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Für die Deportierten

26. Januar 2012 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Zug der Erinnerung

Mit Veranstaltungen auf den Bahnhöfen Leipzig und Saarbrücken erinnern Bürgerinitiativen an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz vor 67 Jahren. In Saarbrücken hat der Verein "DenkmalMit!" die Deutsche Bahn AG über die beabsichtigte Installation einer Gedenkplakette informiert, die über 70 Tausend Verschleppten gilt. Sie wurden aus dem besetzten Frankreich über den Bahnhof Saarbrücken "nach Osten" transportiert. Den Text der Plakette entwarf der Saarbrücker Verein gemeinsam mit dem "Consistoire Isréalite de la Moselle", der Vertretung jüdischer Gemeinden im Nachbarland. Weil die Deutsche Bahn AG darauf besteht, den Text "prüfen" zu wollen, läßt die Installation auf sich warten.

Verzögert wurde die Errichtung eines Mahnmals auch auf dem Leipziger Hauptbahnhof. Hier verlangt die Deutsche Bahn AG den Abschluss eines sogenannten Gestattungsvertrages, bevor das Mahnmal an Gleis 24 auf Dauer erinnern darf. Der rund 20 Paragraphen umfassende Text droht den Leipziger Bürgerinitiativen finanzielle Folgen an, sollten sie den Bestimmungen nicht nachkommen. In dem Vertrag tritt die DB AG, das Nachfolgeunternehmen der kriminellen NS-"Reichsbahn", als unbeteiligte "Gestattungsgeberin" auf, die Leipziger Initiativen, die an die "Reichsbahn"-Opfer erinnern wollen, werden als nutznießende Bittsteller ("Gestattungsnehmer") behandelt. Mit dieser Verdrehung setzt die DB AG die juristische Fixierung ihres unwahrhaftigen Geschichtsbilds fort. Demnach stehe das Folgeunternehmen der NS-"Reichsbahn" in keinerlei Rechtsverpflichtung gegenüber den Opfern der millionenfachen Mordbeihilfe auf dem deutschen Schienennetz. Die Stadt Leipzig hat es bis heute abgelehnt, in den sogenannten Gestattungsvertrag einzutreten. Die Leipziger Bürgerinitiativen suchen jetzt nach "Paten".

 

Quelle: Zug der Erinnerung

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