Overblog Folge diesem Blog
Edit post Administration Create my blog

"...gerade Dich, Arbeiter, wollen wir."

27. Juli 2011 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Kampf gegen Nazis - Bundesweit

 

PLAKATAUSSCHNITT ZUR SONDERAUSSTELLUNG DER HANS BÖCKLER STIFTUNG IN KOOPERATION MIT DEM DGB

Nationalsozialismus und freie Gewerkschaften im Mai 1933

KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora (rekonstruierte Unterkunftsbaracke)
21. Mai 2011 - 15. Juli 2011
Verlängert bis zum 28. August 2011

 

Am 2. Mai 1933, drei Monate nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten, besetzten SA-Schläger und Polizei überall in Deutschland die Büros und Versammlungsräume der Gewerkschaften. Zahlreiche Gewerkschaftsfunktionäre nahmen sie in Haft; viele wurden misshandelt oder sogar ermordet.

Mit der Zerschlagung der Gewerkschaften versuchten die Nationalsozialisten, den Widerstand aus der Arbeiterschaft zu brechen. Zugleich propagierten sie die vermeintlich klassenlose "Volksgemeinschaft" und schufen mit der "Deutschen Arbeitsfront" (DAF) eine nationalsozialistische Pseudo-Einheitsgewerkschaft.

An diese Ereignisse erinnert eine Wanderausstellung der Hans-Böckler-Stiftung und des DGB, die am Dienstag, den 24. Mai 2011 in der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora eröffnet wurde. 25 Schautafeln vergegenwärtigen mit zahlreichen Fotos und Dokumenten diesen Tiefpunkt in der Geschichte der politischen Arbeiterbewegung und der deutschen Demokratie. Die Ausstellung zeichnet die Vorgänge chronologisch nach. Dabei beschränkt sie sich bewusst nicht auf die reine Ereignisgeschichte, sondern thematisiert auch die Ideologie der Nationalsozialisten. Diese machten der Arbeiterschaft mit der Propagierung der "Volksgemeinschaft" und des "Adels der Arbeit" ein vergiftetes Integrationsangebot. 
Dafür steht auch der Titel der Ausstellung: "... gerade Dich, Arbeiter, wollen wir" - ein Zitat von Robert Ley, dem Chef der Deutschen Arbeitsfront.

Gewerkschaftsgeschichte in Nordhausen und Salza 

 

Seit rund zwei Monaten wird interessierten Besucherinnen und Besuchern der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora eine Ausstellung zur Zerschlagung der Gewerkschaften durch die Nationalsozialisten präsentiert. Nun wird sie bis zum 28. August 2011 zu sehen sein.

Anlässlich dieser Verlängerung wird die Ausstellung um regionale Aspekte der Gewerkschaftsgeschichte ergänzt. Ab Mittwoch, dem 20. Juli, werden Ausstellungsstücke zur Entwicklung der Nordhäuser und Salzaer Arbeiterbewegung gezeigt.

Wie überall im Deutschen Reich gingen die Nationalsozialisten nach ihrem Machtantritt im Januar 1933 auch in Nordhausen mit Brutalität gegen die Gewerkschaftsbewegung vor. Auch hier zogen SA- und SS-Trupps zu den Gewerkschaftssitzen, u.a. zum Volkshaus "Eintracht" in der Geseniusstraße. Mehrere Nordhäuser Gewerkschaftler wurden im Siechenhof in "Schutzhaft" genommen und anschließend in Konzentrationslager verschleppt.

Neben Polizeiberichten und Schriftwechseln verdeutlichen besonders die Hilfsgesuche von betroffenen Angehörigen das Ausmaß der Geschehnisse. An Hand von zahlreichen Originalfotografien und informativen Fundstücken aus dem Stadtarchiv Nordhausen, wie Mitgliedsausweisen oder Abzeichen, wird die Lebensgeschichte von Paul Baumbach nachgezeichnet, eines aktiven Nordhäuser Sozialdemokraten und Gewerkschafters.

Die rege Widerstandsbewegung in Salza, besonders um den Versammlungsort "Gasthof Friedenseiche", wird mit weiteren zeitgenössischen Dokumenten und Zeitschriften verdeutlicht. Die als "Schlacht von Salza" bezeichnete Abwehr eines NS-Aufmarsches vor der "Friedenseiche" im Juli 1932 ist bis heute im kollektiven Gedächtnis der Bevölkerung verankert.

Die Ausstellung ist bis zum 28. August 2011 in der ehemaligen Unterkunftsbaracke der Gedenkstätte zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Literaturhinweis: "Nordhausen im Nationalsozialismus. Ein historischer Wegweiser.", Nordhausen/Weimar: 2010 - 56 Seiten, Ill, 3 Euro.

 

Diesen Post teilen

Repost 0
Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:

Kommentiere diesen Post