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Hells Angel gesteht tödliche Attacke auf Rivalen

5. Juni 2012 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Hells Angels & Neonazis

Mord, Zuhälterei, Körperverletzung: Die Rockerbande steht bundesweit im Fokus. Gleich in zwei Städten laufen Prozesse gegen Mitglieder der Hells Angels. Auch ein Konzert wurde jetzt abgesagt.

Mordprozess gegen Mitglied der Rockerbande Hells Angels 
© DPAEin Besucher fordert in Kaiserslautern auf seinem T-Shirt mit der Aufschrift "Free Björn" einen Freispruch für den Angeklagten

Ein Mitglied der Rockerbande Hells Angels hat zum Prozessauftakt in Kaiserslautern die tödlichen Stiche auf einen Rivalen gestanden. Der Angeklagte gab zu, vor drei Jahren mehrmals auf den Chef einer verfeindeten Bande eingestochen zu haben. Dabei sei ihm klar gewesen, dass die Stiche tödlich sein könnten, sagte der Mann vor dem Landgericht.

Er habe mit dem Angriff verhindern wollen, dass der Rivale eine Waffe zieht. Zusammen mit zwei Komplizen habe er zuvor das Opfer verfolgt, um ihm eine Lektion zu erteilen. Dabei sei "kein Kampf auf Leben und Tod" geplant gewesen.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann Mord an dem 45-jährigen Präsidenten einer neu gegründeten Outlaw-Gruppe vor. Die beiden Komplizen waren bereits zu langen Haftstrafen verurteilt worden. Der inzwischen 30-Jährige steht erst jetzt vor Gericht, weil er nach der Tat ins Ausland geflohen war und sich erst Ende vergangenen Jahres gestellt hatte.

Der Prozess gegen ihn hatte unter großem Sicherheitsaufwand begonnen. Im Gerichtssaal war eine durchsichtige, schusssichere Wand zwischen den Prozessbeteiligten und dem Zuschauerraum aufgestellt. Die Zuschauer wurden genau kontrolliert.

 

Hannoveraner Anführer vor Gericht

 

Die Hells Angels stehen derzeit bundesweit im Fokus der Sicherheitsbehörden. Auch vor dem Kieler Landgericht läuft derzeit ein Prozess gegen den Chef der lokalen Rockerbande aus Hannover, Frank Hanebuth.

Nun hat der Hauptbelastungszeuge der Kieler Staatsanwaltschaft gegen die Hells Angels seine Vorwürfe gegen die Rockerbande über kriminelle Machenschaften bekräftigt. Vom Hörensagen wisse er, dass Hanebuth grünes Licht für die Ermordung eines Türken in Kiel gegeben habe, sagte der 40 Jahre alte Aussteiger auf Fragen der Staatsanwaltschaft.

Die Ermittler suchen seit dem 24. Mai in einer Lagerhalle der Rockerbande in Altenholz bei Kiel nach der angeblich einbetonierten Leiche des seit zwei Jahren vermissten Mannes – bislang ohne Erfolg.

 

Ex-Rocker hofft auf mildere Strafe

 

Zugleich sagte der frühere Chef der aufgelösten Kieler Rockerbande "Legion 81", einer Hilftstruppe der Hells Angels, erneut aus, Hanebuth persönlich zu kennen. Er sei 2010 mit Hanebuth bei der Gründungsfeier eines neuen Hells Angels-Charters in Polen gewesen. Darüber gebe es ein Video, auf dem sie gemeinsam zu sehen seien.

Außerdem habe er Hanebuth 2010 beim Treffen der deutschen Hells Angels-Präsidenten in Kiel getroffen. Hanebuth hatte bestritten, dass er den Mann kennt und auch den Mordvorwurf energisch zurückgewiesen.

Der 40-Jährige muss sich vor dem Kieler Landgericht unter anderem wegen Zuhälterei und schwerer Körperverletzung verantworten. Durch seine Aussagen kann der Angeklagte auf ein milderes Urteil hoffen. Er gehe davon aus, dass die Hells Angels bereits ein Kopfgeld auf ihn ausgesetzt hätten, meinte der Ex-Rocker, der in schusssicherer Weste vor Gericht aussagte.

 

Straffe hierarchische Organisation

 

Hanebuth spiele bei den hierarchisch straff organisierten Hells Angels in Deutschland eine zentrale Rolle, sagte der Ex-Rocker. So müssten beispielsweise die Kieler Hells Angels wie andere Charter Hanebuth Geld abliefern und dieser wiederum Geld an die Hells Angels in den USA geben.

Nach Darstellung des Hauptbelastungszeugen haben die Mitglieder und Charter klare Vorgaben, wie viel Geld sie "erwirtschaften" müssten. Das sei wie ein Franchise-Unternehmen. Und wer gegen Vorgaben oder interne Gesetze verstoße, müsse Strafe zahlen. "Ich persönlich habe in drei Jahren 10.000 Euro Strafe gezahlt", sagte der Ex-Rocker. Eine Rückkehr ins Rockermilieu sei für ihn ausgeschlossen: "Sie werden ausgepresst wie eine Zitrone und dann weggeschmissen", sagte er dem Staatsanwalt.

 

Rocker-Konzert abgesagt

 

Unterdessen hat Walsrode ein Konzert der Band "Hells Balls" abgesagt, um jede Nähe zu den Hells Angels zu vermeiden. Das ursprünglich für den jährlichen "Walsroder Mittwoch" im August geplante Konzert der Hardrock-Gruppe war von einer Firma aus dem Familienimperium einer lokalen Hells Angels-Größe organisiert worden. "So setzen wir ein weiteres Zeichen gegen den wachsenden Einfluss dieser Rockergruppe", sagte die parteilose Bürgermeisterin Silke Lorenz aus dem Heidekreis-Ort zu einem Bericht des NDR.

Der Rat hatte Ende vergangenen Jahres beschlossen, gegen den Einfluss der Hells Angels in der Stadt vorzugehen. Unternehmen und Vereine sollten künftig auf eine Zusammenarbeit mit Firmen verzichten, deren Leitung erklärtermaßen den Hells Angels angehört.

 Quelle: Welt 05.06.2012

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