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Hebammen wollen endlich Sicherheit Walsroder Hebammenteam fordert Umsetzung des Kreistagsbeschlusses als wirtschaftlichsten Weg

8. März 2011 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Gesundheitswesen

Walsrode (es). Gewiss sei
ihnen der Schritt damals nicht
leicht gefallen. „Ein wenig
Bauchweh hatten wir schon,
weil es ja auch mit Risiken verbunden
war“, erinnert sich Ina
Borchert. Im Gegensatz zu
ihren Kolleginnen am Soltauer
Krankenhaus, die als Angestellte
im öffentlichen
Dienst weiter über das Heidekreis-
Klinikum abgesichert
sind, sind die acht Hebammen
der Hebammenpartnerschaft
„Mutter Griepsch“ am Walsroder
Krankenhaus für sich
selbst verantwortlich, von der
eigenen Krankenversicherung
bis zur immer teurer werdenden
Risikoversicherung. „Das
Krankenhaus stellt uns die
Räume zur Verfügung, bekommt
dafür für jede Geburt
eine Pauschale gezahlt“, beschreibt
Angela Hanebuth das
vertraglich abgestimmte Miteinander.
Die anfänglichen Bauchschmerzen
waren bald vergessen.
„Wir haben uns als Team
hier ganz schnell ganz anders
positioniert“, sagt Johanna
Utermann. Hebamme am
Walsroder Krankenhaus zu
sein, das sei eindeutig mehr als
ein Beruf. „Wir bieten heute
die individuelle Betreuung im
Kreißsaal, Geburtsvorbereitung,
Rückbildungsgymnastik
und Geschwisterkurse“, erzählt
Nele Mävers. Wochenbettbesuche
auf Station seien
für das Hebammenteam
selbstverständlich. Der Kontakt
zu den Müttern sei sehr
intensiv. Da baue sich über
Monate schon ein großes Vertrauensverhältnis
auf. „Ich bin
vor Kurzem sogar zur Taufe
eingeladen worden“, lächelt
Nele Mävers.
In Walsrode schiele man
nicht drauf, Statistiken künstlich
nach oben
zu treiben. „In
Zeiten rückläufiger
Geburtenzahlen
haben wir unser
Level mit rund 600 Geburten
im Jahr halten können. Ich
finde, das ist schon ein Erfolg“,
hebt Johanna Utermann
hervor. Donnerstag letzter
Woche wurde der 84. neue
Erdenbürger dieses Jahres im
Walsroder Kreißsaal zur Welt
gebracht. Und das Hebammenteam
hebt in diesem Zusammenhang
mit dem Vorurteil
auf, am Walsroder Krankenhaus
sei nicht rund um die
Uhr ein Facharzt der Finkelsteinklinik
einsatzbereit. „Es ist
immer ein Kinderarzt im
Hintergrund da. Wenn eine
Geburt mit Kaiserschnitt ansteht,
ist der Mediziner auch
nachts in kürzester Zeit da“,
beschreibt Johanna Utermann
die Arbeitsweise, die den
Frauen und
den Neugeborenen
ein
Höchstmaß an
Sicherheit bringen soll.
Die Mund-zu-Mund-Propaganda
sei für das Walsroder
Hebammenteam und damit
die Geburtsabteilung am
Walsroder Krankenhaus ein
ganz wichtiger Faktor, um den
vorhandenen „Geburtstourismus“
in Richtung Walsrode
zu steuern.
Die Schließung von immer
mehr Kinder- und Geburtshilfeabteilungen
im Umfeld hat
dazu geführt, dass immer
mehr Frauen aus dem Raum
Nienburg, Verden, Kirchlinteln,
Hoya, Rodewald zur Entbindung
nach Walsrode kommen.
Sogar Frauen aus Celle
hätten ihr Kind in Walsrode
zur Welt gebracht.
„Wir wissen, dass für manche
Frauen bei der Entscheidung
für den
Geburtsort
eine Rolle
spielt, ob es
dort eine Kinderklinik gibt“,
erklärt Ina Borchert. Darum
sei das Hebammenteam auch
froh gewesen, als der Kreistag
im Januar seine Entscheidung
für die Variante C und damit
Walsrode als Standort der
Kinderklinik getroffen habe.
„Wir haben gedacht, dass mit
dieser Entscheidung Ruhe und
Sicherheit einkehren wird.
Wir haben hier mit unserer
Hebammenpartnerschaft ein
fertiges Modell entwickelt, das
funktioniert. Und wir haben
fertige Räume in der Kinderklinik, die sofort wieder in Betrieb
genommen werden können“,
beschreibt Johanna
Utermann die Situation.
„Jetzt ist wieder die Verunsicherung
da. Bei uns hängen
private Existenzen an der Umsetzung
des
Kreistagsbeschlusses“,
äußert Nele
Mävers Unverständnis für den
Widerstand gegen den Kreistagsbeschluss
und das jetzt gestartete
Bürgerbegehren aus
Soltau. „Diese Verzögerung
hilft bestimmt nicht, die wirtschaftliche
Lage des Heidekreis-
Klinikums zu stärken.
Deshalb kämpfen wir Hebammen
für den wirtschaftlichsten
Weg mit Plan C, dessen
schnelle Umsetzung und somit
für den Erhalt der Kinderklinik
am Standort Walsrode“,
hebt Johanna Utermann hervor.

 

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Walsroder Zeitung 08.03.2011

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