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Gemeinnützige Völkische

24. August 2011 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Artikelserie "Ludendorffer"

VON GIDEON THALMANN

24.08.2011 - 

Die Zeitschrift „Die Deutsche Volkshochschule“ aus dem Umfeld der „Ludendorffer“ führt vom 3. bis 10. September ihre diesjährige Herbsttagung im vereinseigenen Konrad-Deubler-Heim im österreichischen Urlaubsort Werfenweng durch.

Zur jährlichen Herbsttagung lädt die „Ludendorffer“-Zeitschrift „Die Deutsche Volkshochschule“ ins Salzburger Land ein. Für das einwöchige Treffen vom 3. bis 10. September in Werfenweng im Salzburger Land nimmt Gerburg Adam aus Konstanz am Bodensee die Anmeldungen entgegen. Schüler und Studenten erhalten vergünstigte Konditionen. Adam (Jg. 1943) führt den Verein, der die Zeitschrift herausgibt, an und ist deren „Schriftleiterin“. Ende 1996 erhielt die „Volkshochschule“ den Status der Gemeinnützigkeit – trotz ihrer Satzung, die eine thematische Ausrichtung an der „Philosophie“ der völkischen Antisemitin Mathilde Ludendorff vorschreibt. Der Verein hat seinen Sitz in Ratekau (Kreis Ostholstein).

Heute erscheint das Blatt „Die Deutsche Volkshochschule“ zweimal jährlich. Werner Preisinger (1905-1986) hatte die Zeitschrift 1979 ins Leben gerufen. Die ersten Ausgaben des inzwischen in Fraktur-Schrift gedruckten Heftes waren vom „Arbeitskreis für Lebenskunde“, der Jugendorganisation der „Ludendorffer“, herausgegeben worden. Preisingers Sohn, der Lehrer Nordfried Preisinger (Jg. 1943) aus dem holsteinischen Bühnsdorf (Kreis Segeberg), ist im Vorstand des „Arbeitskreises“ tätig.

„Für Lebenserhaltung, Volkserhaltung und Gotterhaltung“

Geprägt ist die Ideologie der Ludendorff-Bewegung durch rassistisches und antisemitisches Denken. Laut Mathilde und Erich Ludendorff seien „Überstaatliche Mächte“ – allen voran die Juden – am Werk, das deutsche Volk zerstören zu wollen. „Die Deutsche Volkshochschule will Kenntnisse der Natur- und Geisteswissenschaften vermitteln, soweit sie zu der von Mathilde Ludendorff gegebenen Philosophie in Beziehung stehen.“ Daher tritt das Blatt „für Lebenserhaltung, Volkserhaltung und Gotterhaltung“ ein. Der Untertitel lautet: „Allgemeinverständliche Beiträge aus Wissenschaft, Kunst und Philosophie“.

Die Zeitschrift richtet sich offenbar vor allem an den inneren Kreis der „Ludendorffer“. 2005 lag die Auflage bei rund 400 Exemplaren. Unter anderem wird auf wissenschaftlichem Niveau über Zellforschung berichtet. Der bekannte Biophysiker Gerold Adam (1933-1996), Professor an der Universität Konstanz, hatte unter dem Pseudonym „Hermin Leupold“ in der „Volkshochschule“ publiziert. Er war zudem Mitglied im „Arbeitskreis für Lebenskunde“.

Im österreichischen Urlaubsort Werfenweng betreiben „Ludendorffer“ seit 1964 ein eigenes Domizil. Das „Konrad-Deubler-Heim“ wird auch von Völkischen aus Deutschland regelmäßig frequentiert. Der „Alpenländische Heimat- und Kulturverein“, der das Heim betreibt, steht laut der zuständigen Bezirkshauptmannschaft unter Beobachtung des Verfassungsschutzes.

Quelle: bnr  24.08.2011 

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