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Holsteinischer-Courier 7.1.12 -- "Club 88 schließen"

7. Januar 2012 , Geschrieben von Parents Veröffentlicht in #Kampf gegen Nazis - Norddeutschland

 

"Schließt endlich den 'Club 88'!" 

07. Januar 2012       13:35 Uhr    Von Udo Carstens

  Neuer Anlauf zur Schließung des Neonazi-Treffs"Club 88" in Gadeland: Das Bündnis gegen Rechts will erreichen, dass der seit 1996 bestehende "Schandfleck" endgültig aus dem Stadtbild verschwindet.

Neumünster. In einem Offenen Brief, der sich gestern an Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras, an Stadtpräsident Friedrich-Wilhelm Strohdiek und die fünf Fraktionsvorsitzenden in der Ratsversammlung richtete, verlangt das BGR, den "Club 88" in den nächsten Monaten dicht zu machen. Denn die Besucher des Fabrikverkaufszentrums DOC, das im Herbst ebenfalls in Gadeland seine Tore für Gäste aus dem In- und Ausland öffnen will, "dürfen nicht von Neonazis empfangen oder von Auseinandersetzungen um einen Club ,Heil Hitler’ behelligt werden" (die Zahl "88" steht nach Auffassung der Club-Gegner für das doppelte "H", den achten Buchstaben des Alphabets).
Das Bündnis erwartet in seinem "Neujahrswunsch" zwei Tage vor dem offiziellen Neujahrsempfang der Stadt ein klares Engagement gegen "Rassenwahn und faschistischen Terror". Erinnert wird im Offenen Brief an die Mordserie, die dem "Nationalsozialistischen Untergrund" (NSU) zugeschrieben wird. Welche Ideologie im "Club 88" vertreten wird, macht nach BGR-Ansicht auch der jüdisch-amerikanische Autor Tuvia Tenenbom deutlich, der unerkannt den "Club 88" besucht hatte. Der Gastwirt hatte ihm gegenüber am Biertresen nicht nur den Holocaust geleugnet, sondern auch die Tötung der heute in Deutschland lebenden Juden gefordert. Und "Nigger" wie der amtierende US-Präsident Barack Obama sollten "nach Afrika" geschickt werden, wie der Autor den "Club-88-Gastwirt" zitiert. Nach Ansicht des BGR erfüllen diese Aussagen den Tatbestand der Volksverhetzung, Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft liegen bereits vor. Tenenboms Buch erscheint unter dem Titel "Allein unter Deutschen" in diesem Jahr im Suhrkamp-Verlag, Vorabdrucke wurden in der "Jüdischen Allgemeinen" veröffentlicht.
"Setzen Sie ein Zeichnen gegen Rassismus und Rassenwahn!"
"Solch einen Schandfleck hat Neumünster nicht verdient", erklärt das Bündnis, zu dem neben Vereinen und Verbänden auch kirchliche Organisationen, Gewerkschaften und Parteien gehören. Das Bündnis appelliert an die Verantwortlichen: "Setzen Sie ein Zeichnen gegen Rassismus und Rassenwahn! Leisten Sie diesen für unsere Region so wichtigen Beitrag zur Zurückdrängung des Rechtsextremismus!"
In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Versuche, den "Club 88" zu schließen. Schon Tauras’ Vorgänger Hartmut Unterlehberg scheiterte mit diesem Anliegen vor Gericht. So verwiesen die "Club"-Betreiber beispielsweise darauf, dass die "88" nichts mit Hitler zu tun habe und nur rein zufällig mit den Initialen von "Heil Hitler" übereinstimme.

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