Frage gegeben, wie viel Nähe zu den Rockern und ihren prominenten Köpfen im gesellschaftlichen Leben der Stadt akzeptiert werden kann. Folgen hatte die Fußballrandale auch für das Internet-Fernsehportal "TV- Celle". Dessen Mitarbeiter hatten Teile der Randale mit der Videokamera gefilmt. Danach gab es anonyme Post per E-Mail: Wenn die Gesichter der Gefilmten nicht unkenntlich gemacht würden, "drohe ich hiermit schon mal Konsequenzen an", hieß es in der elektronischen Post. Diese Drohung nahm man ernst: Auf den Bildern ist kein Gesicht zu erkennen.

Der Autor, Stefan Schölermann, ist Redakteur bei NDRInfo

Quelle: Weser Kurier

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