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Helferin von Anne Frank mit 100 Jahren gestorben

12. Januar 2010 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Bergen Belsen

Helferin von Anne Frank mit 100 Jahren gestorben

Erschienen am 12. Januar 2010
Miep Gies war die letzte noch lebende Helferin der jüdischen Familie Frank (Foto: dpa)
Miep Gies war die letzte noch lebende Helferin der jüdischen Familie Frank (Foto: dpa) Vergrößern
Die Helferin von Anne Frank und Retterin ihres weltberühmten Tagebuchs ist tot. Die in Österreich geborene Wahl-Holländerin Miep Gies sei am Montagabend in einem niederländischen Pflegeheim einer kurzen Krankheit erlegen, teilte ihr Sohn Paul Gies mit. Im nächsten Monat wäre sie 101 Jahre alt geworden.

Sie war die letzte noch lebende Helferin der jüdischen Familie Frank, die sich im Zweiten Weltkrieg in einem Amsterdamer Hinterhaus versteckt hatte bis sie verraten und von den Nazis in Konzentrationslager deportiert wurde. Unter ständiger Lebensgefahr hatte Gies die Franks und weitere versteckte Juden versorgt.

 

Das Leben der Anne Frank

Gies nahm das Tagebuch an sich
Die am 15. Februar 1909 als Hermine Santrouschitz in Wien geborene Helferin bewahrte das Tagebuch, das Anne von 1942 bis 1944 als junges Mädchen im Hinterhaus in der Prinsengracht 263 geschrieben hatte, vor dem Zugriff der Gestapo. Nur Stunden nach der Verhaftung der Franks ging Gies am 4. August 1944 noch einmal in das Versteck und nahm die Aufzeichnungen an sich.

 

 


 

Ein einziger Überlebender

Anne Frank starb Anfang März 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen an Typhus - kurz vor ihrem 16. Geburtstag und nur wenige Wochen vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Nach dem Krieg übergab Miep Gies das Tagebuch an Anne Franks Vater Otto, der als einziges Familienmitglied den Holocaust überlebte. Er sorgte Jahre später für die Veröffentlichung der Aufzeichnungen seiner Tochter, die seitdem immer wieder Menschen in aller Welt tief bewegen.

Die bewegenden Aufzeichnungen der 16-jährigen Anne Frank: Das Mädchen starb im KZ Bergen-Belsen an Typhus (Foto: dpa)
Die bewegenden Aufzeichnungen der 16-jährigen Anne Frank: Das Mädchen starb im KZ Bergen-Belsen an Typhus (Foto: dpa) Vergrößern

"Miep schleppt wie ein Packesel"

Über die Helferin hatte Anne Frank am 11. Juli 1943 in ihr Tagebuch geschrieben: "Miep schleppt sich ab wie ein Packesel. Fast jeden Tag treibt sie irgendwo Gemüse auf und bringt es in großen Einkaufstaschen auf dem Fahrrad mit. Sie ist es auch, die jeden Samstag fünf Bücher aus der Bibliothek bringt. Sehnsüchtig warten wir immer auf den Samstag, weil dann die Bücher kommen, wie kleine Kinder auf ein Geschenk."

Helferin vielfach ausgezeichnet

Gies wurde vielfach geehrt - unter anderem durch den Staat Israel, mit dem niederländischen Ritterorden von Oranien-Nassau sowie mit dem Bundesverdienstkreuz I. Klasse. Im Oktober vergangenen Jahres benannte die Internationale Astronomische Union einen Asteroiden nach Miep Gies.

Glückwünsche aus aller Welt

Die 100-Jährige lebte seit einiger Zeit zurückgezogen in ihrem Haus in der niederländischen Provinz Friesland, zuletzt jedoch in einem Pflegeheim. Zu ihrem letzten Geburtstag hatte sie Grüße und Glückwünsche aus allen Teilen der Welt bekommen. Bis ins hohe Alter berichtete sie immer wieder bei öffentlichen Auftritten über ihre Erlebnisse mit Anne Frank und die Verfolgung der Juden in den Niederlanden durch die deutschen Besatzer.

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