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Gedenkstein für das „Sonderkommando Elbe“ Nazi Gedenken in Bockelskamp

14. Februar 2011 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #rechte Gedenkstätten

Vor 20 Jahren wurde in Bockelskamp bei Wienhausen

ein Gedenkstein für das Nazi-Luftwaffen-„Sonderkommando

Elbe“ eingeweiht. Karl-Heinrich Langspecht,

Vater des CDU-Landtagsabgeordneten, hatte

hierfür sein Grundstück zur Verfügung gestellt – wohl

deshalb, weil er selbst dazu gehörte.

Fast alljährlich treffen sich seitdem am 7. April alte

und junge Krieger, um „glorreicher Zeiten“ zu gedenken.

Häufig mit dabei der Ritterkreuzträger Hajo Hermann,

der jetzt am 05.11.2010 mit 97 Jahren das Zeitliche

segnete. Er war die tragende Figur, denn er war ein

Mitbegründer des „Sonderkommandos Elbe“. In der

Endphase des II. Weltkrieges sollten Jagdflieger unter

diesem Tarnbegriff alliierte Bomber mit ihren Jagdflugzeugen

rammen und zum Absturz bringen. Die einzige

Überlebenschance dieser so genannten „Rammjäger“ bestand

darin, rechtzeitig vor der Kollision mit dem Fallschirm

abzuspringen. Der größte Einsatz fand an eben

jenem 7. April im Jahr 1945 statt. Die Gedenkveranstaltung

in Bockelkamp fand zuletzt vor allem auf der Internetseite

des „Forums für deutsche Militärgeschichte“

eine Resonanz. Ausführlich berichtete das Militaristen-

Internetportal über die Feiern der Jahre 2006 und 2007.

„Himmelfahrtskommando für Hitler“ betitelte der

SPIEGEL am 29.12.2009 eine Story über die „Selbstmordattacken

aus der Luft“. Genaue Zahlen sind von der

Luftschacht gegen über 1000 alliierte Bomber nicht

greifbar, aber: „[…] möglicherweise wurden bei der

Wahnsinnsattacke 133 der 183 deutschen Maschinen vernichtet,

nur 15 Rammjäger-Piloten kehrten zu ihrer Einheit

zurück.“

Dass in Bockelskamp weniger der Opfer dieses

„Wahnsinnsplans“ gedacht wird, sondern einem nationalsozialistischen

Heldenmythos, lässt sich an der Teilnahme

des Kommandeurs dieser Einheit ablesen. Hajo

Herrmann war für die Veranstaltung so etwas wie die

Kultfigur. Er gehörte zu einem geheimen Vorauskommando

im Spanischen Bürgerkrieg, noch bevor er bei

der "Legion Condor" Einsätze flog. Während des Krieges

war er als Kampfpilot im Einsatz und wurde Ende

1944 zum Inspekteur der Luftverteidigung ernannt. Seit

1965 arbeitete Hermann als Rechtsanwalt in Düsseldorf.

Bis zu seinem Lebensende vertrat er rechtsextremistische

Thesen und war einer der bekanntesten Verteidiger

von Alt- und Neonazis und Holocaustleugnern.

Unter seinen Mandanten waren u. a. Otto Ernst Remer,

David Irving und Fred Leuchter. Hajo Herrmann veröffentlichte

einige Bücher zum Zweiten Weltkrieg und

selbstverständlich war er Mitglied der Ordensgemeinschaft

der Ritterkreuzträger.

Herrmann war ein viel gefragter Gesprächspartner in

rechtsextremen Kreisen. Im Januar 2007 hielt er auf

dem Bundesparteitag der

DVU einen Vortrag. Als

Redner war er auch beim 5.

"Freiheitlichen Kongress"

des NPD-Verlages Deutsche

Stimme im November

2007 zugegen. - Eine Gedenkveranstaltung

zu Herrmanns

Tod am 21.11.2010

wurde von der Holocaustleugnerin

und Rechtsextremistin

Ursula Haverbeck

aus Vlotho gestaltet.

Zurück nach Bockelskamp. Im Jahr 2010 gab es ein

Problem: Für die alten Damen und Herren waren schon

– wie jedes Jahr - die Monoblock-Gartenstühle aufgestellt.

Aber das Mahnmal (siehe Foto) bot den alten und

jungen Kriegern wohl keinen würdigen Rahmen, es war

„verunziert und geschändet“. So weit wir wissen, fand

keine Gedenkfeier statt.

Selbstverständlich kann der Landtagsabgeordnete

Karl-Heinrich Langspecht nichts für den Freundeskreis

seines Vaters – aber ein bisschen peinlich ist es doch,

oder? Und wem das Grundstück heute gehört, auf dem

das Mahnmal steht, ist zumindest eine Frage wert.

 


revista Nr. 52, Januar/Februar 2011
Revista525.jpg

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Richard Bockelmann 01/18/2014 15:07


Der Artikel ist sehr oberflächlich formuliert, weil der Verfasser offensichtlich nur schwatzen wollte und das Wort Nazi sich so einfach schreiben lässt. Dass die Rammjäger ihr Leben gegen den
Bombenterror für Frauen und Kinder eingesetzt haben, wird durch das Hakenkreuz verdeckt. Aber was sind für einen Grün-Roten Kleingeist schon alliierte Kriegsverbrechen? Gab es die überhaupt? Die
gab es doch nur bei den Nazis, und da war der Bombenterror doch grad rechtens! Ein Hoch auf die Schänder des Mahnmals und Diebe des zum Mahnmal gehörenden Propellers!